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26.10.2011

Blood Rule: FN dafür, Vereinigungen dagegen

Während die Deutsche FN in einer Pressemitteilung die Unterstützung der neuen Blood-Rule bekanntgab, übt neben den Interessensverbänden nun auch die Gesellschaft „Xenophon“ scharfe Kritik an der geplanten Regeländerung der FEI.

die neue Regel um Blut im Pferdemaul erhitzt die Gemützer © Kseniya Abramova - Fotolia.com
Mit der neun Regelung will man nicht nur die Pferde schützen, sondern auch die Reiter vor "ungerechtfertigten" Ausschlüssen.
© Kseniya Abramova - Fotolia.com
In einer Aussendung am vergangenen Montag gab die Deutsche Reiterliche Vereinigung bekannt, dass sie dem Vorschlag der FEI bei der Generalversammlung Mitte November in Rio de Janeiro zustimmen werde. Demnach soll künftig eine Blutung im Pferdemaul in der Regel zum Ausschluss führen. Lediglich bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften kann eine Ausnahme zugelassen werden nämlich dann, wenn ein Tierarzt das Pferd untersucht hat, keine Bedenken gegen den erneuten Start vorbringt und die Blutung gestoppt ist, weil es sich um eine Bagatellverletzung handelt. Durch diese Ausnahmeregelung soll verhindert werden, dass ein Team durch die Disqualifikation eines Pferdes aus der Wertung fällt. Eine Thematik, die gerade im kommenden Jahr besonders an Brisanz gewinnt, zumal bei den Olympischen Spielen 2012 in London die Dressur-Equipen erstmals aus nur drei Paaren bestehen werden – schon ein einziger Ausfall kann das Aus für eine Equipe bedeuten und mögliche Medaillenchancen mit einem Schlag zunichte machen.

„Diese Regelung gilt ausdrücklich nur für Championate und nicht für den gesamten internationalen und nationalen Dressursport. Bei den Spitzen-Events sind genügend Tierärzte am Viereck, die eine schnelle Untersuchung garantieren“, erklärt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. Auf die Frage, ob Championatsmedaillen einen höheren Stellenwert als die Gesundheit des Pferdes hätten entgegnet er: „Ein klares Nein! Wir betreiben aktiven Tierschutz, Tag für Tag. Wir haben nicht nur die Ethischen Grundsätze, wir halten uns auch daran. Das Wohl des Pferdes steht für uns immer an erster Stelle. Doch wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Die Reiter, die jahrelange Ausbildungsarbeit investiert haben, die sich auf den Höhepunkt ihrer reiterlichen Karriere, nämlich das Championat, vorbereitet haben, sollten in einem solchen Fall eine zweite Chance bekommen. Um es aber noch mal zu sagen: Auf keinem Championat darf mit der neuen Regelung eine Entscheidung gefällt werden, die auf Kosten der Pferdegesundheit geht.“ Worte, die sich zwar schön lesen, die jedoch beim einen oder anderen Zweifel ob ihrer Aufrichtigkeit aufkommen lassen.

„Die ethischen Grundsätze der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sind wahrlich wunderbare Leitsätze, in einer Zeit, wo das Wissen um die Grundbedürfnisse des Pferdes zunehmend verlorengeht bzw. ihnen immer weniger Beachtung geschenkt wird, besonders im Zusammenhang mit dem sportlichen Einsatz. Haben diese Grundsätze nur noch eine Alibifunktion? Sollen sie in Zukunft zu Gunsten einer eventuellen Mannschaftsmedaille bei Olympischen Spielen und bei anderen Championaten ihre Gültigkeit verlieren? Wir appellieren an die Deutsche Reiterliche Vereinigung, sich auf ihre eigenen Grundsätze zu besinnen und sich nicht durch den Druck von einigen wenigen, zwanghaft Erfolgsorientierten von den bewährten, dem Pferde verpflichteten Maximen abbringen zu lassen. Dies würde dem weltweiten, inzwischen schon angekratzten Ansehen der deutschen Reitkultur noch zusätzlichen Schaden hinzufügen“, ist man im Verein Xenophon überzeugt.

„Ein entspanntes Pferd blutet nicht aus dem Maul“

Auch die Interessensverbände der Reiter, Offiziellen und Turnierorganisatoren können der neuen Blut-Regel nichts abgewinnen und vertreten weiterhin die Meinung, dass ein blutendes Pferd – egal wie klein und belanglos die Verletzung auch sein mag – nichts in einem Bewerb verloren hat. „Ich glaube, dass ein Pferd, das entspannt und ruhig ist und sich selbst trägt, nicht aus dem Maul blutet“, ist sich die Vorsitzende des Internationalen Dressurreiterklubs, Kyra Kyrklund sicher. Eine Ansicht, die man auch bei Xenophon teilt: „Jeder gewissenhafte Reiter, Trainer und Ausbilder weiß, dass blutende Mäuler in der Regel durch zu harte oder falsche Einwirkungen, besonders mit den Zügeln, bzw. mit den Gebissen verursacht werden. Nur in ganz vereinzelten Fällen beißt sich ein Pferd durch Zufall auf die Zunge oder Lippe– und dann wäre es einfach Pech.“ Zudem gäbe es auch noch andere Fälle, die für einen Ausfall sorgen können: „Das ist genauso wie bei dem Pferd, das sich auf der ersten Diagonalen in der Trabverstärkung ein Eisen abtritt und danach nicht mehr klar geht. Auch dieses Pferd würde abgeklingelt werden und aus dem Wettkampf ausscheiden. Es könnte nicht, nachdem der Schmied eine Korrektur vorgenommen hat, noch einmal als letzter Starter antreten. Auch hier könnte das Team in Mitleidenschaft gezogen werden!“, gibt man deshalb bei Xenophon zu bedenken.

Jetzt unterschreiben

Über 10.000 Unterschriften haben die Initiatoren der Blood-Rule-Petition bereits gesammelt. Bis zum 11. November haben Sie unter www.no-fei.com noch die Möglichkeit die Petition durch Ihre Stimme zu unterstützen, wenn Sie der Meinung sind dass Dressurreiten nicht zum “Blood Sport” werden darf, egal ob die Blutung zufällig oder durch das Training entstanden ist.
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