Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
21.08.2013

Bilderbuchstart für Pepo Puch

So kann es weitergehen: Mit einem tollen Ritt auf seiner Stute Fine Feeling ging Österreichs Medaillenhoffnung Pepo Puch bei den Para-Dressur-Europameisterschaften in Herning nach dem Team-Test in Führung.

Pepo Puch ist mit Fine Feeling auf dem Weg zu einer EM-Medaille. © Tomas Holcbecher
Pepo Puch ist mit Fine Feeling auf dem Weg zu einer EM-Medaille.
© Tomas Holcbecher
Mit so einem gelungenen Auftakt konnte die rot-weiß-rote Equipe natürlich zufrieden sein. Denn mit dem Engländer Ricky Balshaw und der Dänin Stinna Tange Kaastrup gibt es heuer im Grade Ib zwei hochkarätige Gegner. Aber das Londoner Gold-Paar machte keine Fehler und überzeugte die fünf Richter. Pepo selbst war nach seinem ersten Auftritt bei der EM hochzufrieden: „Fine Feeling hätte es nicht besser machen können. Dabei war es in unserem Viereck viel schwieriger zu reiten als im großen Stadion, die Zuseher sind nur zwei Meter entfernt!“
Pepo Puch ist mit seiner Stute Fine Feeling sehr zufrieden. © Tomas Holcbecher
Pepo Puch ist mit seiner Stute Fine Feeling sehr zufrieden.
© Tomas Holcbecher
Die zweite Österreicherin Dr. Jutta Rus-Machan startete mit ihrer großrahmigen Fuchsstute Prada im Grade IV und zeigte ebenfalls eine ansprechende Runde. Die aus Aigen im Ennstal stammende Ärztin konnte mit ihrer Leistung wirklich zufrieden sein, wenn es auch noch ein paar kleine Abstimmungsprobleme gab, da steckt künftig noch mehr Potential drin. Aber das Duo ist auf bestem Weg und hält derzeit in der Weltrangliste auf Platz 12. In Herning gab es für den Team-Test der früheren Vielseitigkeitsreiterin ordentliche 64,024 %. Pepo Puch, der sie ins österreichische Team holte, kennt die Szene genau, besonders im Grade IV geht es hart zu: „Das ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ganz vorne wird enorm profihaft gearbeitet und trainiert, da ist es für echte Amateure schwer mitzuhalten.“ Und auch den einzigen Unterschied erklärt er, den die Richter bei der Para-Dressur machen: „Es wird gerichtet wie bei einer normalen Dressur, nur die Note für den Sitz entfällt bei uns, da dieser ja unterschiedlich ausfällt, je nach Behinderung.“
Dr. Jutta Rus-Machan absolviert auf Prada ein gelungenes EM-Debüt. © Ernst Kopica
Dr. Jutta Rus-Machan absolviert auf Prada ein gelungenes EM-Debüt.
© Ernst Kopica

Im Springen weht der Union Jack

Bei den Springreitern büßte Frankreich nach der ersten Runde des Nationenpreises seinen klaren Vorsprung aus dem Eröffnungsspringen ein und musste die Führung abgeben. Ganz vorne klassierte sich vor der Finalrunde Großbritannien, drei Nullrunden von Ben Maher (Cella), Michael Whitaker (Viking) und Scott Brash (Hello Sanctos) waren die Grundlage dafür. Eine ebenso makellose Weste hatten die Eidgenossen: Paul Estermann, Janika Sprunger und Steve Guerdat scorten für die Schweizer Equipe, die nunmehr mit 0,27 Punkte Rückstand auf dem Silberplatz liegt. Hinter den Franzosen belegt Titelverteidiger Deutschland Rang 4. Nicht gerade das, was sich die erfolgsverwöhnte Mannschaft ausgerechnet hatte, noch dazu sind sie mittlerweile mehr als einen Springfehler hinter dem Führungsduo. Überraschend stark agierte Schweden mit Rang 5, während die Niederländer (Europameister von 2009) wohl schon aus der Entscheidung um den Sieg heraus sein sollten. In der Einzelwertung tat sich nicht viel, das Führungstrio Maher, Guerdat und Bost blieb jeweils Null und 13 Paare klassieren sich derzeit immer noch innerhalb eines Abwurfes.
Flott unterwegs mit dem "Pepomobil". © Tomas Holcbecher
Flott unterwegs mit dem "Pepomobil".
© Tomas Holcbecher

Easy going Denmark!

Alle Klischees, die über Dänemark im Umlauf sind, trifft man in Herning an: Easy going, ein wenig schmuddelig, Freiheit über alles! Kein rüdes Security-Personal, irgendwie fühlt man sich hier wie auf Sommerfrische, immer ein blondes Lächeln. Ein Shuttle-Bus zum Pressehotel? Ja, wird schon kommen, nur wann ist die Frage. Starterlisten für morgen? Leider, das wissen wir nicht. Wenigstens funktioniert das WLAN ohne Macken, wenngleich so mancher Link auf der offiziellen Homepage ins Leere führt, ins virtuelle Nirwana sozusagen. Aber wir wollen nicht jammern, die Arbeitsbedingungen für Journalisten sind top, mittlerweile werden sogar die Fußböden vom Sand gesäubert. Auch die Reiter klagen nicht, mit einigen wenigen Ausnahmen, die aber nicht aus dem österreichischen Lager stammen. Im Gegenteil, so eine positive Mannschaftsstimmung gab es bei den Österreichern in einem Championat schon lange nicht. Auch die Zuschauer erwartet ein schönes Umfeld, die Sicht von den Stadionplätzen ist ausgezeichnet, ein riesiges Ausstellungsgelände, das fast die Ausmaße vom CHIO in Aachen hat. Auch die Kulinarik ist passabel und – was in Dänemark auch nicht selbstverständlich ist – durchaus leistbar. Ein Wiener Schnitzel mit Beilagen um 11 Euro, wo gibt’s das sonst in Skandinavien?
Ein Erlebnis aber machte mich gestern stutzig: Als die österreichischen Equipe nach dem Vet-Check ein Gruppen-Foto machen wollte, fand sich der ganze Tross plötzlich im Stallgelände wieder. Kein Mensch hatte die Zugangsberechtigung zum Stallgelände kontrolliert. Mittlerweile stehen zwei freundliche Mädels da, denn bei einem Dopingfall wären die Ausreden der Betroffenen schwer zu widerlegen. Etwaige negative Schlagzeilen würden aber ohnedies auf die Fachmedien beschränkt bleiben, denn in der lokalen Presse ist das Echo auf die Groß-Veranstaltung äußerst bescheiden. Gestern fand ich zwar in der Titelzeile der Stadtzeitung einen Hinweis auf die EM, da ging es aber um die bevorstehende Handball-Euro, für die in Herning über 100.000 Besucher erwartet werden. Für die Reitbewerbe sind bisher hingegen den letzten Angaben nach 29.000 Tickets verkauft worden, gemerkt davon hat man im Stadion aber noch nicht viel, Gedränge gab es nur auf der Reitertribüne.
Passier Skyscraper
  • Passier  Passier