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02.04.2014

Abreiten nach FN auch bald international gültig?

Um unschönen Bilder von den Abreiteplätzen effektiv zu verbannen, hat die deutsche FN vergangene Woche einen neuen Kriterienkatalog lanciert, der künftig die Beurteilung nicht pferdegerechten Reitens auf nationaler Ebene erleichtern soll. Das Feedback des Weltverbandes FEI dazu fiel durchwegs positiv aus und auch der Schweizer Verband hat Interesse bekundet.

Der neue Abreite-Kriterienkatalog der FN könnte bald auch international zum Einsatz kommen. Die FEI signalisiert jedenfalls großes Interesse. © Tomas Holcbecher
Der neue Abreite-Kriterienkatalog der FN könnte bald auch international zum Einsatz kommen. Die FEI signalisiert jedenfalls großes Interesse.
© Tomas Holcbecher
Die Prüfungsvorbereitung auf dem Turnier ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. Aggressives Reiten wird von Zuschauern, Reitern, Trainern, Turnierfachleuten und den Medien immer kritischer betrachtet. Doch häufig scheiden sich die Geister, wann ein Einschreiten erforderlich ist und wann nicht. Der neue Kriterienkatalog der deutsche FN soll künftig allen Reitern, Trainern und der Öffentlichkeit die Beurteilung von Reiter und Pferd erleichtern.

„Die Frage, ob pferdegerecht oder nicht pferdegerecht, lässt sich nur im Ausnahmefall anhand eines Kriteriums festmachen. Eine enge Kopf-Hals-Haltung allein ist kein Indiz für inakzeptables Reiten. Das Pferd muss als Ganzes, also Bewegungsablauf, Rückentätigkeit, Maultätigkeit, Augenausdruck, Schweifhaltung, Ohrenspiel, Atmung und schließlich Einwirkung des Reiters, betrachtet werden“, erläutert Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft. Wie das in der Praxis funktionieren könnte, wird in einem zehnminütiger Lehrfilm veranschaulicht.

Alte Inhalte neu aufbereitet

Die Inhalte des Kriterienkataloges sind freilich nicht neu. Sie beruhen auf den Richtlinien und den ethischen Grundsätzen der FN, die nicht pferdegerechte Trainingsmethoden seit jeher ablehnen und sich im Grunde mit dem Regelwerk der FEI decken. Neu ist nur die Aufbereitung in Form einer leicht nachvollziehbaren Auflistung, die eine Beurteilung durch Reiter, Richter und Publikum vereinfachen soll. Frank Spadinger vom Österreichischen Pferdesportverband hält den neuen Kriterienkatalog für eine „tolle Sache“. Beim OEPS setze man sich seit rund fünf Jahren intensiv mit dem Thema Verhalten am Abreiteplatz auseinander. „Die Inhalte des FN-Kriterienkataloges entsprechend zu 100% dem, was wir unseren Stewards im Rahmen den laufenden Schulungen vermitteln. Nicht pferdegerechtes Reiten, wie es im FN-Katalog definiert wird, ist bei uns auch heute schon verboten.“ Allerdings sei ein derart ausgearbeiteter Leitfaden eine gute Rückendeckung für Offizielle, wenn es darum geht, das Reglement durchzusetzen.

FEI gibt positives Feedback

Nicht nur hierzulande stößt die Initiative der deutschen FN auf Zustimmung, auch von Seiten der FEI und des Schweizer Verbandes wurde großes Interesse signalisiert. Ob der neue Kriterienkatalog also bald auch international Schule machen kann, wird die Zukunft zeigen. In jedem Fall birgt der deutsche Vorstoß eine große Chance künftig einen faireren Umgang mit dem Partner Pferd im Turniersport zu etablieren. Klar ist jedoch, dass die Beurteilung, ob pferdegerecht, auffällig oder nicht, auch weiterhin eine Gratwanderung bleibt, die von Richtern und Stewards viel Fingerspitzengefühl abverlangt.
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