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18.08.2011

Briten holen Team-Gold

Was sich schon gestern angekündigt hatte, ist heute Realität geworden: Zum ersten Mal in der Geschichte holt die britische Equipe den Mannschaftstitel bei einer Dressur-Europameisterschaft. Deutschland und die Niederlande müssen sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen. Österreich verpasst mit Rang acht das Ticket für London 2012.

Briten holen Mannschaftsgold: Charlotte Dujardin, Carl Hester, Laura Bechtolsheimer und Emile Faurie © Peter Nixon/FEI
Geschafft: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der FEI-Dressur-Europameisterschaften jubelt eine britische Equipe über Mannschaftsgold.
© Peter Nixon/FEI
Nach dem gestrigen Sensationsritt der 26-jährigen Charlotte Dujardin, die in ihrer ersten Grand Prix Saison eine unglaubliche Ruhe und Souveränität beweist, lagen die britischen Dressurreiter bei der EM in Rotterdam bereits mit einem komfortablen Vorsprung von rund sieben Prozentpunkten vor den enttäuschenden Deutschen.
Wenn schon nach dem Ritt der Isabell Werth auf ihrem Nachwuchspferd "Ernie" El Santo aufgrund von groben Schnitzern in den Piaffen klar war, dass den Deutschen auch bei dieser EM die Team-Goldmedaille verwehrt bleiben würde, ließ der Brite Carl Hester mit seinem Hengst Uthopia daran keinen Zweifel mehr. Mit 82,568 Prozent erritt das Paar klar die Höchstwertung dieses Bewerbes und meldete klar Anspruch auf die Goldmedaille in den Einzelbewerben an.

Wie schon beim CDI4* am Schindlhof in Tirol glänzten die beiden durch Harmonie und Losgelassenheit. An Stelle von spektakulärem Gestrampel bekamen die rund 3.000 Zuseher vor Ort Leichtigkeit und echtes Teamwork sehen. Dinge, die man heute in de großen Dressurvierecken häufig vermisst. Die größte Schwäche des erst zehnjährigen Hengstes ist der starke Schritt, der von den RichterInnen mit Noten von sechs bis sieben entsprechend bewertet wurde. Demgegenüber steht jedoch ein fantastischer starker Trab, mit energischem Schub aus der Hinterhand. Das sahen auch die RichterInnen so, die dafür am Schluss sieben Mal die Höchstnote Zehn vergaben. Das sorgte für Raunen im Publikum. Im Interview nach seinem Ritt kommentierte Hester die Reaktionen des Publikums mit einer gehörigen Portion britischem Humor: "Da dachte ich erst, es wäre ein Hund durchs Stadion gelaufen oder ein Vogel gelandet."
Carl Hester und Uthopia im Starken Trab © Tomas Holcbecher
So schön kann Dressurreiten sein: Carl Hester und Uthopia bezaubern Publikum und Richter in Rotterdam durch Harmonie und Leichtigkeit. Für den dritten starken Trab gab es sieben Mal die Bestnote 10.
© Tomas Holcbecher

Totilas geschlagen

Der Start in Totilas’ ehemaliger Heimat war schon im Vorfeld medial hochgeschaukelt worden. Auf Buhrufe und Beschimpfungen war spekuliert worden, doch das niederländische Publikum verhielt sich während des Rittes des schwarzen Hengstes unter Matthias-Alexander Rath ausgesprochen fair. Die Vorstellung des Paares war durchwachsen, bis zum ersten Drittel der Prüfung lagen Rath und Totilas sogar vor den Führenden, Hester und Uthopia, doch dann gab es Fehler in den Einerwechseln und eine verstolperte Abschlusspassage, die wertvolle Punkte kosteten und für die beiden zum Schluss 79,453 Prozent und mit dem dritten Platz im Endklassement das beste deutsche Ergebnis bedeuteten.

Cornelissen rettet niederländische Ehre

Noch vor dem Ritt ihrer Schlussreiterin lagen die amtierenden Europameister zwischenzeitlich nur auf dem vierten Rang. Edward Gal lieferte auf seiner spannigen Sisther de Jeu mit 70,517 sogar das Streichergebnis der Oranjes.

Als letzte Starterin des Teambewerbes ging die aktuell Führende der FEI-Weltrangliste ins Rennen. Auch sie und ihr Parzival blieben nicht fehlerfrei, vor allem ein Patzer in der Zick-Zack-Traversale kam das Paar teuer zu stehen. 81,155 bedeuteten schlussendlich den guten zweiten Platz.

Platz acht für Österreich

Mit einem Ergebnis von 206,778 Prozent landet die rot-weiß-rote Dressur-Equipe auf Rang acht im Mannschaftsbewerb. Teamreiterin Vici Max-Theurer (OÖ) konnte sich als einzige heimische Hoffnungsträgerin mit Rang neun in der Grand Prix-Einzelwertung für den Grand Prix Spezial am Samstag qualifizieren. Das angestrebte Ziel, die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012, wurde damit verfehlt. Neben den bereits qualifizierten Nationen Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden, konnten heute Schweden, Spanien und Dänemark ihr Ticket für London lösen.

Gmoser und Voglsang: Trotz großem Engagement ohne Chance

Peter Gmoser, der sich als großes Ziel eine Teamqualifizierung für London 2012 setzte, blieb mit seinem Cointreau unter seinen Erwartungen. „Es war heute leider nur eine mittelprächtige Darbietung und ich bin nicht wirklich zufrieden“, erklärte der Burgenländer kurz nach dem Ritt und fügte hinzu: „Fehler, wie am Ende der zweiten Trabtraversale, haben wertvolle Punkte gekostet.“ Erst gegen Ende der Vorstellung fand das Paar seinen Rhythmus: „ Es hat seine Zeit gedauert, bis sich ‚Kurti‘ an das große Stadion gewöhnt hat.“ Gmosers Pferd Cointreau, alias „Kurti“, holte sich Anfang des Jahres eine Infektion im Huf, musste lange pausieren und konnte an keinen Turnieren teilnehmen. „Man hat gemerkt, dass uns die Wettkampfroutine fehlt.“

Renate Voglsang, die mit ihrem noch jungen Hengst Fabriano bereits gestern an den Start gegangen war, erreichte mit 66.474% Rang 40 in der Grand Prix Einzelwertung.

Comeback für Max-Theurer und Augustin

Österreichs Nummer eins im Dressurreiten feierte heute ihr sportliches Comeback. Nach ihrer überstandenen Lungenembolie meldete sie sich im Sattel von Paradehengst Augustin OLD mit einer gutenLeistung zurück: „Augustin hat sich sehr gut in Rotterdam eingelebt, lässt sich hervorragend reiten und gemeinsam waren wir heute ein Spitzenteam“, freute sich die Achleitnerin. Von der Jury erhielt das Duo 72,812 Prozentpunkte, die den neunten Rang in der Endwertung bedeuteten.

Ergebnis – Teambewerb

Gold: Großbritannien (Emile Faurie, Charlotte Dujardin, Carl Hester, Laura Bechtolsheimer) – 238,678%
Silber: Deutschland (Helen Langehanenberg, Christoph Koschel, Isabell Werth, Matthias-Alexander) – 226,110%
Bronze: Niederlande (Sander Marijnissen, Hans Peter Minderhoud, Adelinde Cornelissen, Edward Gal) – 222,645%
Platz 8: Österreich (Victoria Max-Theurer, Peter Gmoser, Renate Voglsang) – 206,778%

Ergebnis – Einzel – Grand Prix

1. Carl Hester (GBR) – Uthopia – 82.568
2. Adelinde Cornelissen (NED) - Jerich Parzival – 81.155
3. Matthias Alexander Rath (GER) – Totilas – 79.453
4. Charlotte Dujardin (GBR) – Valegro - 78.830
5. Laura Bechtolsheimer (GBR) - Mistral Hojris – 77.280
9. Victoria Max-Theurer (AUT) - Augustin OLD – 72.812
35. Peter Gmoser (AUT) – Cointreau – 67.492
40. Renate Voglsang (AUT) – Fabriano 58 – 66.474
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