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19.04.2017

Auch auf Facebook: Pferde inserieren verboten

Der Online-Handel mit Tieren wird zunehmend erschwert. Nicht nur in Österreich. Facebook schreitet weltweit immer häufiger gegen Tierinserate ein.

Laut Facebook-Handelsrichtlinie sind Tier-Inserate auf der Plattform verboten. Trotzdem finden alljährlich zigtausende Pferde mithilfe des sozialen Netwerks neue Besitzer. © contrastwerkstatt - fotolia.com
Laut Facebook-Handelsrichtlinie sind Tier-Inserate auf der Plattform verboten. Trotzdem finden alljährlich zigtausende Pferde mithilfe des sozialen Netwerks neue Besitzer.
© contrastwerkstatt - fotolia.com
Der Vorreiter unter den sozialen Netzwerken bezieht im Zusammenhang mit dem Online-Handel von Tieren eine unmissverständliche Position: Wie unter Punkt fünf der Handeslrichtlinie vermerkt, ist der Verkauf von Tieren auf Facebook verboten. Zwar gilt dieses Verbot bereits seit geraumer Zeit, dennoch hat sich der Social Media Gigant in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Plattformen für Züchter, Händler und Private entwickelt.

Doch in jüngster Zeit scheint sich Facebook vermehrt auf die eigene Richtlinie zu besinnen. Immer häufiger werden Tieranzeigen vom Netz genommen. Sehr zum Missfallen vieler User, die mit Petitionen nun dagegen ankämpfen.

Eine davon wurde auf Initiative des Kanadiers Russell Mcpherson gegründet. Sein Ziel ist es, das  Tierhandelsverbot auf Facebook so bald als möglich vollständig aufzuheben. Die Gründe, die er dafür in die Waagschale wirft, sind gewichtig: „Dieses Verkaufsverbot wird nur dazu führen, dass mehr Pferde beim Schlachter landen und Hunde und Katzen ausgesetzt oder getötet werden“, ist Mcpherson überzeugt. „Kleine, seriöse Züchter verlieren dadurch ihren wichtigsten Marktplatz um ihre Tiere an gute Plätze zu vermitteln. Sie werden gezwungen künftig auf weit riskantere Alternativen wie etwa Auktionen auszuweichen.“

Zwielichtige Massenzuchtbetriebe für Hunde- und Katzenwelpen könne man durch ein Verbot ohnedies nicht das Handwerk legen, so Mcpherson. „Sie werden weitermachen wie bisher und sich ihr Geld bei schlecht informierten Menschen holen."

Inzwischen haben sich über 34.000 Unterstützer der Petition angeschlossen, die an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg übergeben werden soll.
Widerstand formiert sich auch im sozialen Netzwerk selbst. In zahlreichen Gruppen setzt man sich für die Aufhebung des Tierhandelsverbots ein, so auch in der geschlossenen Gruppe „Horse Sales / Revoke FB Ban!!“. Unter den über 10.000 Mitgliedern ist das Unverständnis über die Richtlinie groß. „Dass ich das richtig verstehe: Facebook verbietet es mir, dass ich mein Pferd inseriere, Mord und Totschlag stehen aber auf der Tagesordnung?“, macht Facebook-Userin Leslie Gossett aus den Vereinigten Staaten ihrem Ärger Luft. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da, wie unzählige Reaktionen zeigen.

Für die meisten steht fest: Auch wenn Facebook Tieranzeigen aktuell noch sehr inkonsistent behandelt, scheinbar beliebig löscht, während andere unbehelligt bleiben, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis mehr Inserenten betroffen sein werden. Denn bei Facebook signalisiert man vorerst keinerlei Interesse an einer Kursänderung. „Unserer Handelsrichtlinie nach ist der Verkauf von Tieren auf der Plattform verboten. Posts die Tiere zum Verkauf oder auch zur „Adoption“ anbieten, stellen eine Verletzung unserer Richtlinien dar und werden vom Netz genommen.“ Für eine konsequentere Umsetzung bittet das Netzwerk um die Mithilfe seiner User. Wer entsprechende Anzeigen bemerke, solle diese dem Help Center melden. Ob sich allerdings viele Nutzer finden werden, die Facebook bei dem Feldzug gegen den Online-Tierhandel unterstützen, wird sich zeigen.

ps
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