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29.07.2016

Bis zum bitteren Ende: Pferdezüchter wegen Tierquälerei verurteilt

Wenn gesundheitlich beeinträchtigte Pferde für die Zucht herangezogen werden, sorgt das immer wieder für Diskussionsstoff. In Niedersachsen wurde nun ein 74-Jähriger verurteilt. Er hatte eine schwer kranke Stute erheblichem Leid ausgesetzt um ihre „Blutlinie zu erhalten“.

Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme und erheblicher Schmerzen wurde in Niedersachsen eine Oldenburger Stute zu Zuchtzwecken missbraucht. Ihr Besitzer wurde nun wegen Tierquälerei verurteilt. © Jenny Downing
Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme und erheblicher Schmerzen wurde in Niedersachsen eine Oldenburger Stute zu Zuchtzwecken missbraucht. Ihr Besitzer wurde nun wegen Tierquälerei verurteilt.
© Jenny Downing
Wie der Weser Kurier am Donnerstag berichtete, datiert der Fall auf das Jahr 2012 zurück. Zu diesem Zeitpunkt war die Stute auf einer Deckstation in Mühlen in Oldenburg eingestallt. Dort fiel sie einer Frau – übrigens keine Mitarbeiterin der Besamungsstation, auf der die 17-jährige Stute bereits eine Woche lang untergebracht war – wegen ihres schlechten Zustandes auf. Das Veterinäramt wurde verständigt und eine Amtstierärztin zur Begutachtung vorbeigeschickt.

Bei der Untersuchung offenbarte sich das volle Ausmaß der Tragödie. Die Stute, die ein Fohlen bei Fuß führte, war nicht nur stark abgemagert, sondern hatte ganz offensichtlich auch gravierende Probleme mit den Hufen. Eine schwere Form von equinem Hufkrebs hatte den linken Huf stark in Mitleidenschaft gezogen, die Stute konnte das Bein gar nicht mehr belasten und auch das rechte Bein zeigte bereits starke Beeinträchtigungen. Die Veterinärin untersagte daraufhin sowohl eine weitere Besamung als auch einen Transport und ordnete die Entwöhnung des Fohlens an. Das Muttertier erhielt in der Absetzphase noch Schmerzmittel und wurde danach eingeschläfert.

In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Nienburg eine zehnmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung verhängt. Der Züchter war außerdem zu einer Zahlung von 10.000 Euro an die Wildtierstiftung verurteilt worden. Doch der Fall ging in Berufung. Nach der neuerlichen Erhebung der Fakten stand für das Landgericht Verden eindeutig fest: der Züchter hatte „einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt“. Der Angeklagte sei sich als erfahrener Züchter völlig im Klaren über die schweren gesundheitlichen Probleme des Pferdes gewesen, habe jedoch das eigene wirtschaftliche Interesse in den Vordergrund gestellt.

Bei der Verhandlung gab sich der 74-Jährige reuig. Er räumte ein einen Fehler gemacht zu haben, den er sehr bedaure. Mit einer erneuten Besamung der Oldenburger Stute und anschließender Ausspülung des Embryos habe er die „Blutlinie erhalten“ wollen, wie er erklärte. Danach sei ohnedies geplant gewesen die Stute einzuschläfern. Das sei auch mit dem Haustierarzt so vereinbart worden.  
Das Gericht verurteilte ihn schließlich zu einer Geldstrafe von 6.400 Euro.

ps

Weser Kurier
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