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24.10.2016

80.000 Euro für Waisenfohlen

Beim diesjährigen Trakehner Hengstmarkt in Neumünster sorgte die Preisspitze unter den Fohlen für Aufsehen. Nicht nur wegen seines stolzen Verkaufspreises, sondern vor allem wegen seiner besonderen Geschichte. Denn die liest sich fast wie ein Märchen.

Vom Waisonfohlen zum gefeierten Auktionsstar: Konstantin von Millennium kostete sensationelle 80.000 Euro © Jutta Bauernschmitt
Vom Waisonfohlen zum gefeierten Auktionsstar: Konstantin von Millennium kostete sensationelle 80.000 Euro
© Jutta Bauernschmitt
Konstantin von Millennium kam am 26. April zur Welt. Acht Wochen später verlor er seine Mutter Kalinowska. Damit begann eine Zeit der Sorge und des Wartens für die Züchterin Ines Eisold. Sie, Christoph Richters, die ganze Familie Eisold mühten sich um das Hengstfohlen - nur: Konstantin nahm keine Ersatzmilch, es fand sich keine Amme und schließlich versuchten Eisold und Richters ernährungstechnisch alles was geht. „Er hat jeden und jede angewiehert, er war von Anfang an ein Kämpfer“, so Richters, den nach dem Rekordgebot bei der Auktion die Rührung überkam. 80.000 Euro erzielte Konstantin im Rahmen der Fohlenauktion. Und sorgte damit für das höchste Gebot bei den Jüngsten.

Der kleine Rappe suchte nach dem Verlust der Mutter überall Anschluss. Schließlich fand er ihn in Olympia, seiner großen Beschützerin und Erzieherin. Olympia passte auch in den Stallungen der Holstenhallen auf ihren kostbaren Schützling auf und beäugte genau die vielen Interessenten, die sich das Hengstfohlen anschauen wollten.

In Zukunft wird Konstantin nach Hessen ziehen, genaugenommen auf das Hofgut Rosenau der Familie Nolte, die bei 80.000 Euro den Zuschlag für den kleinen Hengst erhielten. „Eigentlich wollten wir nicht so hoch gehen…“ lachte Cuypers, belgischer Dressurreiter und Geschäftsführer des Hofgutes Rosenau, aber Anna Nolte habe ihn ermutigt weiter zu bieten. Nolte trainiert mit Cuypers, hat internationale Erfolge im Dressurviereck und bekam im Dezember 2015 in Frankfurt beim Festhallen Reitturnier das Goldene Reitabzeichen verliehen.

Insgesamt elf Fohlen wurden für 160.000 Euro beim Trakehner Hengstmarkt verkauft. Der Durchschnittspreis kletterte auf 14.545 Euro (8.045 Euro in 2015).

Preisspitze der Reitpferde war mit 70.000 Euro der vier Jahre alte Trakehner Reitpferdechampion Vapiano von Kentucky-Easy Game. Der gekörte Fuchshengst aus dem Besitz von Roswitha Beckmann und Martina Timm wurde nach Niedersachsen veräußert. Der zehn Jahre alte Trakehner Wallach Puerto Rico von Donaufischer-Kostolany wechselte für 50.000 Euro den Besitzer. Zwei Reitpferde fielen aus, so das sechs Auktionspferde für insgesamt 193.000 Euro verkauft wurden. Der Durchschnittspreis beträgt 32.166 Euro (26.781 Euro 2015).

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe der Körergebnisse wurden bereits die nicht nicht gekörten Trakehner Junghengste verauktioniert, von denen 18 verkäuflich waren. Den Spitzenpreis von 30.000 Euro erzielte der braune Skyjacker von Sixtus-Cadeau aus dem Gestüt Hörstein. Neben Käufern aus Deutschland erwarben auch Investoren aus der Schweiz, Kanada, Russland, Dänemark und den USA nicht gekörte junge Trakehner Hengste. Der Erlös aus dieser Auktion beträgt 252.000 Euro, der Durchschnittspreis 14.000 Euro (13.791 in 2015).

PM/ps
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