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03.06.2012

Balve: Langehanenberg holt zweiten Titel, Totilas entthront

Trotz Dauerregens und Kälte wurde die Kürprüfung der Deutschen Meisterschaft in Balve zu einem Leckerbissen für Dressursportfreunde. Mit neuem deutschen Rekord gewann Helen Langehanenberg auf Damon Hill nach Gold im Special ihren zweiten Meistertitel in der Kür und positionierte sich klar als neue Nummer eins im deutschen Dressursport. Für Totilas und Matthias Rath gab es neuerlich nur Silber.

Triumphierten in Balve gleich zwei Mal: Balkenhol-Schülerin Helen Langehanenberg und Damon Hill NRW © Balve Optimum - Schupp/Rassman
Triumphierten in Balve gleich zwei Mal: Balkenhol-Schülerin Helen Langehanenberg und Damon Hill NRW
© Balve Optimum - Schupp/Rassman
Ein hochklassigeres Feld hat die Deutsche Meisterschaft der Dressurreiter in Balve noch nie gesehen: Gleich vier Paare erzielten über 80 Prozent in der Kür, Helen Langehanenberg stellte mit ihrem zwölfjährigen Westfalenhengst Damon Hill sogar einen neuen deutschen Rekord auf. Zu original Formel 1 Tonsequenzen à la „Damon Hill, World Champion“ überzeugte der athletische Dunkelfuchs besonders in Piaffe und Passage, sowie beeindruckenden Verstärkungen mit weit unter den Pferdekörper fußendem Hinterbein. 88,4 Prozent lautete das verdiente Ergebnis, und damit die zweite Goldmedaille für die neuen Sterne am deutschen Dressurhimmel. Zum Drüberstreuen gab es für die 30-Jährige aus Havixbeck im Münsterland mit Fürst Khevenhüller, einem zehnjährigen Rheinländer aus dem Besitz von Sissy Max-Theurer, auch noch den Sieg im Nachwuchspferde Grand Prix FN, dem Louisdor-Preis. 

Totilas erneut geschlagen

Nach zwei Mal Gold im Vorjahr reichte es für Matthias Rath und Totilas in diesem Jahr nur noch für zwei Vizemeistertitel. Da half auch die noch einmal adaptierte Musik der neuen Kür zu Klängen von Michael Jackson nichts. Vor dem Hintergrund der Rollkur-Vorwürfe hinterlassen die neu hinzugefügte Textpassage „Totilas is my best friend, gives all he can, my finest dream just comes true…“ die bei jeder Piaffe aus den Lautsprechern ertönte einen etwas schalen Beigeschmack.
Die Entdeckung des Jahres im deutschen Dressursport: Kristina Sprehe und Desperados © Balve Optimum - Schupp/Rassman
Die Entdeckung des Jahres im deutschen Dressursport: Kristina Sprehe und Desperados
© Balve Optimum - Schupp/Rassman
Überhaupt scheint der Totilas-Traum mehr und mehr zum Albtraum zu werden. Unter seinem Vorreiter Edward Gal brach der Hengst einen Rekord nach dem anderen, wurde überlegen Welt- und Europameister – heute, knapp zwei Jahre später reicht es für Rath und das einstige Wunderpferd nicht einmal mehr für den Meistertitel im eigenen Land. Der millionenschwere Rappe patze abermals in den Galoppwechseln, präsentierte sich hingegen gewohnt stark in Piaffen, Passagen und den Pirouetten. 86,75 Prozent bedeuteten den knappen zweiten Platz, den um ein Haar die Neuentdeckungen des Jahres, Kristina Sprehe und Desperados eingeheimst hätten. Mit einer wunderschönen Kür zu mitreißendem Synthie Pop-Sound der 80er Jahre überzeugte das Paar neuerlich durch Leichtigkeit, Eleganz und Präzision. 86,5 Prozent, ein neuer Rekord für die 25-Jährige, die drei der fünf Richter sogar auf dem zweiten Platz gesehen hätten.
 
Platz vier ging an Dorothee Schneider im Sattel ihrer Rappstute Diva Royal (81,7 Prozent) die sich damit überraschend vor Anabel Balkenhol auf Dablino (79,1 Prozent) platzieren konnte.

Enttäuschendes Wochenende für Isabell Werth

Es war nicht das Wochenende der Grande Dame des deutschen Dressursports. Nach ihrem tollen zweiten Platz  mit El Santo beim Finale des World Dressage Masters in München brachte bereits der Grand Prix am Freitag ein altes Problem wieder aufs Tablett: Die Piaffen, die zuletzt schon besser geklappt hatten wollte der elfjährige Ehrentusch-Sohn beim besten Willen nicht zeigen. Damit gab es nur einen fünften Platz für das Paar, Werths zweite Olympiahoffnung, Don Johnson, zog sich während der Prüfung dann auch noch eine Fesselgelenkszerrung zu und musste aufgeben. Im Spécial und der Kür reichte es nach groben Unstimmigkeiten zwischen Werth und ihrem „Ernie El Santo dann nur noch für die Plätze neun und acht. Damit rückt ein Olympiaticket für die 42-Jährige in weite Ferne.

Starkes Team für Aachen

Im Anschluss an die Meisterehrung verkündete Klaus Röser, Vorsitzender des Dressurausschusses des DOKR, das Team für den CHIO Aachen (29.6 bis 8.7): Neben dem Siegertrio des heutigen Tages, Helen Langehanenberg mit Damon Hill, Matthias Alexander Rath mit Totilas und Kristina Sprehe mit Desperados werden Anabel Balkenhol und Dablino das starke deutsche Team vervollständigen. Aachen ist die letzte Sichtung für die Deutschen vor Olympia.

Alle Ergebnisse aus Balve finden Sie hier