Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
22.03.2013

Den Ursachen des Koppens auf der Spur

Die Frage, warum manche Pferde koppen, ist bis heute noch nicht rechtlos geklärt. Gegenstand einer jüngst veröffentlichten Studie US-amerikanischer Forscher war der Zusammenhang zwischen dem stereotypen Verhalten und der Verabreichung von Kraftfutter.

Koppen gehört zu den häufigsten Verhaltensstörungen des Pferdes. © Pontus Edenberg - Fotolia.com
Koppen gehört zu den häufigsten Verhaltensstörungen des Pferdes.
© Pontus Edenberg - Fotolia.com
Während man früher davon ausging, dass Koppen vor allem Langeweile aufgrund unzureichender Beschäftigungsmöglichkeiten des Pferdes zur Ursache hat, zeigen neuere Erkenntnisse, dass die Verhaltensstörung häufig in Zusammenhang mit schlechter Fütterung – insbesondere einer zu geringen Verabreichung von Raufutter – und damit einer gesteigerten Magensäure-Produktion steht.

Bereits im Vorfeld vermutete das Forscherteam der US-amerikanischen Universitäten in Michigan und Alabama, dass koppende Pferde häufig unter einer geschädigten Magenschleimhaut leiden und mit einer erhöhten Konzentration von Gastrin – einem Hormon des Magen-Darm-Traktes, das die Produktion von Magensäure anregt – auf Kraftfutter reagieren. Um diese These zu bestätigen, wurden 18 ausgewachsene Pferde, die Hälfte davon Aufsetzkopper, ausführlich beobachtet und getestet.

Während der Studie wurden die Pferde auf einer Weide mit freiem Zugang zu Heu gehalten, zusätzlich erhielten die Tiere zweimal täglich Kraftfutter in pelletierter Form. Um mehr über die Auswirkungen des Kraffutters auf die koppenden Pferde herauszufinden, wurden die einzelnen Krippenbisse und die Dauer der jeweiligen Kopp-Vorgänge innerhalb von 24 Stunden dokumentiert.

24 bis 28 Stunden nach Futterentzug wurden endoskopische Untersuchungen der Magenschleimhaut durchgeführt und Proben des Magensaftes entnommen. Anschließend wurden die Pferde wieder für 72 Stunden auf die Weide entlassen. Zwölf Stunden nach der Verabreichung von einem Kilogramm Pellets wurde eine Blutprobe entnommen, sowie 60 und 120 Minuten nach erneuter Kraftfuttergabe.

Kopper zeigen eine erhöhte Gastrin-Werte

Wie sich herausstellte, konnten zwischen den beiden Pferdegruppen keinerlei Unterschiede hinsichtlich des Auftretens von Magengeschwüren, der Neigung zu einer Verdickung der Magenwand oder dem PH-Wert der Magensäure ermittelt werden. Speziell bei der Gruppe der Aufsetzkopper wurde jedoch eine erhöhte Gastrin-Konzentration 60 und 120 Minuten nach der Verabreichung des Kraftfutters gemessen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass zum Koppen neigende Pferde bei Dauerweidehaltung keine vermehrten Magenprobleme entwickeln. Damit wurde bestätigt, dass speziell für Pferde, die zu dieser Stereotypie neigen, eine möglichst naturnahe Haltung mit langen Fresszeiten und kontinuierlicher Futteraufnahme besonders wichtig ist. Die Verabreichung von Kraftfutter sollte hingegen möglichst vermieden werden bzw. nur in Kleinstmengen erfolgen.

Die Studie „Assessment of Gastric Ulceration and Gastrin Response in Horses with History of Crib-biting” wurde am 18. März im „Journal of Equine Veterinary Science“ veröffentlicht.
Servus TV AD bis 07.12.2017