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26.08.2017

Belinda Weinbauer begeisterte Göteborg

Riesenapplaus vom Publikum gab es für Belinda Weinbauers Freestyle-Kür mit Söhnlein Brilliant. Mit der undankbaren Startnummer 1 legten die beiden eine fehlerfreie Runde hin, die ihnen den 14. Gesamtrang bei der EM einbrachte. Im Kampf um Gold setzte sich Isabell Werth mit Weihegold hauchdünn gegen ihren Mannschaftskollegen Sönke Rothenberger (Cosmo) durch.

Hätte nie mit Rang 14 gerechnet: Belinda Weinbauer auf Söhnlein Brilliant. © Tomas Holcbecher
Hätte nie mit Rang 14 gerechnet: Belinda Weinbauer auf Söhnlein Brilliant.
© Tomas Holcbecher
Die Tribünen des Ullevi-Stadions zeigten sich beim letzten Dressurbewerbs der Woche besser gefüllt als an den Vortagen. Als die Österreicherin zu ihrer bewährten Kür-Musik im Schritt einritt, lachte sogar die Sonne. Söhnlein Brilliant wirkte wesentlich entspannter als im Spécial, auch wenn er nach der Haltparade eine leichten Ruckler hatte. Aber dann ging es mit zwei wunderschönen Piaffen gleich von 0 auf 100, Passage, verstärkter Trab, man spürte es förmlich, dieses Paar genießt diesen EM-Ritt. Es folgte eine ausdrucksvolle Trabverstärkung bevor es bei C in den Schritt ging. Als der Gesang ertönt kaut Söhnlein zufrieden. Die Galopptour mit den von Weinbauer nicht so geliebten Zig-Zags folgt auf den Fuß, starker Galopp, Doppelpirouette, Zweierwechsel, kraftvoller Galopp, Doppelpirouette andersrum, eine Freude der Burgenländerin und ihrem Jerich-Pferd zuzusehen. Schwierigkeiten gab es genug, so zum Beispiel die Einerwechsel auf gebogener Linie. Nach einer Trabverstärkung dann ein Gustostückerl mit einer Piaffepirouette, die in den Galopp überging. Auf der Schlusslinie noch tadellose Zweierwechsel, die Reiterin strahlt, die Zuschauer jubeln, Österreichs Dressursport konnte in Göteborg ein Ausrufezeichen setzen.
74,232 % für eine tolle Kür. © Tomas Holcbecher
74,232 % für eine tolle Kür.
© Tomas Holcbecher
Bei den Wertungsnoten merkte man aber, dass es wohl noch eine Weile dauern wird, bis Weinbauer einen kleinen „Bekanntheitsbonus“ erhält. Umso höher sind daher ihre 74,232 % zu bewerten, mit denen sie den Niederländer Van Silfhout überholen konnte und sich auf Platz 14 klassierte. Fürs Interview musste ein zweiter Versuch her, denn die Burgenländerin wurde nach der Anspannungen der ganzen Woche von den Tränen übermannt: „Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Erst in den Spécial zu kommen und dann noch hier die Kür reiten zu dürfen! Und Söhnlein Brilliant war frisch wie am ersten Tag! Er hat gekämpft für mich, unbeschreiblich!“ Weinbauer konnte ihre Freude kaum unter Kontrolle halten. Gratulation für diese Vorstellung!
"Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen", Belinda Weinbauer begeisterte mit ihrem Söhnlein Brilliant in Göteborg. © Tomas Holcbecher
"Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen", Belinda Weinbauer begeisterte mit ihrem Söhnlein Brilliant in Göteborg.
© Tomas Holcbecher
In der Entscheidung sah man eines der spannendsten Duelle der letzten Jahre. Es war klar, dass der Kampf um Gold nur deutschlandintern ausgefochten wird. Als Sönke Rothenberger dann mit seinem Cosmo durch das Stadion schwebte, blieb kein Auge trocken: Künstlerisch hochstehend, Gänsehautfaktor 10! Für die Musikinterpretation gab es sieben Mal die Höchstnote 10,0. Hatte man schon den neuen Europameister gesehen? Da machte man aber die Rechnung ohne die immer wieder voll motivierte Isabell Werth. Ihre Stute Weihegold glänzte, wenngleich der Funke nicht so recht überspringen wollte. Auch das Schlagermedley der Grand Dame des deutschen Dressursports fesselte jetzt nicht alle in der Arena. Aber keine Frage, auch mit diesem Ritt war Gold möglich. Alles sah gespannt auf die Anzeigetafel: Werths 90,982 % lagen gerade einmal um 0,368 % höher als die Wertung von Rothenberger, die 17. Goldmedaille für Isabell!
Das war knapp: Goldmedaille für Isabell Werth auf Weihegold. © Tomas Holcbecher
Das war knapp: Goldmedaille für Isabell Werth auf Weihegold.
© Tomas Holcbecher

Marathon im Fahren

Volksfestcharakter gab es mittags im Slottskogen-Park, wo der Vierspänner-Marathon gefahren wurde. Vorher mussten die Gespanne die Strecke der Phase A durch die halbe Stadt zurücklegen. Im Park selbst warteten acht originell gebaute Hindernisse, dazwischen spielten vier Blasmusikkapellen, es war einfach ein wunderbarer „Day out“ für die Göteborger. Auch der österreichische Teilnehmer Andreas Ruschitzka genoss diese Stimmung, auch wenn er in der Zwischenwertung auf Rang 21 zurückfiel: „Ein fantastisches Erlebnis. Allein die Anfahrt mitten durch die Stadt durch tausende Menschen. Der Marathon in diesem Park ist der Schönste, den ich je gefahren bin. Sehr faire Hindernisse, schön zum Fahren. Es muss nicht grauslich und eckig sein, es gewinnt sowieso der Schnellste. Vom Park und Publikum her ein Traum, du wirst pausenlos angefeuert. Zwei, drei Fehler, die nicht notwendig gewesen wären, aber ich bin sehr zufrieden. Ich wollte auch nicht wahnsinnig viel riskieren.“
War begeistert von der Marathon-Stimmung: Andreas Ruschitzka mit Groom. © Ernst Kopica
War begeistert von der Marathon-Stimmung: Andreas Ruschitzka mit Groom.
© Ernst Kopica