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05.11.2013

Abschied von einem der ganz Großen: Georg Wahl gestorben

Oberbereiter Georg Wahl ist gestern im Alter von 93 Jahren in seinem Heim, inmitten seiner Pferde und seiner Hunde, verschieden. Er war der letzte große Zeuge der Ära Podhajsky.

Georg Wahl wurde weltweit als großer Ausbilder und Meister der klassischen Dressur geschätzt wie kaum ein anderer. © Spanische Hofreitschule - Bundesgestüt Piber, GÖR, Herbert Graf
Georg Wahl wurde weltweit als großer Ausbilder und Meister der klassischen Dressur geschätzt wie kaum ein anderer. Zu seinen erfolgreichen SchülerInnen zählen neben seiner Lebensgefährtin Christine Stückelberger unter anderen auch OEPS Präsidentin und Olympiasiegerin Sissy Max-Theurer sowie Evelyn Haim-Swarovski.
© Spanische Hofreitschule - Bundesgestüt Piber, GÖR, Herbert Graf
1940 kam der damals 20-jährige Georg Wahl auf Betreiben von Oberst Alois Podhajsky an die Spanische, musste 1944 noch an die ungarische Front, kehrte aber nach Kriegsende wieder an seine geliebte „Spanische“ zurück, wo er bis 1951 blieb. 1952 zog es ihn dann in die Schweiz, wo er mit Fredy Knie sen. arbeitete und viel von ihm lernte, 1956 macht er sich als Ausbilder und Trainer selbständig. Von 1967 bis 1971 wirkte er nochmals an der Spanischen Hofreitschule, diesmal als Oberbereiter. Bis zum Schluss genoss er den Ruf als der DER Ausbilder junger und schwieriger Hengste, noch heute wird nach seiner Tradition gearbeitet.

Bekannt, ja berühmt wurde Georg Wahl auch außerhalb der Spanischen - nicht als Reiter, sondern als Ausbilder. Als Vertreter der klassischen Lehre, für die er sich all die Jahre einsetzte, hat er sich um die Erhaltung und Weitergabe der Reitkunst höchst verdient gemacht. Die größten sportlichen Erfolge feierte er mit seiner Schülerin und späteren Lebensgefährtin Christine Stückelberger, gemeinsam förderten sie unvergessene Pferde wie Mary Boy, Granat II, Gauguin de Lully und Aquamarin bis zu den höchsten internationalen Erfolgen. 1975 wurde Christine Stückelberger Europameisterin, 1976 holte sie olympisches Einzel-Gold in Montreal, 1978 wurde sie Weltmeisterin, 1988 Weltcupsiegerin – um nur einige ihrer größten Erfolge zu nennen.

Wahls untrüglichen Blick und seine Konsequenz konnten viele Reiterinnen und Reiter bis zuletzt nutzen. Die Pferdewelt hat einen großen Verlust zu verzeichnen.