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17.05.2016

80 Tage bis Rio: Victoria Max-Theurer über Blind Date, die Entwicklung des Dressursports und den Tag X

In 80 Tagen beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Für Österreichs Einzelstarterin Victoria Max-Theurer sind es bereits die vierten Spiele in Folge. Im Interview spricht die heimische Dressur-Queen über Routine, Erwartungen und warum die Spiele auch beim vierten Mal immer noch etwas ganz Besonderes sind.

Für Vici Max-Theurer sind es in Rio die vierten Spiele ihrer Karriere, für Blind Date das erste Mal. © Tomas Holcbecher
Für Vici Max-Theurer sind es in Rio die vierten Spiele ihrer Karriere, für Blind Date das erste Mal.
© Tomas Holcbecher
Sie sind zum vierten Mal bei Olympischen Spielen – trotzdem noch immer aufgeregt?
Es ist ein schönes Gefühl, wieder dabei sein zu dürfen. Olympia ist für uns Pferdesportler ganz speziell, weil wir ja sonst nur unter uns sind. Wir sehen, dass wir Teil einer riesigen Sportfamilie sind. Dass damit auch das Medieninteresse viel größer ist als sonst finde ich auch sehr positiv. Und für mich ist es gut, dass ich schon zum vierten Mal dabei bin, weil es keine Fahrt ins Ungewisse mehr ist, sondern ich ungefähr weiß, was auf mich zukommt. Da ist alles eine Spur entspannter.

Worauf legen Sie bei der Olympia-Vorbereitung Wert?
Unser Saisonstart beim internationalen Turnier in Stadl-Paura war sehr gut, da waren wir schon viel besser als zuletzt in Salzburg. Seit München, wo wir unübliche Fehler gemacht haben, arbeiten wir vermehrt an der Kondition. Das heißt, wir sind am richtigen Weg. Meine Stute Blind Date ist derzeit recht motiviert. Und damit das so bleibt, werden wir nicht mehr so viele Turniere gehen. Unser Heimturnier in Achleiten von 2. bis 5. Juni ist fix, danach werden wir sehen.

Unterscheiden sich Olympische Spiele von anderen Großereignissen?
Nun, die Abläufe bei großen Championaten sind relativ ähnlich, weil natürlich auch die Leute, die den Wettkampf organisieren vom Weltreiterverband FEI ja auch bei Europa- oder Weltmeisterschaften dabei sind. Das Klima in Rio sollte im August jedenfalls kein großes Problem sein, weil es dort so zwischen 25 und 30 Grad haben wird. Fast wie daheim.

Merkt auch Blind Date, dass Olympia etwas Besonderes ist?
Natürlich merkt Beate (Anm.: Stallname von Blind Date) das. Sie ist eine sehr freundliche und offene Dame mit extrem viel Qualität. Sie ist eine feinfühlige Spitzensportlerin, die natürlich auch die Spannung merkt, wenn es zu einem großen Turnier geht. Für Sie war die EM in Aachen, das erste große Turnier mit Stadion-Atmosphäre und mit Platz 10 im Grand Prix hat sie uns allen angedeutet, was sie kann. Üben kann man das natürlich entsprechend selten. Also spielt sich am Tag X natürlich viel im Kopf ab.

Sie waren in London Dreizehnte, lässt sich das toppen?
Unser Sport hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Mit den Punkten, die ich im Kür-Finale für Platz 13 bei den Olympischen Spielen 2012 in London bekommen habe, hätte ich bei den Spielen 2008 Bronze gewonnen. Bei der EM haben wir als Team die Olympiaqualifikation knapp um 1,2 Punkte verpasst. Also war ich wirklich froh, dass ich über die Olympia-Rangliste einen Quotenplatz für Österreich holen konnte. Es war ein hartes Rennen in einer harten Gruppe in der alle um ihr Leben geritten sind. In Rio werden wir sehen, was möglich ist. Medaillenkandidatin bin ich keine, aber Beate und ich haben beide ein großes Kämpferherz und wir wollen so weit nach vorne wie möglich.

Ihr Fahrplan für die letzten 80 Tage bis Rio?
Wir werden viel arbeiten, die Linienführung unserer Kür zu Falco-Songs verfeinern und die weite Reise für Beate klug planen. Und das Wichtigste: frisch bleiben und Spaß haben.
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