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02.08.2017

CEN Eibiswald 80 km - Bericht von Vollblutaraber Komet

80 km durch Wald und Flur sind an sich schon eine aufregende Sache. Richtig turbulents wird's, wenn es dann auch noch Unklarheiten bei der Streckenführung gibt und sich Hufeisen auf unerlaubte Weise verabschieden. Umso besser, dass sich die Reiter auch in schwierigen Situationen ganz auf ihre Pferde verlassen können.

Vollblutaraber Komet und sein Frauchen Marguerita Fuller © Privat
Vollblutaraber Komet und sein Frauchen Marguerita Fuller
© Privat
Frauchen hatte mich schon vorgewarnt: Wir fahren zu der Strecke, auf der sie am meisten gejammert hat vor drei Jahren.  Aber das macht sie ja eigentlich dauernd, drum wusste ich nicht, wohin also genau. Sie fand auch nicht gleich den Ort - was ja normal bei ihr ist – aber nach ein paar Telefonaten kamen wir dann doch an. Super! Gute Luft, genug Wasser, Gras – ich freute mich schon und nahm mir vor, gut auf sie aufzupassen.

Nach und nach trafen viele Freunde von mir ein und ich war sehr zufrieden. Schließlich kam eine Frau, die ich nicht kannte und Frauchen sagte, dass ist die Ilse und die wird mich groomen. Aha. Ich beäugte die Dame und befand sie für gut – sie hatte so eine Pferdefrau-Ausstrahlung. Ich bekam ordentlich zu fressen, auch mein Energie-Futter (als ob ich nicht selber genug Power hätte…) und beruhigte Frauchen, dass sie sich ja sowieso auf mich verlassen kann.

Beim Start am nächsten Morgen musste ich wieder nachstarten (wieso sie immer die Minuten verschenkt, weiß ich nicht) – aber da war noch ein zweites Pferd, deren Reiterin auch so eine dumme Idee hatte. So gingen wir zusammen auf die erste Runde. Alles ging super, wir waren fröhlich, trabten dahin, bis…..ja bis! Wir kamen an einen Punkt wo viele Markierungen waren und unsere Reiterinnen waren irgendwie ratlos. Na, das kenne ich ja zur Genüge. Aber diesmal war es nicht nur Frauchen allein. Wir ritten weiter und trafen zwei Ungarinnen, die ganz verzweifelt waren, weil sie auch nicht sicher waren, ob wir noch richtig sind. Ich wusste gar nicht, dass es außer Frauchen noch solche Planlosen gibt (ist aber beruhigend, sie ist doch nicht ganz verrückt, das ist offenbar menschlich).

Schließlich trafen wir ein Auto mit wichtigen Leuten, die sagten, wir wären richtig. Ok. Gut. Alle atmeten erleichtert auf und die Ungarinnen ritten uns davon. Ein paar Kilometer später erkannten aber mein Frauchen und die andere Reiterin, dass wir definitiv falsch ritten. FRUST! Wir kehrten um und ritten zu der kritischen Stelle, konnten aber immer noch nicht klar erkennen, wie es eigentlich gehen sollte. Überall blaue Schleifen und rote auch. Aber wir nahmen halt die andere Richtung und das passte dann. Frauchen fluchte und schimpfte und kündigte Protest bis zum höchsten Gericht an. Ich konzentrierte mich lieber aufs Laufen, was gut war.
© privat
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Die Vet-Kontrolle passierte ich souverän, aber Frauchen sagte, sie hört auf, weil wir haben jetzt eh keinen Speed mehr und es hat keinen Sinn, kommt ja die Bergrunde. Ilse blieb cool und wartete, ob sie sich wieder beruhigt. Ich versuchte, möglichst energiegeladen dreinzuschauen. Das überzeugte sie dann doch – für was haben wir denn auch Berg trainiert, wenn sie sich dann nicht traut – und so gingen wir doch weiter. Ich demonstrierte ihr eindrucksvoll, was ein Bergaraber  ist und galoppierte die Berge hinauf, dass sie sich anhalten musste.

Bergab ging ich noch flotter. So war diese Runde sogar unsere schnellste! Leider war mein Frauchen recht angeschlagen und konnte fast nicht vortraben. Die Tierärztin ließ sie daher noch einmal antreten, irgendwie müssen die Reiter ja auch fit sein. Beim zweiten Mal zog ich sie mit. Wir hatten hier auch etwas länger Pause, ich kam eh klar und Frauchen versuchte, möglichst viel Isostar zu trinken. Dann gingen wir auf die letzte Runde. Es wurde irr heiß und Frauchen schwankte schon wieder. Gottseidank trafen wir das andere Pferd wieder und dass half etwas, weil sie reden konnte.

Lange war kein Groom in Sicht (ich hoffte auf Isostar für Frauchen), und als wir endlich Ilse trafen, hatte die keines mit. Oje, ich gab Frauchen etwas von meinem Wasser ab – ich macht mir nun schon ernsthaft Sorgen, dass ich sie ins Ziel schaffe. Das zweite Pferd ging auch bisserl komisch, aber ich konnte mich nicht drum kümmern, weil ich auf Frauchen aufpasste. Blöderweise verlor ich an einer tiefen Wiesenstelle ein Hufeisen, ließ mir aber nichts anmerken – das hätte ihr den Rest gegeben! Ich bin ja eine harte Socke und weiß genau, wo und wie ich auftrete.

Endlich kam das Ziel und Frauchen klappte von mir herunter. Jetzt musste ich sie nur noch durch die Kontrolle bringen – ich gab einfach alles, damit sie ordentlich trabt! Geschafft! Sie war wirklich fertig – aber natürlich stolz auf mich (ich mag das, wenn sie mich so lobt). Wir gingen auf unsere Pausenwiese, ich hatte alles, was ich brauchte und fächelte Frauchen mit den Nüstern Wind zu. Ilse wusch mich ganz sanft ab – die ist wirklich toll, die Frau! So macht das Spaß und ich freue mich schon, wenn ich das zuhause erzähle – jetzt bin nämlich ICH wieder mal der Star und nicht nur diese Strahlefrau Tammy, der halbstarke Wichtigmann Elsu und seit neuem ja auch die eingebildete Jaxima…Frauchen nannte mich sogar SUPERHELD! Da werde ich mich jetzt bemühen, sie wieder in Form  zu bringen – also bis zum nächsten Mal, ich halte Euch am Laufenden!

Marguerita Fuller
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