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26.11.2014

Beinprothesen sollen Pferdeleben retten

Während Prothesen bei Hunden und Katzen bereits seit einigen Jahren erfolgreich angewendet werden, kommen die meisten Beinbrüche bei Pferden nach wie vor einem Todesurteil gleich. Wenn es nach us-amerikanischen Medizinern geht, soll sich das jedoch bald ändern.

Prothese © Archiv
© Archiv
Bislang gibt es in der Pferdemedizin nur einige wenige Erfolgsstorys im Zusammenhang mit  Beinprothesen. Besonders das große Gewicht der Tiere und die immensen Belastungskräfte, die auf die Gliedmaßen der Vierbeiner wirken, stellen ein bislang kaum zu überwindendes Problem dar. Wann immer eine künstliche Gehhilfe mit Erfolg zum Einsatz kam, handelte es sich beim Patienten um ein kleines und relativ leichtes Tier. Wie im Fall der Zwerg-Eselin Emma, die seit zwei Jahren mit einem künstlichen Bein aus mit Kohlefaser verstärktem Kunststoff ein nahezu normales Eselleben führt. Veterinär Fred Caldwell, der von Beginn an an der Behandlung der 80 Kilogramm schweren Emma beteiligt war, sagt, das Team hoffe, die Erfahrungen auf andere Vierbeiner wie Pferde übertragen zu können. Einige Versuche habe es bereits gegeben, manche erfolgreicher als andere. „Jedes Mal, bei dem wir Erfolg haben, kommen wir dem Punkt näher, an dem wir das irgendwann einmal als potenzielle Routinetherapie anbieten können“, sagt Caldwell, Dozent an der Auburn-Universität.

Mit Nachdruck will Niki Hansen aus Louisiana an dieser Entwicklung arbeiten. Dabei strebt die 35-jährige Studentin der Veterinärmedizin allerdings eine kompliziertere Technik an, als jene die bei Eselin Emma, deren Prothese äußerlich am Stumpf befestigt wird, zur Anwendung kommt. Wie bei Kleintieren bereits erfolgreich getestet, soll eine Titanium-Prothese in den noch intakten Röhrenknochen des Pferdes implantiert und so fix im Bein verankert werden. Bisher scheiterten derartige Versuche an Infektionen, die sich an der Amputationsstelle bildeten und auf andere Bereiche des Körpers ausweiteten. Hansen ist jedoch überzeugt, diesem Problem mit neuen anti-bakterielle Beschichtungen effektiv entgegenzuwirken.

Zahlreiche Ansuchen zur Finanzierung der noch benötigten Forschungen waren bislang erfolglos. In einem Fund-Raising-Projekt will Niki Hansen nun die benötigten 25.000 US-Dollar auf eigene Faust auftreiben. Seit dem Start der Online Spendenaktion Anfang November konnte bereits knapp die Hälfte lukriert werden.

Sobald die finanzielle Seite gesichert ist, will Hansen erste Versuche an toten Pferden vornehmen. Tests an lebenden Versuchsobjekten lehnt die Studentin ab. Ob die Prothesen auch einem 500-Kilo-Pferd standhalten können, soll mittels maschinellem Belastungstest an der Universität von Louisiana geprüft werden. Ob Beinprothesen bei Pferden tatsächlich irgendwann zur Routinetherapie werden, bleibt abzuwarten.

Quelle
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