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29.11.2013

Australien: Der Tod kommt mit dem Helikopter

Anlässlich einer Kontrollaktion ließ die Regierung in den vergangenen Tagen tausende Wildpferde im zentralaustralischen Raum abschießen. Grund sei die Überpopulation und die drohende Hungersnot der Tiere.

Die brutale Vorgehensweise, die Pferde mit Gewehren vom Hubschrauber aus abzuschießen, löst weltweit unter Tierschützern und Pferdefreunden heftige Kritik aus. © John Casey - fotolia.com
Die brutale Vorgehensweise, die Pferde mit Gewehren vom Hubschrauber aus abzuschießen, löst weltweit unter Tierschützern und Pferdefreunden heftige Kritik aus.
© John Casey - fotolia.com
Die Zahl der derzeit in Australien wild lebenden Brumbys wird auf mehrere zehntausend geschätzt. Sie sind die Nachkommen einst domestizierter Pferde, die nach dem Goldrausch in der Mitte des 19. Jahrhunderts freigelassen wurden. Weil sie sich in den vergangenen Jahrhunderten immer rascher vermehrten, werden die kleinen robusten Pferde von der Bevölkerung und der Regierung mittlerweile als Plage angesehen. Sowohl Nationalparkbehörden als auch Bauern klagen, dass die Herden mit ihren harten Hufen erheblichen Anteil an der zunehmenden Versteppung ganzer Landstriche hätten. Die dadurch bedingten Ernteausfälle reichen in die Millionenhöhe. 

Der Landschaftsschutz soll allerdings nicht vordergründig Anlass für die Abschussaktion gegeben haben, heißt es vonseiten der Behörden. Vielmehr habe der Mangel an Regen und Wasser im australischen Outback zu einem drastischen Rückgang der Futtergräser geführt, sodass hunderte Pferde bereits völlig erschöpft und tlw. schwer krank seien. Auf ihrer verzweifelten Suche nach Wasser würden sie immer häufiger in besiedelte Gebiete vordringen und dabei Schäden an der Infrastruktur verursachen. Zudem klagen die Bewohner, dassviele von ihnen ihre natürliche Scheu verloren hätten und sich Menschen gegenüber sogar aggressiv verhalten würden. "Es mag nicht das Netteste sein, was man mit den Tieren macht, aber der Abschuss stellt sicher, dass sie nicht verhungern“, meint Tankstellenbesitzer Jake Alcock aus Yuendumu.

Regierung macht es sich zu einfach

Das sehen Tierschützer naturgemäß anders. Regelmäßig geben derartige Massentötungen Anlass für heftige Proteste, nicht nur in Australien, sondern in aller Welt. Der martialische Abschuss der Wildpferde mittels Helikopter sei für die Behörden zwar bequem, bei weitem aber nicht die beste Lösung, vor allem nicht für die Tiere. So hätte die australische Regierung die explosionsartige Vermehrung der Wildpferdepopulation auch mittels Geburtenkontrolle durch Schwangerschaftsverhütung in den Griff bekommen können. Zudem gibt es Projekte, wie jene der Australian Brumby Alliance, die sich um eine Umsiedlung der Pferde und anschließende Vermittlung an private Eigentümer bemühen. Die gerne als schnelle und saubere Tötung beworbene Tötung sei zudem häufig alles andere als „tierfreundlich“. Nicht selten würden angeschossene Tiere noch tagelang überleben bevor sie einen qualvollen Tod sterben. Ein Grund, warum der Hubschrauber-Abschuss in der Region um New South Wales mittlerweile verboten wurde.

Quelle

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