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20.08.2013

Acht Hoffnungen für rot-weiß-rot

Ohne Probleme absolvierten die beiden österreichischen Teams ihre Veterinär-Checks, alle acht Pferde erhielten von den Stewards die Startberechtigung. Damit kann sich die rot-weiß-rote Mannschaft voll auf das Geschehen im Viereck konzentrieren.

Österreichs Dressur-Equipe ist bester Laune. v.l.n.r.: Vici Max-Theurer, Karin Kosak, Renate Voglsang, Equipe-Chefin Diana Wünschek und Andrea John, die morgen als erste des heimischen Teams ins Dressurstadion von Herning einreiten wird. © Ernst Kopica
Österreichs Dressur-Equipe ist bester Laune. v.l.n.r.: Vici Max-Theurer, Karin Kosak, Renate Voglsang, Equipe-Chefin Diana Wünschek und Andrea John, die morgen als erste des heimischen Teams ins Dressurstadion von Herning einreiten wird.
© Ernst Kopica
Im Anschluss an die Verfassungsprüfung nahmen sich die vier Dressur-Reiterinnen im Schatten des MHC-Stadions von Herning viel Zeit für ein Pressegespräch, an dem auch die Equipe-Chefin Diana Wünschek, OEPS-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer und Tierärztin Uschi Barth teilnahmen. Die Vorfreude auf die kommenden Tage war den Aktiven jedenfalls am Gesicht abzulesen, Nervosität war in dieser Runde ein Fremdwort. Auch bei Karin Kosak, die erst einmal bei den Jungen Reitern in Polen in einem großen Championat an den Start ging und hier ihr Debüt bei einer Senioren-Europameisterschaft feiert: „Derzeit freue ich mich einfach nur auf den Grand Prix, nervös bin ich noch nicht!“ Sie hat auch den kürzesten Weg zu den Stallungen, da sie mit ihrem Wohnmobil am Campingplatz neben dem Stadion stationiert ist.
Auch die österreichsiche Presse ist in Herning mit dabei: OEPS-Pressemann Daniel Winkler und Reitsportnews und GHPC-Presselady Ruth Büchlmann. © Ernst Kopica
Auch die österreichsiche Presse ist in Herning mit dabei: OEPS-Pressemann Daniel Winkler und Reitsportnews und GHPC-Presselady Ruth Büchlmann.
© Ernst Kopica
Die beiden in Deutschland lebenden Österreicherinnen Renate Voglsang und Andrea John reisten gemeinsam nach Dänemark und teilten sich dafür einen komfortablen Jerich-Transporter. Übernachtet wurde in Nörten-Hardenberg und am Ende der Fahrt waren Johns 12jähriger Wallach Esperanto und Voglsangs 14jähriger Hengst Fabriano dicke Freunde geworden. Auch die Chancen-Einschätzungen und Erwartungshaltungen der beiden Reiterinnen sind ähnlich. „Ich möchte einfach eine gute Leistung zeigen und als erste Teilnehmerin des Teams eine solide Basis liefern,“ gibt sich Andrea John optimistisch. Und Renate Voglsang, die ja seit London 2012 enorm an Selbstvertrauen gewonnen hat, bleibt ebenso cool: „Es ist toll, dass wir hier als Team an den Start gehen können. Mal schauen, wie weit wir kommen!“
Die EM-Debütanten im Seniorenlager, Karin Kosak und Lucy"s Day beim Vet-Check. Für die beiden wird es morgen Mittwoch das erste Mal mit dem Grand Prix de Dressage spannend. © Tomas Holcbecher
Die EM-Debütanten im Seniorenlager, Karin Kosak und Lucy"s Day beim Vet-Check. Für die beiden wird es morgen Mittwoch das erste Mal mit dem Grand Prix de Dressage spannend.
© Tomas Holcbecher
Die größte Routine, was Championate betrifft, hat natürlich Victoria Max-Theurer, die wieder auf ihren 13jährigen Oldenburger Hengst Augustin vertraut: „Es ist super, dass es in Herning nicht nur Dressurbewerbe gibt, sondern auch die Springreiter und Para-Dressur-Reiter ihre Europameister küren.“ Ihre Mutter Elisabeth hat Dänemark jedenfalls in bester Erinnerung, holte sie sich doch 1979 in Aarhus mit Mon Cherie den EM-Titel.
Fit to compete und super drauf: Renate Voglsangs Westfalenhengst Fabriano © Ernst Kopica
Fit to compete und super drauf: Renate Voglsangs Westfalenhengst Fabriano
© Ernst Kopica
Dressur-Equipechefin Diana Wünschek begründete ihre Startreihenfolge nach den Eindrücken beim Morgentraining: „Beginnen wird Andrea John, da ihr Esperanto ein wenig nervös war, dann folgt Karin Kosak. Am zweiten Tag wird Renate Voglsang ins Viereck gehen und Vici Max-Theurer ist unsere Schlussreiterin!“ Eine Prognose über das Abschneiden ihrer Mannschaft wollte sie aber nicht wagen.
Premiere in Herning: Erstmals bringt Österreich auch ein Para-Team bei einer EM an den Start. © Ernst Kopica
Premiere in Herning: Erstmals bringt Österreich auch ein Para-Team bei einer EM an den Start.
© Ernst Kopica
Ebenso relaxt ging es bei den Para-Reitern zu, das erste Mannschaftsauftreten bei einer EM sorgt für zusätzliche Motivation beim Österreicherquartett. Absolute Nummer 1 im Team ist Pepo Puch, der mit Fine Feeling im Grade Ib antritt, Thomas Haller (auf Diorella) vertritt die rot-weiß-roten Farben im Grade II. Debütant Bernd Brugger (mit Denigo im Grade III) zeigt sich vom Drumherum ein wenig beeindruckt und Jutta Rus-Machan (Grade IV) präsentierte stolz ihre Fuchs-Stute Prada, die zwar nicht die gleiche Farbe wie Totilas hat, dafür mit Gribaldi aber den gleichen Vater.

Auf den Schuh gekommen

Die dänischen Reiterinnen und Reiter sorgen bei ihrer Heim-EM mit ihrem modischen Schuhwerk für Furore: Knallrot und topgestylt! Kein Wunder, heißt doch der Hauptsponsor dieser Europameisterschaften ECCO. Und ECCO ist einfach DIE Schuhmarke in Dänemark. Gegründet wurde das heute in 91 Ländern agierende Unternehmen im Jahr 1963 von Karl Toosbuy. Mittlerweile beschäftigt der weiterhin in Familienbesitz befindliche Marktführer 19.500 Angestellte, Der Kerngeschäftsbereich sind Schuhe, bei denen die Sohlen unter Druck direkt auf die vorgeformten Oberteile gespritzt werden. Jährlich werden 15 Millionen Schuhe verkauft und der Umsatz liegt weltweit bei rund 600 Millionen Euro. Aufsichtsratsvorsitzende von ECCO ist Hanni Toosbuy-Kasprzak, die Tochter des Unternehmensgründers, ihr Ehemann ist Vorsitzender der Geschäftsführung. Und deren 23jährige Tochter Anna Kasprzak sorgte 2011 für Schlagzeilen, als sie den früher unter Christoph Koschel erfolgreichen Donnperignon in den Stall bekam. Seither gehört sie dem dänischen Dressur-Team an und wurde heuer erstmals auch Meisterin ihres Landes. In Herning soll sie gemeinsam mit Andreas Helgstrand, Nathalie zu Sayn-Wittgenstein und Lone Larsen für eine Mannschaftsmedaille sorgen.
Modisch auf dem Weg zur Medaille? Anna Kasprzak und Donnperignon © Tomas Holcbecher
Modisch auf dem Weg zur Medaille? Anna Kasprzak und Donnperignon
© Tomas Holcbecher
Das Sponsorship von ECCO zeigte natürlich auch Auswirkungen auf die Championats-Organisation. Der zum zehnten Mal an einer Europameisterschaft teilnehmende Ludger Beerbaum sprach aus der Praxis: „Man muss sich allein die Aufteilung der Abreitplätze ansehen, da sind die Dressurreiter eindeutig bevorzugt!“ Aber auch sonst stellte sich die Lage im deutschen Springreiter-Team als nicht gerade friktionsfrei dar: Marcus Ehning schmollt über sein Reservistendasein („Natürlich enttäuscht mich das!“) und EM-Debütant Daniel Deusser hat noch eine Klage auf Verdienstentgang gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung aufrecht, da er wegen seiner Doping-Affäre vor fünf Jahren gesperrt worden war.
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