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23.05.2013

Abschied von Little Genious Brokki

Am 20. Mai musste das ehemalige „Cover-Pony“ der Pferderevue (Ausgabe 7/1995) aufgrund einer Weideverletzung im Alter von 29 Jahren eingeschläfert werden. Was bleibt sind die Erinnerungen die wahrscheinlich außergewöhnlichste Weidemischung Österreichs.

Ein eingespieltes Team: Marguerita Fuller (aka Wagner) und ihr genialer Isi-Araber-Mix Little Genious Brokki posierten 1995 für ein Porträt in der Pferderevue. © Pertr Blaha
"Jetzt, nach Brokkis Tod, kommt mir wieder richtig ins Bewusstsein, wie sehr er mein Leben geprägt hat - ohne ihn wäre ich nicht das, was ich heute bin", sagt Marguerita Fuller über ihren außergewöhnlichen Langzeitgefährten.
© Pertr Blaha
Eine bewegte Geschichte prägt das Leben und Wirken von Little Genious Brokki und dessen Frauchen Marguerita Fuller (ehemals Wagner). Er war beinahe in allen Reitsportdisziplinen zuhause – und auch in all diesen siegreich unterwegs. Da er kein „reiner Isländer“ war, ein Schuss Araber lag ihm im Blut, durfte er ja an den rassetypischen Bewerben nicht teilnehmen (obwohl er auch tölten konnte).

Seine größten Erfolge erzielte er im Westernreiten – und auch hier in allen Disziplinen. So gewann er bei der ersten überhaupt in der Steiermark stattfindenden Landesmeisterschaft für Westernreiten gleich zweimal Gold – und zwar in der Königsdisziplin „Reining“ und auch den „All Around“ Titel, Silber im Trail . 1993 wurde er österreichischer Vizemeister im „Trail“ und 1994 österreichischer Meister.  Disziplinen wie „Superhorse“ und „Freestyle Reining“ gehörten ebenfalls zu den Spezialitäten des Paares.

Regelmäßig nahmen Marguerita und Brokki auch an Dressurbewerben teil – natürlich auch häufig platziert – sowie an Distanzrennen. Der Distanzsport sollte später die Primär-Disziplin von Frauchen Marguerita werden (u.a. Finalistin WEG Aachen 2006). Der Einstieg mit Brokki brachte auch zwei Siege – was die Western- und gleichzeitig auch Distanzrichterin Dr. Hilde Jarc zur Aussage verleitete: „Musst du überall gwinnen, wo du hinkommst?“

Zur absoluten Berühmtheit avancierte das geniale Pony jedoch mit seinem Sieg beim „Rennen um das schnellst Pferd Österreichs“ über 400 Meter.  Er war an Kampfgeist einfach nicht zu überbieten, immer bei der Sache und voll auf seine Aufgabe konzentriert. Er konnte eine  Westernaufgabe absolvieren und eine Minute darauf eine A-Dressur gehen und umgekehrt – Brokki hatte alles im Kopf. Auch die – für eine Islandpferd sehr seltenen – fliegenden Galoppwechsel lernte er und war dadurch auch im Bewerb „Western Riding“ bei jeder Meisterschaft im Finale.

Nach einer Weideverletzung 1995 wurde er nur mehr schonend bei Showvorführungen eingesetzt, was ihm auch großen Spaß machte. Er war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, das beste Beispiel:

Marguerita beabsichtigte die Lizenz R1 zu machen. Zwei Tage vor der Prüfung  bekamen sie und ihr „Royal Russian Mungo“ aber Angst vor den Sprüngen. Was tun? Absagen?....Nein, dachte Marguerite –  „ich hab da ja noch ein Superpony auf der Weide – und es gibt doch auch eine RD1“. Sie holte Samstag Brokki von der Weide, probierte die Aufgabe auf der Wiese – null Problem für ein Genie. Sonntag wurde die Prüfung fehlerlos runter“gebrokkelt“…Fehler gab’s ja, wenn, nur bei Frauchen ...

Die letzten Jahre verbrachte Brokki auf der Weide, hin und wieder wurde er auch geritten (zu seinem Geburtstag  z.B.)  und vor wenigen Monaten gab er noch eine kleine Showvorführung für Margueritas Schwester, die aus London angereist war. Kleine Streiche von Brokki sorgten immer wieder für Abwechslung bei seinem Frauchen (so knackte er die Tür zur Futterkammer und überlebte die Fressorgie sogar …)

Besonders dankbar ist Marguerita jedoch dafür, was sie durch und von Brokki über Pferde gelernt hat. Dieses Wissen bleibt, und der Platz im Herzen ist für die Ewigkeit.
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