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31.10.2016

Briten zeigen übergewichtigen Reitern die rote Karte

Reiter, die zu schwer für ihr Pferd sind, geraten in Großbritannien immer mehr in die Schusslinie. Mit Retraining Racehorses hat sich nun eine weitere Vereinigung dazu entschlossen, übergewichtige Reiter auf ihren Veranstaltungen zu disqualifizieren.

Reiter, die samt Sattel mehr als 17 Prozent des Gewichts ihres Pferdes auf die Waage bringen, können auf Turnieren von Retraining Racehorses disqualifiziert werden. © www.slawik.com
Reiter, die samt Sattel mehr als 17 Prozent des Gewichts ihres Pferdes auf die Waage bringen, können auf Turnieren von Retraining Racehorses disqualifiziert werden.
© www.slawik.com
Wie Retraining Racehorses (RoR), eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich für Reitpferdekarrieren ehemaliger Rennpferde engagiert, vor wenigen Tagen bekanntgab, sollen künftig Reiter, die ihrem Pferd zu viel Gewicht auf dem Rücken zumuten, von Turnieren ausgeschlossen werden. „Es gibt einige Reiter, deren Gewicht und Reitkönnen nicht zu ihrem umgeschulten Rennpferd passen, das ist einfach nicht richtig“, sagte Brigadier Paul Jepson, ein Sprecher der Organisation, im Interview mit dem britischen Magazin Horse&Hound.

Als magische Grenze hat Retraining Racehorses in ihren Richtlinien die 17-Prozent-Marke festgesetzt. Mehr sollte der Reiter samt Sattel gemessen am Pferdegewicht nicht auf die Waage bringen. Bei einem 500kg schweren Rennpferd läge damit die Obergrenze für den Reiter und sein Eqipment bei 85 Kilogramm. Dies sei eine allgemeine Angabe, sagte Jepson, es seien aber noch einige andere Variablen entscheidend, so dass man jeden Fall individuell betrachten müsse. So sei es ein leicht übergewichtiger, aber erfahrener Reiter auf einem Pferd in guter körperlicher und konditioneller Verfassung weit weniger problematisch, als ein übergewichtiges Pferd mit einem schlecht ausbalancierten oder einem fähigen, aber selbst zu schweren Reiter im Sattel.

„Es geht uns nicht darum, jemandem das Reiten zu verbieten. Viele Menschen genießen diesen Sport sehr und haben großen Spaß dabei - ob es ihren Pferden allerdings auch so geht, steht dabei häufig aber auf einem ganz anderen Blatt.“, meinte Jepson. „Uns geht es lediglich darum zu sagen: leg dir bitte ein Pferd zu, dass zu deinen Körpermaßen und deinen Fähigkeiten passt.“

Als Ursache für das Problem unpassender Pferd-Reiter-Kombinationen ortet Jepson in vielen Fällen Unwissenheit. Es sei an der Zeit ein größeres Bewusstsein für die Thematik zu schaffen und damit von Vornherein zu verhindern, dass Reiter Pferde kaufen, die größen- und kräftemäßig einfach nicht ihren Bedürfnissen entsprechen. „Wir müssen die Botschaft unter die Leute bringen, weniger um Schadensbegrenzung bei bereits bestehenden Fällen zu betreiben, sondern vielmehr um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen - es geht um Aufklärung.

Horse&Hound/ps

Wann ist zu viel zu viel

Wieviel Reitergewicht ein Pferderücken verträgt, ohne langfristig Schaden zu nehmen, war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Studien und hitziger Diskussionen. Im Idealfall, da sind sich die Forscher mehrheitlich einig, wiegt der Reiter etwa ein Zehntel seines Pferdes. Weil dieses Verhältnis eher die Ausnahme denn die Regel ist, gilt der Bereich zwischen 10 und 15 Prozent des Pferdegewichts als empfohlenes Maß. Alles, was darüber liegt, geht in den kritischen Bereich, wobei 20 Prozent als die absolute Obergrenze angesehen werden.

Diese Faustregel nehmen immer mehr britische Organisationen und Turnierveranstalter zum Anlass, um das Gewichtsverhältnis von Reitern und deren Pferden kritisch in Augenschein zu nehmen. In der Kritik stehen dabei auch Erwachsene, die Kinderponys für ihre Schützlinge auf dem Abreiteplatz vorbereiten.
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