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25.04.2013

Blumendrama beim Weltcupfinale

Wer denkt, dass schöne Blumen Anlass zur Freude wären, der irrt – zumindest für einige Dressurpferde und deren ReiterInnen war die üppige florale Deko beim Auftakt des Weltcupfinales Auslöser für Panikreaktionen und hitzige Diskussionen.

Höchste Konzentration und ganz viel Ausruck: Helen Langehanenberg und Damon Hill bewiesen mit ihrem Sieg am Donnerstag, dass mit ihnen am Samstag im Kürfinale zu rechnen sein wird. © Roland Thunholm / FEI
Höchste Konzentration und ganz viel Ausruck: Helen Langehanenberg und Damon Hill bewiesen mit ihrem Sieg am Donnerstag, dass mit ihnen am Samstag im Kürfinale zu rechnen sein wird.
© Roland Thunholm / FEI
Viel muss nicht unbedingt besser sein - schon gar nicht, wenn es sich dabei um Blumenschmuck handelt, der beim Aufwärmtraining so noch nicht vorhanden war. Dabei hatten es die Dekorateure des Göteborger Skandinaviums vermutlich bloß gut gemeint und wollten der Qualifikationsprüfung für die finale Weltcupentscheidung am Samstag nur den angemessenen Rahmen verpassen. Woran sie dabei offenbar nicht gedacht haben ist, dass manch ein Dressurpferd – das im Grunde auch nur ein Fluchttier ist - bisweilen recht sensibel auf derartige Veränderungen reagiert.

Besonders unerfreut über den bunten Aufputz zeigte sich neben Miciano von Marlies van Baalen (63,070 Prozent, Rang 16) und Patrik Kittels Scandic (69,559 Prozent, Rang 10) auch der große Favorit Parzival unter seiner Reiterin Adelinde Cornelissen. In Piaffe Nummer zwei gab es anstelle von gesetzten Tritten im Zweitakt wildes Rodeo. Zwar war diese Einlage durchaus spektakulär, den Richtern gefiel sie aber weniger gut, was sich in Noten zwischen 1 und 2 deutlich zeigte. Weil auch der nachfolgende Übergang zur Passage durch das Gebocke in Mitleidenschaft gezogen wurde (Noten von 1 bis 4), ließ das Paar hier viele Punkte liegen und das erfolgsverwöhnte Duo kam am Ende nicht über 75,410 Prozent und Rang vier hinaus.

Langehanenberg und Damon Hill machen ersten großen Schritt in Richtung Weltcupsieg

Gänzlich unbeeindruckt vom blumigen Aufreger, gegen den Patrik Kittel nun sogar Protest bei der FEI engelegt haben will, zeigte sich Helen Langehanenbergs Westfalenhengst Damon Hill. Der Dunkelfuchs war zu jeder Zeit mit seiner Aufmerksamkeit zu hundert Prozent bei seiner Reiterin und zeigte einen eindrucksvollen Grand Prix mit tollen Trabverstärkungen, kraftvollen Passagen und beeindruckenden Zick-Zack-Traversalen und Galopp-Pirouetten. Ganz ohne Fehler blieben aber auch die amtierenden Deutschen Meister nicht. In den Einerwechseln patzte Damon Hill mehrmals, die Lektion wurde von den Richtern in der Folge nur mit Noten zwischen vier und fünf bewertet, was den bis dahin noch bei 81 Prozent gelegenen Trend deutlich nach unten korrigierte. Dennoch: Damon Hill und Helen Langehanenberg zeigten an diesem Nachmittag mit Abstand die beste Prüfung, die mit 79,863 Prozent auch auf den ersten Rang gewertet wurde.

Rang zwei sicherten sich Edward Gal und sein zwölfjähriger Ferro-Sohn Undercover mit 78,468 Prozent. Dicke Punkte konnte das Paar vor allem in den unglaublich taktsicheren Piaffen und Passagen, sowie den Übergängen zwischen diesen beiden Lektionen sammeln – hier gab es mehrfach die Höchstnote Zehn im Protokoll. Die Schwachpunkte des Duos bleiben dagegen weiterhin der Starke Trab, in dem praktisch kaum eine Rahmenerweiterung erkennbar ist, und die Galopparbeit, der es noch etwas an Losgelassenheit mangelt.

An dritter Stelle folgte, sehr zur Freude des schwedischen Publikums, Tinne Vilhelmson Silfven mit ihrem elfjährigen Hannoveraner Don Auriello. Das schwedische Duo kam auf 77,432 Prozent und bestätigte damit seine ausgezeichnete Form, die es schon beim World Dressage Masters in Wellington, Florida, gezeigt hatte.
In der Versammlung top: Edward Gal und Undercover erhielten für ihre Piaffen mehrfach Höchstnote zehn. © Roland Thunholm / FEI
In der Versammlung top: Edward Gal und Undercover erhielten für ihre Piaffen mehrfach Höchstnote zehn. Verbesserungspotenzial gibt es hingegen in den Trabverstärkungen und den Galopplektionen.
© Roland Thunholm / FEI

Frühes Aus für Kristina Sprehe und Desperados

Einen Schockmoment gab für die Deutsche Kristina Sprehe, die im Vorfeld als eine der Mitfavoritinnen auf den Titel gehandelt worden war, bereits vor dem Bewerb. Ihr Hannoveranerhengst Desperados ging beim Training am frühen Morgen plötzlich lahm, der Traum vom ersten Weltcupfinale ihrer noch jungen Karriere war damit jäh geplatzt. Die erste Untersuchung durch Mannschaftstierärztin Dr. Cordula Gather ergab eine Zerrung. Noch am Vormittag wurde Desperados zurück nach Deutschland gebracht, wo weitere Untersuchungen in einer Klinik Klarheit über den genauen Grad der Verletzung bringen sollen.

Am Samstag werden die Karten neu gemischt

So überraschend die Ergebnisse am Donnerstag auch waren – für das Finale am Samstag bleibt weiterhin alles offen, denn der Grand Prix galt lediglich als Qualifikation für das alles entscheidende Kürfinale. Und auch wenn Helen Langehanenberg und Damon Hill aus heutiger Sicht die besten Karten haben dürften, ist nach wie vor alles möglich. Es bleibt also weiterhin spannend.

Alle Ergebnisse
des Grand Prix im Detail können Sie hier nachlesen.

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