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27.03.2014

Abreiten auf Turnieren: Pferdegerecht, auffällig oder nicht pferdegerecht?

Wo hört pferdegerechtes Reiten auf, was ist grenzwertig und welche Form des Reitens ist nicht mehr pferdegerecht und muss bestraft werden? Antworten auf diese Fragen soll ein neuer Kriterienkatalog der deutschen Reiterlichen Vereinigung liefern, der die Beurteilung von Reiter und Pferd auf dem Abreiteplatz erleichtern will.

Eine fortlaufend extrem tiefe Kopfposition in Verbindung mit enger Kopf-Hals-Haltung ist gemäß dem neuen Kriterienkatalog der deutschen FN klar als "nicht pferdegerecht" einzustufen. © fotolia.com
Eine fortlaufend extrem tiefe Kopfposition in Verbindung mit enger Kopf-Hals-Haltung ist gemäß dem neuen Kriterienkatalog der deutschen FN klar als "nicht pferdegerecht" einzustufen. Wer sein Pferd auch nach einer Verwarnung so reitet, riskiert einen Ausschluss.
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Die Prüfungsvorbereitung auf dem Turnier ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. Aggressives Reiten wird von Zuschauern, Reitern, Trainern, Turnierfachleuten und den Medien immer kritischer betrachtet. Doch häufig scheiden sich die Geister, wann ein Einschreiten erforderlich ist und wann nicht. Der neue Kriterienkatalog der deutsche FN soll künftig allen Reitern, Trainern und der Öffentlichkeit die Beurteilung von Reiter und Pferd erleichtern.

„Die Frage, ob pferdegerecht oder nicht pferdegerecht, lässt sich nur im Ausnahmefall anhand eines Kriteriums festmachen. Eine enge Kopf-Hals-Haltung allein ist kein Indiz für inakzeptables Reiten. Das Pferd muss als Ganzes, also Bewegungsablauf, Rückentätigkeit, Maultätigkeit, Augenausdruck, Schweifhaltung, Ohrenspiel, Atmung und schließlich Einwirkung des Reiters, betrachtet werden“, erläutert Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft. Wie das in der Praxis funktionieren könnte, wird in einem zehnminütiger Lehrfilm veranschaulicht.

Der neue Leitfaden, der für alle Pferdesportdisziplinen gilt, ist unterteilt in "pferdegerecht", "auffällig" und "nicht pferdegerecht" und berücksichtigt alle sichtbaren Merkmale - von der Art des Reitens bis hin beispielsweise zu Kopf-Hals-Haltung, Ohrenspiel oder Schweifhaltung.

Benimmt sich ein Reiter "auffällig", muss der Richter ihn weiter beobachten und gegebenenfalls ansprechen oder gar verwarnen. Ein "nicht pferdegerechtes" Reiten macht sofortiges Handeln erforderlich. Dies kann von einem klärenden Gespräch oder eine deutliche Ermahnung bis hin zum Ausschluss von der Prüfung  bei fortgesetztem Fehlverhalten führen.

Thies Kaspareit betont: "Der Kriterienkatalog dient als Orientierung und Argumentationshilfe und keinesfalls als abzuarbeitende Checkliste. Generell ist der Richter auf dem Vorbereitungsplatz mit seinem Sachverstand und seiner Erfahrung gefragt." Dies gelte insbesondere in dem in der Realität ja immer wieder vorkommenden fließenden Übergang von "pferdegerecht“ zu "auffällig". "Ein versierter Richter erkennt, ob ein noch unerfahrener Reiter oder ein junges Pferd überfordert sind oder beispielsweise die Nervosität des Reiters vor der Prüfung zu einem falschen Umgang mit dem Pferd führt. In solchen Situationen sollte der Richter den Reiter freundlich und mit angemessener Sensibilität ansprechen und gegebenenfalls ermahnen", erklärt der FN-Ausbildungschef.

Sowohl der Kriterienkatalog als auch der Lehrfilm stehen auf der Webseite der FN zur Verfügung.
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