Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
18.07.2014

Aachen: Pleiten, Pech und ein Überraschungssieger in der Dressur

Der Aachener Dressur-Nationenenpreis war an Dramatik kaum zu überbieten. Vor allem die Top-Paarungen erwiesen sich als überraschend fehlerfanfällig. Schließlich ging der Sieg an jenes Paar, dem die wenigsten Patzer unterliefen: an Matthias Rath und Totilas.

Mit dem Sieg im CDIO-Grand-Prix feierten Matthias Alexander Rath und Totilas am Donnerstag den vorläufigen Höhepunkt ihres Comebacks. © Tomas Holcbecher
Mit dem Sieg im CDIO-Grand-Prix feierten Matthias Alexander Rath und Totilas am Donnerstag den vorläufigen Höhepunkt ihres Comebacks.
© Tomas Holcbecher
Dass der ehemals als Wunderhengst titulierte Totilas beim Auftaktbewerb des CDIO in Aachen die versammelte Konkurrenz ausstechen könnte, daran hätte vor nur zwei Monaten noch kaum einer geglaubt. Doch die üblichen Siegesanwärter, allen voran die britischen Rekordhalter und Olympiasieger Charlotte Dujardin und Valegro, präsentierten sich in der Aachener Soers am Donnerstag ungewohnt fehleranfällig. Nach einer völlig verpatzten Galopptour mit Fehlern in den Zweier- und Einerchangements, beiden (doppelt zählenden) Pirouetten und dem anschließenden versammelten Galopp, wo der sonst so ungemein sichere Valegro in den Trab fiel und erst nach deutlicher Aufforderung wieder in den Galopp sprang, gab es für das Erfolgspaar der vergangenen Jahre gerade mal 76,900 Prozent und Rang sechs hinter der fünftplatzierten Schwedin Tinne Vilhelmson-Silfven mit Don Auriello und  Isabell Werth mit Bella Rose  auf Platz vier.

Auch Deutschlands Vorzeigepaar Helen Langehanenberg mit Damon Hill NRW blieben im Deutsche Bank Stadion nicht vor Fehlern gefeit. Ein missglückter Übergang von der Passage in den Galopp sowie Abstimmungsprobleme auf der letzten Mittellinie kosteten die Weltcup-Zweiten ordentlich Punkte, sodass sich das Duo nach lange Wettkampfpause mit 81,220 Prozent und Rang zwei zufrieden geben musste. Noch schlimmer erwischte es die neuen deutschen Meister, Kristina Sprehe und Desperados. Auch hier war der der Hund in der Galopptour vergraben, das Paar kam mit 73,960 Prozent nicht über Rang elf hinaus.
Auf der Schlusslinie quittierte Damon Hill kurzerhand die Mitarbeit - ein teurer Fehler für Helen Langehanenberg. © Tomas Holcbecher
Auf der Schlusslinie quittierte Damon Hill kurzerhand die Mitarbeit - ein teurer Fehler für Helen Langehanenberg.
© Tomas Holcbecher
Damit war der Weg frei für Matthias Rath und Totilas. Der 29-Jährige steuerte seinen Gribaldi-Sohn ohne gröbere Zwischenfälle durch das Viereck, ließ zwar ein paar Pünktchen in den Piaffen liegen, die sehr im Vorwärts und mit wenigen Tritten angelegt waren, doch die 82,30 Prozent der Richter sollten an diesem Tag für den Sieg reichen. Sichtlich erleichtert riss der wohl meistdiskutierte Reiter Deutschlands nach dem Schluss-Halt die Arme gen Aachener Himmel. „Das ist einfach unglaublich für mich. Von einem solchen Tag habe ich nicht einmal zu träumen gewagt“, sagte Rath bei der anschließenden Pressekonferenz.

Rang drei eroberte Adelinde Cornelissen mit Jerich Parzival. Das Gespann aus den Niederlanden kam auf 80,980 Prozent. Sichtlich glücklich war Isabell Werth bei ihrem Auftritt mit ihrer Nachwuchshoffnung Bella Rose, der sogar mit Standing Ovations honoriert wurde. Die erfolgreichste Dressurreiterin der modernen Turniergeschichte kam auf 79,580 Prozent. „Die letzte Mittellinie war eine gefühlte 12“, kommentierte die überglückliche Erfolgsreiterin. „Bei diesem Pferd bin ich wirklich ergriffen. Sie ist meine Nummer eins und das Beste, was ich je geritten bin.“ Die Freude über Bella Rose war Werth auch anzusehen. Auf der finalen Mittellinie grinste die fünffache Olympiasiegerin von einem Ohr zum anderen - so hat man Werth noch selten gesehen.

Mit großem Abstand konnte die deutsche Equipe am Ende auch den Lambertz Nationenpreis gewinnen, im Übrigen zum vierten Mal in Folge. Rath, Werth und Langehanenberg kamen auf 243,140 Punkte. Die Niederlande, die neben Cornelissen von Marlies van Baalen mit Miciano und Hans Peter Minderhoud mit Glock’s Flirt komplettiert wurde, platzierten sich auf Rang zwei mit 223,380 Punkten, gefolgt von Spanien (220,600) auf dem dritten Rang.

Gute Ritte der Österreicher

Während viele Paare mit der Atmosphäre im beeindruckenden und gut gefüllten Deutsche Bank Stadion zu kämpfen hatten, präsentierten sich die rot-weiß-roten Dressurpaare sicher und souverän in der Soers.
Renate Voglsang und Fabriano sorgten mit  70,520 Prozent für das beste Ergebnis aus heimischer Sicht. © Tomas Holcbecher
Renate Voglsang und Fabriano sorgten mit 70,520 Prozent für das beste Ergebnis aus heimischer Sicht.
© Tomas Holcbecher
Renate Voglsang spielte die Stärken ihres Bewegungstalents Fabriano vor allem in der Trab- und Schritt-Tour gekonnt aus und erntete von den Richtern dafür viele Achten und sogar eine Neun. Mit gesamt 70,520 Prozent landete das Duo schließlich auf dem guten 18. Rang im starbesetzten Starterfeld.

Einen Riesenschritt in Richtung Weltreiterspiele machten Karin Kosak und Lucy’s Day. Mit einer schönen, harmonischen Runde, bei der bis auf die etwas schleppenden Piaffen eigentlich fast alles gelang, ernteten die amtierenden österreichischen Vize-Meister 76,060 Prozent – Rang 32. Ohne den Fehler in den Zweierwechseln wäre für das Duo eine Top-30-Platzierung und damit die Qualifikation für den Grand Prix Spécial am Samstag durchaus drin gewesen. So ist für Karin Kosak, ebenso wie für Christian Schumach, der mit Auheim’s Picardo auf Rang 38 (65,940 %) landete, das Aachen-Wochenende auch schon wieder zu Ende. Im Ranking der Nationen belegte Österreich, das ohne Streichergebnis auskommen musste, den neunten und letzten Rang.

Alle Ergebnisse aus Aachen gibt's hier.
Angstlektion: Auch in Aachen kamen Karin Kosak und Lucy"s Day nicht ohne Fehler durch die Wechseltouren. © Tomas Holcbecher
Angstlektion: Auch in Aachen kamen Karin Kosak und Lucy"s Day nicht ohne Fehler durch die Wechseltouren, diesmal waren es die Zweier, in denen das Duo patzte. Schade, denn in den gelungenen Einerchangements bewies die Rheinländerstute, dass sie super Wechsel springen kann!
© Tomas Holcbecher
Passier Skyscraper
  • Passier  Passier