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02.05.2018

Bitte lächeln: Menschliche Mimik hinterlässt bei Pferden bleibenden Eindruck

Wer schlechte Laune hat, sollte sich zweimal überlegen, ob er einem Pferd mit langem Gesicht gegenübertreten will. Pferde erkennen an unserer Mimik nämlich nicht nur unsere Stimmung, sie erinnern sich später auch daran - und passen sogar ihr Verhalten entsprechend an.

Unsere Mimik hinerlässt einen bleibenden Eindruck - auch bei Pferden. © www.slawik.com
Unsere Mimik hinerlässt einen bleibenden Eindruck - auch bei Pferden.
© www.slawik.com
Zu diesem Ergebnis kamen britische Forscher der University of Sussex. Bereits 2016 hatte ein Team um Amy Smith herausgefunden, dass Pferde in der Lage sind menschliche Gesichtsausdrücke zu erfassen und zu interpretieren. In einem Versuch hatten Pferde auf Bilder von wütenden Menschen mit erhöhtem Pulsschlag und vorsichtigem Verhalten reagiert.

Ein neuer Versuch sollte zeigen, ob und wie Pferde dieser erste Eindruck beeinflusst. Dazu zeigten die Forscher 24 Pferden entweder ein Bild eines lächelnden Menschen oder eines grimmig dreinblickenden. Einige Stunden später trat die Versuchsperson, die auf dem Bild zu sehen gewesen war, den Pferden dann von Angesicht zu Angesicht gegenüber – diesmal mit völlig neutralem Gesichtsaudruck.

Das Ergebnis war erstaunlich: Nicht nur, dass die Pferde die Person, die sie zuvor nur auf einem Bild gesehen hatten offensichtlich wiedererkannten, sie erinnerten sich auch an ihren Gemütszustand – und passten sogar ihr Verhalten entsprechend an!

Hatten die Pferde die Testperson zuvor mit wütender Mimik gesehen, reagierten sie mit Stress und Nervosität. Sie fixierten die Person auch vermehrt mit ihrem linken Auge. Forscher gehen davon aus, dass Informationen vom linken Auge direkt an die rechte Gehirnhälfte geschickt werden – jenem Ort, wo potenziell bedrohliche Reize verarbeitet werden.
Traten die Testpersonen den Pferden später mit neutralem Gesichtsausdruck gegenüber, erinnerten sich die Tiere an ihren ersten Eindruck, den sie über die Fotografie gewonnen hatten. © Universities of Sussex and Portsmouth
Traten die Testpersonen den Pferden später mit neutralem Gesichtsausdruck gegenüber, erinnerten sich die Tiere an ihren ersten Eindruck, den sie über die Fotografie gewonnen hatten.
© Universities of Sussex and Portsmouth
Testpersonen, die die Pferde zuvor auf dem Stimmungsfoto als fröhlich kennengelernt hatten, wurden hingegen vermehrt mit dem rechten Auge angesehen. Dieses ist mit der linken Gehirnhälfte verbunden, die auf pro-soziales und positives Verhalten spezialisiert ist.

Diese besondere Beobachtungsgabe beeindruckte sogar die Wissenschaft. „Was das Ganze so außergewöhnlich macht ist, dass diese Reaktionen lediglich auf eine kurze Konfrontation mit einer Fotografie basierten. Die Pferde hatten keine stark positiven oder negativen Erfahrungen mit der Testperson", erklärte Forschungsleiterin Dr. Leanne Proops.

Man habe bereits gewusst, das Pferde über große soziale Intelligenz verfügten, so Proops, allerdings sei dies das erste Mal, dass eine solche Fähigkeit bei einem Säugetier beobachtet werden konnte.

Die Studie "Animals Remember Previous Facial Expressions that Specific Humans Have Exhibited" von Leanne Proops, Kate Grounds, Amy Victoria Smith und Karen McComb wurde im Wissenschaftsmagazin Current Biology veröffentlicht.

Quelle

ps
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