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18.02.2016

8 goldene Regeln für erfolgreiches Verladetraining

Um Stresssituationen beim Verladen zu vermeiden, sollte das Einsteigen in den Pferdehänger rechtzeitig und ausgiebig geübt werden. Wie jedes Pferd zum gelassenen Gerneinsteiger wird, verrät die renommierte Trainerin und Spezialistin für Problempferde, Linda Weritz.

Verladetraining in einer ruhigen, vertrauten und entspannten Umgebung gibt dem Pferd Sicherheit. © www.slawik.com
Verladetraining in einer ruhigen, vertrauten und entspannten Umgebung gibt dem Pferd Sicherheit.
© www.slawik.com
Fast jedes Pferd muss sich mindestens einmal im Leben im Anhänger transportieren lassen. Sei es zum Tierarzt, zum neuen Stall, zu einem Kurs oder zum Turnier. Doch gerade die Themen Verladen und Hängerfahren gehören zu den schwierigsten in der Arbeit mit Pferden überhaupt. Kaum einer der Vierbeiner betritt von Anfang an gerne und gänzlich ohne Vorbehalte den ungewohnten Transporter und für viele bleibt er ein Leben lang ein ungeliebtes Übel.

Trotzdem: So sehr dem Fluchttier Pferd ungewohnte Umgebung und das mangelnde Platzangebot im Transporter auch widerstreben, Verladetraining und Anhängerfahren sollten zum Basistraining eines jeden Pferdes dazugehören. Selbst wenn man auf Kurs- oder Turnierteilnahmen verzichtet,  Erkrankungen oder Verletzungen können einen Transport in die Klinik von einem Moment auf den anderen notwendig machen. Es sind insbesondere diese Momente, in denen ein sicheres und zügiges Einsteigen in den Anhänger von großer Notwendigkeit ist. Damit es im Notfall nicht zur bösen Überraschung kommt, weil das Pferd partout nicht in den Anhänger will, hilft nur eines: Das Verladen rechtzeitig so oft erfolgreich zu praktizieren, bis es für das Pferd, aber auch den Besitzer seinen Schrecken verloren hat.

Gutes Hängertraining will sorgfältig geplant sein. Auf diese Weise können unliebsame Überraschungen schon im Vorfeld weitgehend minimiert werden. Die wichtigsten Grundregeln für sicheres und erfolgreiches Verladen im Überblick:
 

Zur rechten Zeit

Planen Sie das Training an einem Tag, an dem Sie ausgeruht und genügend Zeit haben. Überprüfen Sie Ihren Gemütszustand. Wenn es Ihnen nicht gut geht und ihre Stimmung am Boden ist, sollten Sie das Training lieber auf einen anderen Tag verschieben. Um ihrem Pferd ein gutes Gefühl für die bevorstehende Aufgabe zu geben, müssen Sie lockere und positive Stimmung verbreiten. Informieren Sie ggf. Mitreiter und Stallkollegen darüber, dass so lange geübt wird, bis ein gewünschtes Teilziel erreicht ist um Störungen von außen während des Trainings zu vermeiden.

Am rechten Ort

Auch die Wahl des richtigen Ortes ist wichtig. Für erste Trainings wählen Sie eine Umgebung, in der sich das Pferd wohl fühlt. In einem unaufgeregten, vertrauten Umfeld gelingt es schneller Ängste und Vorbehalte abzubauen und sich auf Neues einzulassen. Wenn das gewünschte Trainingsziel in dieser geschützten Umgebung gut etabliert ist, bringen Sie Ihr Pferd an einen anderen Ort und verfestigen es dort. Mit jedem weiteren Ort, an dem das erwünschte Verhalten des Pferdes weiter etabliert wird, steigert sich die Selbstverständlichkeit.
Wenn Ihr Pferd im Hänger Heu frisst, ist die größte Angst schon überwunden. Gutes Heu sollte jede Fahrt begleiten. © www.slawik.com
Wenn Ihr Pferd im Hänger Heu frisst, ist die größte Angst schon überwunden. Gutes Heu sollte jede Fahrt begleiten.
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Sicherheit geht vor

Bevor Sie mit Ihrem Pferd loslegen, überprüfen Sie die Situation auf mögliche Gefahrenquellen. Steht der Anhänger sicher? Erlaubt der Untergrund ein flaches Liegen der Verladeklappe? Ist die unmittelbare Umgebung frei von scharfen oder spitzen Gegenständen, an denen sich das Pferd bei Unruhe verletzen könnte?
Transportgamaschen schützen die Pferdebeine vor Verletzungen © www.slawik.com
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Die richtige Ausrüstung

Schützen Sie sich selbst durch gute Handschuhe und festes Schuhwerk. Bei besonders nervösen Pferden kann es durchaus auch sinnvoll sein einen Helm zu tragen.

Für sachgerechtes Verladen ist auch die Ausrüstung des Pferdes maßgeblich. Verwenden Sie ein gut sitzendes, stabiles Halfter, das auch stärkerer Beanspruchung stand hält. Ein ausreichend langer Strick oder eine Longe aus weichem, aber stabilem Material mit solidem Karabiner erlauben einen größeren Spielraum. Ratsam ist es auch die Pferdebeine zu schützen. Gamaschen oder Bandagen bewahren einerseits vor Verletzungen und andererseits vor der Assoziation des Anhängers mit realem Schmerz, für den Fall, dass etwas passiert sein sollte. Sprungglocken schützen zusätzlich die empfindlichen Fesseln.
Wichtig: Das Pferd sollte alle Gegenstände bereits im Vorfeld gut kennen und nicht erst ein paar Minuten vor dem Training daran gewöhnt werden.

Gut aufgewärmt

Sorgfältiges Aufwärmen vor dem Verladetraining schützt das Pferd bei abrupten Bewegungen vor Schmerzen und Verletzungen. Wie sie Ihr Pferd auf Temperatur bringen ist dabei egal. Wichtig ist, dass es dabei Spaß hat und eine angenehme und freundliche Atmosphäre geschaffen wird.

Führungsarbeit

Für das Trainieren des Verladens und Transportieren eines Pferdes gibt es optimale Voraussetzungen. Dazu zählt vor allem, dass sich das Pferd jederzeit gut führen und manövrieren lässt. Je besser Sie in der Lage sind Ihr Pferd vom Boden aus zu kontrollieren, desto einfach wird sich das Verladen gestalten. Lässt es sich jederzeit problemlos führen, flüssig rückwärtsrichten, folgt es Ihnen über verschiedene Untergründe, lässt es sich leicht durch ein Stangen-L rückwärts über eine Plane manövrieren und zwischen zwei (eng gestellten, ev. auch mit Decken abgehängten) Hindernissen in jede gewünschte Richtung bewegen, ist ein großer Schritt in Richtung erfolgreiches Verladetraining getan.
Pferde an verschiedene (auch wackelige) Untergründe zu gewöhnen ist für ein erfolgreiches Verladetraining hilfreich. © www.slawik.com
Pferde an verschiedene (auch wackelige) Untergründe zu gewöhnen ist für ein erfolgreiches Verladetraining hilfreich.
© www.slawik.com

Erreichbare Ziele setzen

Überlegen Sie im Vorfeld gut, wie viel Sie von Ihrem Pferd verlangen. Fragen Sie nur Dinge ab, von denen Sie sicher sind, dass Sie sie gemeinsam auch erreichen werden. Vermeiden Sie zu viele Kompromisse. Sie können die Ursache dafür sein, dass es Konflikte gibt, denn Ihr Pferd spürt genau, wenn Sie unsicher werden. Überlegen Sie daher immer vorher, ob der nächste Trainingsschritt nicht noch kleinteiliger erfolgen kann. Auf diese Weise können Sie auch größeren Aufgabe so unauffällig fürs Pferd einteilen, dass es quasi unbemerkt in den Erfolg hineingleitet.

Gestalten Sie Ihre Anfragen immer so, dass Ihr Pferd - und damit auch Sie - am Ende als Gewinner dasteht. Ohne derartige strategische Planung riskieren Sie, dass Ihr Pferd die gestellte Aufgabe verweigert und Sie abbrechen müssen oder sich gezwungen sehen, das Gewünschte auf jeden Fall durchzusetzen. Durch letzteres provozieren Sie unter Umständen Kämpfe und das Pferd lernt, gegen Sie zu arbeiten anstatt Ihren Anfragen vertrauensvoll zu folgen.

Richtig loben

Durch pferdegerechtes Lob schaffen Sie eine Verknüpfung zwischen der erbrachten Leistung und einer angenehmen Konsequenz. Es motiviert Ihr Pferd sich anzustrengen und gibt ihm die Gewissheit, dass es sich auf dem richtigen Weg befindet. Wie Sie loben, hängt davon ab, was Ihrem Pferd gefällt. Sanftes Streicheln und Kraulen entspannt Pferde nachweislich. Auch schmeichelnde Worte verstehen Pferde als Belohnung. Schauen und probieren Sie einfach aus, was für Ihren vierbeinigen Partner die schönste Geste der Belohnung darstellt, mit der Sie Ihre Anerkennung zeigen können.

Eine große Rolle spielt auch das richtige Timing. Pferdegerechtes Lob startet nicht minutenlang nach der Aktion, sondern augenblicklich anschließend oder sogar schon währenddessen (schmeichelnde Worte) und ist langsam, gefühlvoll und angenehm für das Pferd.
Cadmos Handbuch Pferde verladen - Linda Weritz © www.cadmos.de
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Noch mehr Tipps für sicheres Verladen und Transportieren

Die Gründe dafür, warum ein Pferd nicht vertrauensvoll auf den Anhänger geht sind vielfältig. Welchen Grund hat Ihr Pferd, und wie können Sie an seinem Verhalten Hinweise für den richtigen Lösungsweg erkennen? Im „Handbuch Pferde Verladen“ zeigt die renommierte Trainerin und Spezialistin für Problempferde, Linda Weritz, verschiedene Grundmodelle und Trainingspläne auf und richtet sich ganz konkret an die verschiedenen Pferdetypen. Auch für besonders hartnäckige Problemfälle hat sie Tipps und Hinweise parat, die sie mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis verdeutlicht.

Aus dem Inhalt:
- Wie Pferde den Transport erleben
- Mein Pferd richtig ausrüsten
- Sicherheitscheck Hänger
- Sinnvolle Vorübungen
- Hilfe für traumatisierte Pferde
– Trainingsplan u.v.m.

Handbuch Pferde verladen
Wie Sie Ihr Pferd sicher verladen und transportieren

Linda Weritz, Cadmos Verlag
ISBN 978-3-8404-1520-3
UVP 19,95 Euro
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