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21.08.2011

Adelinde holt Doppelgold

Mit persönlichen Bestnoten holte die 32-jährige Niederländerin Adelinde Cornelissen nach Gold im Spécial auch den EM-Titel in der Kür und krönte sich damit zur Dressurkönigin bei ihrer Heim-EM.

Die Sieger der EM-Kür in Rotterdam © Peter Nixon/FEI
Von links nach rechts: Carl Hester (Silber), Adelinde Cornelissen (Gold), Patrik Kittel (Bronze)
© Peter Nixon/FEI
Es hatte sich im Spécial bereits angekündigt: Adelinde Cornelissen und ihr beständiger und routinierter Fuchswallach Parzival sind derzeit schwer zu schlagen. Während den meisten Konkurrenten die Anstrengung der vorangegangenen Prüfungen teilweise deutlich anzumerken war, lief Parzival wie ein Uhrwerk und schien Kraft ohne Ende zu haben. Fehler passierten dem Paar praktisch keine, die Kür war technisch sehr anspruchsvoll und sauber geritten.
Adelinde Cornelissen und Parzival holen Gold in der EM-Kür © Peter Nixon/FEI
Souverän holten Adelinde Cornelissen und Jerich Parzival mit einer fehlerlosen Kür erneut EM-Gold.
© Peter Nixon/FEI
Dass Cornelissens Pferd auch bei diesem Ritt den strammen Zügelzug seiner Reiterin mit oft aufgerissenem Maul quittierte und so gut wie nie die Gelegenheit zur Rahmenerweiterung bekam, fiel bei der Bewertung durch das Richtergremium offenbar nicht ins Gewicht. 88,768 bedeuteten nicht nur Cornelissens neue persönliche Bestmarke, sondern auch die Goldmedaille dieses Bewerbs.

"Parzival war auch heute wieder gut, so wie er es schon das ganze Wochenende über war. Und heute war ich selbst auch gut! Als wir in die Prüfung ritten hob er seinen Kopf, richtet die Ohren nach vorne und ich musste ihm sagen – bloß nicht übermütig werden, vor uns liegt noch ein Stück Arbeit“, erzählte die neue Küreuropameisterin schmunzelnd nach ihrem Siegesritt.

Silber für feines Reiten

Hinter Cornelissen reihten sich wie schon im Spécial der Brite Carl Hester und sein Uthopia ein. Beide ritten diese Kür zum ersten Mal und auch die Musik war neu. Erneut stach dieses Paar durch seine Leichtigkeit und Harmonie aus dem übrigen Teilnehmerfeld hervor.
Carl Hester und Uthopia holen Silber in der EM-Kür © Peter Nixon/FEI
So soll Dressurreiten aussehen - das findet auch Chef-Dressurrichter Ghislain Fourage und beglückwünscht Carl Hester zu seiner zweiten Silbermedaille bei dieser EM.
© Peter Nixon/FEI
Kaum ein Pferd wird so korrekt vorgestellt wie Uthopia, der so gut wie nie zu eng oder überzäumt zu sehen ist. Doch der zehnjährigen Rappen wirkte etwas müde, in manchen Lektionen vermisste man die Mühelosigkeit, die er noch im Grand Prix am Donnerstag gezeigt hatte. Die Piaffen waren nicht mehr ganz so glanzvoll und die doppelte Galopppirouette nach rechts fiel deutlich zu groß aus. 84,179 Prozent bedeuteten für das neue Sensationspaar dennoch den ausgezeichneten zweiten Rang und damit die zweite Einzel-Silbermedaille dieser EM.

Ein großes Kompliment für Hester und seine Schülerin, die ebenfalls sehr erfolgreiche Charlotte Dujardin, gab es von FEI Chefrichter Ghislain Fouarge: "Ich möchte Carl und Charlotte ein großes Kompliment aussprechen – ihre Art zu reiten ist einfach wundervoll und repräsentiert genau das, was wir in diesem Sport sehen möchten."
Patrik Kittel und Scandic gewinnen die Bronzemedaille in der EM-Kür © Peter Nixon/FEI
Patrik Kittel und sein Watermill Scandic überraschten mit einer gelungen Kür, die für die beiden den Bronzerang bedeutete.
© Peter Nixon/FEI

Bronze für Schweden

Die Überraschung dieses Kürbewerbes lieferte der Schwede Patrick Kittel mit seinem Hengst Scandic. Mit einer sauber gerittenen Vorstellung, in der der zwölfjährige Fuchs seine Stärken in den Piaffen und Passagen voll ausspielen konnte, erritt das Paar 83,429 Prozent, die die erste Einzelmedaille für den Schweden bedeuteten.

Totilas großer Fall

Es waren einfach nicht die Europameisterschaften des teuersten Dressurhengstes der Welt. Während man beim CHIO in Aachen noch den Eindruck gewinnen konnte, dass Totilas und Matthias-Alexander Rath schon ganz gut zusammengefunden hätten, vermittelte das Paar während den vergangenen Tagen ein gegenteiliges Bild. Nach den deutlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Pferd und Reiter im Spécial wollte Rath in der Kür auf Nummer sicher gehen. Entsprechend eng war Totilas eingestellt, entsprechend kurz der Zügel. Zwar konnte Rath damit Widersetzlichkeiten des Hengstes verhindern, doch während des gesamten Rittes vermisste man jegliche Spur von Leichtigkeit. Die Passagen, die zweifellos immer noch sehr ausdrucksstark gelingen, wirkten vergleichweise mühevoll, Totilas arbeitete deutlich mit dem gesamten Hals mit, auch in den Piaffen. Und auch in diesem Ritt entpuppten sich die Wechsel ein weiteres Mal als eine der größten Baustellen dieses Paares. Sowohl in den Zweierwechseln als auch in den Einer-Changements passierten Fehler, die viele Punkte kosteten und die Wertung auf 81,696 hinabrissen, die letztendlich nur den enttäuschenden fünften Rang bedeuteten.

Auf Raths Vorstellung angesprochen analysierte Fourage: „Gestern war Totilas zu eng im Hals und im Genick und etwas spannig, heute war es ähnlich. Aber man darf nicht vergessen, dass die beiden erst auf fünf Turnieren miteinander gestartet sind. Die beiden brauchen mehr Zeit um zusammenzufinden. Matthias ist ein guter Reiter und jeder kennt Totilas.“ Auf ein besseres Ergebnis beim nächsten Großevent, den Olympischen Spielen im Mai kommenden Jahres, hofft wohl auch der Totilas-Tross. Vielleicht finden dann auch die vielen Merchandising-Artikel mit dem Konterfei des schwarzen Superstars wieder besseren Absatz als in Rotterdam.

Ergebnisse FEI Dressur Europameisterschaft - Kür

1. Adelinde Cornelissen (NED) - Jerich Parzival - 88,839
2. Carl Hester (GBR) - Uthopia - 84,173
3. Patrik Kittel (SWE) - Watermill Scandic - 83,429
4. Laura Bechtolsheimer (GBR) - Mistral Hojris - 83,018
5. Matthias Rath (GER) - Totilas - 81,696
6. Juan Manuel Muñoz Diaz (ESP) Fuego de Cardenas - 80,982
7. Isabell Werth (GER) - El Santo NRW - 80,536
8. Helen Langehanenberg (GER) - Damon Hill - 80,446
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