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22.04.2012

Adelinde Cornelissen macht’s wieder

Nach 2011 holte die Niederländerin Adelinde Cornelissen gestern, Samstag, erneut den Sieg im Weltcup der Dressurreiter. Damit gab es zwar keine große Überraschung, spannend war die Entscheidung aber allemal.

Adelinde Cornelissen und Parzival gewinnen das Weltcupfinale der Dressurreiter 2012 © Kit Houghton/FEI
Die neue, alte Weltcupsiegerin Adelinde Conrelissen und ihr Jerich Parzival,
© Kit Houghton/FEI
Denn der Sieg fiel nicht ganz so überlegen aus, wie manch einer vielleicht erwartet hätte. Die Deutsche Helen Langehanenberg und ihr großartiger Dunkelfuchshengst Damon Hill lieferten sich mit Adelinde Cornelissen und ihrem langbeinigen Parzival ein packendes Duell. Kaum mehr als ein Prozent trennte die beiden Reiterinnen schlussendlich.

Die Vorjahressieger zeigten sich gewohnt souverän. Im Moment sind Adelinde Cornelissen und ihr 15-jähriger KWPN-Wallach das Paar mit den wenigsten Fehler. Auch wenn die beiden nach wie vor besonders Leichtigkeit vermissen lassen, präsentieren sich Pferd und Reiterin trotz schwierigsten Lektionenfolgen ungemein sicher. 86,250 Prozent gab es für die gelernte Englischlehrerin aus den Niederlanden, fünf von sieben Richtern sahen sie und Parzival auf Platz eins, wäre es nach F-Richter Gary Rockwell aus den USA gegangen, hätte die Darbeitung sogar 89,625 Prozent verdient.

Doch die Konkurrenz ist in Lauerposition, allen voran Helen Langehanenberg und Damon Hill. „Das war spitze! Damon Hill hat alles fast wie auf Knopfdruck gemacht. Er spielte regelrecht mit den Lektionen und gab mir das Gefühl, dass es ihn nicht einmal anstrengt,“ zeigte sich Helen Langehanenberg höchst zufrieden mit ihrem vierbeinigen Partner. 85,214 Prozent gab es für die Präsentation der beiden, ein persönlicher Rekord. Und das zu Recht, denn die zierliche Helen Langehanenberg und ihr zwölfjährige Donnerhall-Rubinstein-Sohn Damon Hill liefen in s’Hertogenbosch zu wahrer Höchstform. Einmal mehr bewies das Paar dass Dressurreiten auch in der höchsten Klasse wirklich schön anzusehen sein kann. Der imposante Fuchs zeigte sich während der gesamten Prüfung zufrieden und losgelassen, die Anlehnung blieb trotz hohen Schwierigkeitsgrades stets fein – das war einfach ein harmonisches Miteinander, wie man es in der Dressur gerne sehen möchte. War Damon Hill vor einiger Zeit in den Prüfungen immer wieder etwas zu tief gekommen, scheint der Hengst nun genügend Kraft und Kondition aufgebaut zu haben um auch schwierigen Lektionen mit großer Dynamik und Energie zu zeigen – und das über die gesamte Prüfung hinweg.
Helen Langehanenberg und Damon Hill beim Weltcupfinale in s"Hertogenbosch 2012 © Kit Houghton/FEI
Was für ein schönes Paar: Helen Langehanenberg und Damon Hill zeigen Dressur, wie man sie besonders gerne sieht.
© Kit Houghton/FEI
Dass die Deutsche in dieser Form eine ernstzunehmende Konkurrentin für Adelinde Cornelissen gerade im Hinblick auf die Olympischen Spielen im Sommer dieses Jahres sein wird, bestätigt auch der holländische Chefrichter Ghislain Fouarge: „Helen ist eine sehr elegante Reiterin und könnte Adelinde momentan mit Leichtigkeit schlagen, wenn alles gut läuft.“

Auf Platz drei reihte sich die Italienerin Valentina Truppa im Sattel ihres Eremo del Castagno  mit 81,232 Prozent ein. Dahinter konnte sich Isabell Werth (GER) mit El Santo NRW nach einem völlig verpatzen Grand Prix am Freitag deutlich steigern und noch einen versöhnlichen vierten Rang herausreiten – eine Leistung, die umso höher einzuschätzen ist, zumal das für Paar nach wie vor praktisch keine Piaffen zeigt. Die guten Leistungen der deutschen Reiterinnen waren auch ein kleines Trostpflaster nach dem überraschenden Tod des Bundestrainers, Holger Schmezer, am Donnerstag. „Das war heute endlich wieder ein guter Tag für Deutschland“, bemerkte sein Nachfolger, Jonny Hilberath, dem die Trauer um seinen Trainerkollegen und guten Freund noch deutlich anzumerken war.

Der vom Kärtner Glock Horse Performance Center gesponserte Niederländer Hans-Peter Minderhoud ritt mit Glock's Tango auf den sechsten Platz (76,125).
Valentina Truppa und Eremo del Castagno © Kit Houghton/FEI
Lieferten den dritten Ritt über der 80-Prozent-Marke: die Italienerin Valentina Truppa und Eremo del Castagno
© Kit Houghton/FEI

"Niemand will Blut sehen"

Höchst enttäuschend verlief das Weltcupfinale für die Polin Katarzyna Milczarek, die wegen blutiger Flanken ihres Pferdes ausgeschlossen wurde. “Es ist immer schade jemanden auszuschließen”, sagte Chefrichter Ghislain Fouarge im Interview, fügte jedoch ergänzend hinzu, “aber niemand möchte Blut am Pferd sehen.“

Ergebnis Weltcupfinale Dressur 2012

1. Parzival - Adelinde Cornelissen (NED) - 86,250 Prozent
2. Damon Hill - Helen Langehanenberg (GER) - 85,214
3. Eremo del Castagno - Valentina Truppa (ITA) -  81,232
4. El Santo NRW - Isabell Werth (GER) - 79,965
5. Hiscox Artemis - Richard Davison (GBR) - 78,521
6. Glock’s Tango - Hans Peter Minderhoud (NED)  76,125
7. Girasol - Nadine Capellmann (GER) - 75,625
8. Toy Story - Patrik Kittel (SWE) - 75,428
9. Don Aurelio - Tinne Vilhelmson-Silfven (SWE) 74,393
10. FBW De Vito - Lone Jörgensen (DEN) - 73,464

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