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18.12.2010

Der Blick in den Spiegel

… ist für Manager immer häufiger ein Blick in die dunklen Augen eines vierbeinigen, wiehernden Trainers.

Wie Pferde auf unsere Persönlichkeit wirken, und warum gute Reiter nicht gleichzeitig gute Führungspersönlichkeiten sind, erfahren Sie hier.

Managertrainer Mantler3 © Elke Hellmich
Auf gleicher Wellenlänge: Reinhard Mantlers Hengst Peppi sieht man die Konzentration an – die Ohren auf ihn gerichtet und ständig in Blickkontakt folgt er seinem Besitzer auf Schritt und Tritt. Mantler arbeitet dabei nur mit seiner Körpersprache und mit seiner Präsenz – Dinge, die man im beruflichen Alltag auch einsetzen sollte, um klare Botschaften zu überbringen.
© Elke Hellmich
Pferde begleiten uns seit über 6.000 Jahren, kämpften in unzähligen Kriegen, trugen wesentlich zum Bau der Städte, zur Entwicklung der Industrie bei – und irgendwann trennten sich unsere Wege: Die Pferde bekamen die Rolle von liebenswerten Sportgeräten und Freizeitpartnern zugewiesen, und die Menschen begannen, sich am Schreibtisch, vorwiegend in sitzender Haltung vor einem Bildschirm zu verdingen. Aus Handarbeit wurde Kopfarbeit, aus gesprochenen Worten wurde elektronische Post, aus Einsatz wurde Umsatz, aus Gefühlen wurden Zustände. Damit haben wir wohl alle immer wieder zu kämpfen – und Gerhard Krebs ging es wahrscheinlich nicht anders. Der Deutsche leitet bis heute ein Softwareunternehmen und erkannte anlässlich eines Reiturlaubs in Tirol, dass ihm ohne die Pferde „etwas fehlte. Ich war ein absoluter Reitanfänger, und doch merkte ich, dass ich im Umgang mit den Pferden immer wieder Problemen begegne, mit denen ich in meinem beruflichen Alltag auch zu kämpfen habe.“ Aus dieser Erkenntnis wuchs eine Idee – und ein unternehmerisches Konzept. Als einer der ersten im europäischen Raum veranstaltete Gerhard Krebs mit seinen Friesen Seminare für Führungskräfte. Mittlerweile haben sich auch einige Österreicher dem Trend angeschlossen.

Was ist Führung?

Um zu verstehen, was wir von unseren Pferden lernen können, muss zunächst geklärt sein, was man unter Führung versteht. Johannes Steyrer, Universitätsprofessor an der WU Wien, hält folgende Definition bereit: „Führung ist ein sozialer Beeinflussungsprozess, bei dem eine Person versucht, andere Personen zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben und zur Erreichung gemeinsamer Ziele zu veranlassen.“ So abstrakt das klingen mag – tun Leitstuten nicht eigentlich genau das, wenn sie auf der Weide für Ordnung sorgen? Ihre Leistung lässt sich zwar nicht in Bilanzen ablesen, aber die Ziele „Futter und Sicherheit für alle“ werden definitiv erreicht. Diese Effizienz verlangt bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie viele Stutenbesitzer aus – teilweise leidvoller – Erfahrung wissen. Was diese Merkmale angeht, bewegt man sich in der Wissenschaft auf vermintem Terrain – sehr verkrampft sucht man das Wort „Führer“ in Bezug auf Menschen zu vermeiden. Max Weber, einer der Begründer des charismatischen Führungskonzepts, spitzte die Grundeigenschaft vieler Führungspersönlichkeiten einmal so zu: „Charisma ist eine außeralltäglich geltende Qualität einer Persönlichkeit, um derentwillen sie als mit übernatürlichen oder übermenschlichen oder mindestens spezifisch außeralltäglichen, nicht jedem andern zugänglichen Kräften oder Eigenschaften (begabt) oder als gottgesandt oder als vorbildlich und deshalb als ‚Führer‘ gewertet wird.“ Doch, bei allem Respekt, die wenigsten Chefs sind wirklich eindrucksvolle Persönlichkeiten, im Vergleich mit einem erfahrenen, alten Leithengst müssten die meisten von vornherein scheitern.

Gefangen im Missverständnis

Und so geht es den meisten Arbeitnehmern unter ihren Chefs wie vielen Pferden unter dem Sattel: Sie verstehen den Sinn und Zweck ihrer Aufgabe nicht genau, vermissen die Anerkennung für ihre Leistungen und fahren ihr Aktivitätsniveau sukzessive hinunter: Dienst nach Vorschrift, sozusagen – und wenn’s nicht klappt, wird der (Schenkel-)Druck einfach erhöht. So verwundert es nicht, dass eine Studie der Firma Towers und Perrin nachwies, dass 65 % aller Angestellten in Europa nicht hochmotiviert sind, sondern nur das Nötigste leisten. Nur 15 Prozent engagieren sich gerne für ihren Arbeitgeber. Ein klarer Fall für Lehrmeister Pferd, wie Bruno Sperl, Bibliothekar an der Universität Graz und selbst Führungskräftetrainer, meint: „Wir haben es mit Vorgesetzen zu tun, die Kraft Amtes Führungspersonen sind, aber nicht Kraft ihrer Persönlichkeit. Daher sollte man sich bemühen, seine Persönlichkeit kennenzulernen, sodass man nicht nur mit der Keule des Chefs seine Autorität verteidigen kann, sondern auch durch sein Auftreten. Anhand des Verhaltens der Pferde möchte ich den Leuten emotional bewusst machen, dass eine Führungsposition auch ein Versprechen ist. Was passiert denn auf der Stammhirnebene, wenn jemand sehr dominant auftritt? Dann können wir gar nicht anders, als diesen Menschen als Beschützer zu erleben. Und wenn jemand das missbraucht, und uns ausbeutet – was ja teilweise gang und gäbe ist – dann ist das eine sehr große Enttäuschung.“ Wissen Vorgesetzte überhaupt, wie man seine Mitarbeiter zufrieden stimmt? Man sollte meinen ja, denn schließlich haben sich die meisten Manager auch erst hinaufdienen müssen. Studien zeigen aber, dass sich die Vorstellungen der Führungsebene und jene der untergeordneten MitarbeiterInnen kaum decken. Und das wirkt sich schließlich auf das Engagement der MitarbeiterInnen aus, denen es laut Studie eigentlich am meisten bedeutet, vom Management Anerkennung für ihre Leistungen und abwechslungsreiche Aufgaben zu erhalten. Das Management dagegen geht in der Regel davon aus, dass Gehalt und Nebenleistungen die Mitabeiter motivieren. Soziale Aspekte sind nachrangig.

Managerglanz und Pferdespiegel

Pferde eignen sich deshalb so gut als Lehrer, weil sie eine sehr ähnliche Sozialstruktur aufweisen, wie wir Menschen. Klaus Ferdinand Hempfling beschreibt das Pferd als ein Tier, das Schutz in der großen Herde sucht, eine persönliche, vertrauensvolle Bindung aber in der Regel nur mit einem einzigen Artgenossen eingeht. Wie in der Menschenfamilie basiert das Zusammenleben auch bei den Pferden auf den drei Grundpfeilern Aufmerksamkeit, Respekt und Vertrauen. Dabei müssen Respekt und Vertrauen gleichmäßig ausgeprägt sein, um die Kommunikation untereinander ohne Angst und Schrecken, aber auch ohne Ignoranz gewährleisten zu können. Bei der Kommunikation kann zwischen vier Druckstufen unterschieden werden, erklärt die Sportwissenschaftlerin Dr. Elisabeth Proksch, die ebenfalls Führungstrainings mit Pferden veranstaltet: „Man nennt sie auch die Stufen des kommunikativen Drucks. Auf Stufe 1 erfolgt die freundliche Einladung, etwas zu tun. Level 2 beinhaltet eine Bitte, auf Level 3 wird eine Konsequenz angedroht, und im Zustand der größten Druckausübung wird eine Strafe vollzogen. In den Seminaren geht es zunächst darum, selbst zu erfahren, auf welcher Stufe des kommunikativen Drucks man sich befindet und wie schnell man zwischen den Stufen wechselt.“ Das Pferd spiegelt das Verhalten des Menschen wider: Übt der Mensch zu wenig Druck aus, wird das Pferd seinen Respekt zum Menschen in Frage stellen, übt der Mensch zuviel Druck aus, reagiert das Pferd mit seinen Instinkten, mit Flucht oder Widerstand.

Jedes Pferd ein eigener Lehrer

In vielen Seminaren haben die Teilnehmer zunächst die Aufgabe, die Pferde in der Gruppe (zumeist fünf oder sechs Pferde) zu beobachten und jenes Pferd auszuwählen, das für sie die größte Sympathie ausstrahlt. Dabei lassen sich schon bestimmte Muster erkennen: „Wenn jemand das Leitpferd richtig erkennt und dieses auch zu seinem sympathischsten erklärt, ist das meistens jemand, der sehr lernbereit ist und sehr viel von den Übungen profitieren wird“, so Bruno Sperl. Aber auch die Pferde haben ihre Favoriten, wie Gerhard Krebs erzählt: „Unseren kürzlich leider verstorbenen ,Professor‘ – er war ein absoluter Routinier auf seinem Gebiet – zog es immer zu eher verschlossenen, introvertierten, komplexen Menschen. Er hatte seinen Weg, diesen Leuten zu mehr Selbstvertrauen zu verhelfen.“ Oft genug bekommen die Trainer von den Seminarteilnehmern auch zu hören, wie sehr bestimmte Pferde ihren Arbeitskollegen ähneln: „Der ist wie mein Mitarbeiter: Er steht da, hört mir zu – und reagiert nicht!“

Emotionales Lernen

Es gibt eigentlich kein Pferd, von dem man als Mensch nicht lernen kann. Pferde, die in Gruppen und im Offenstall gehalten werden, eignen sich aber tendenziell besser, da sie ein intakteres Sozialverhalten zeigen. Sie sollten auch schon etwas reifer sein: Junge Pferde „spiegeln“ noch nicht so gut, da sie meist noch sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Reinhard Mantler ist nicht nur ein begnadeter Horseman, er ist mittlerweile auch der größte Anbieter von Führungskräftetrainings in Deutschland. Für ihn ist das Lernen mit den Pferden in erster Linie ein sehr emotionaler Prozess: „Wenn man unsere Welt heute ansieht, hat man es nur mehr mit kognitiven Prozessen zu tun. Die Menschen vernachlässigen ihr limbisches System. Die gesamten Gefühle und Instinkte werden vergessen. Immer, wenn Menschen zusammenkommen, zählen aber diese Dinge, und gerade auf Führungsebene geht es um Beziehungen.“ Man kann eben nicht nicht kommunizieren, das wusste schon Paul Watzlawick – und gerade an der Sprache, die man nicht hören kann, muss man in besonderem Maße arbeiten. „Wie präsent muss ich sein, wie strahle ich diese Präsenz aus, damit das Pferd sie spürt – ohne, dass ich das Pferd körperlich berühren muss. In meinen Seminaren geht es eben nicht nur um die kognitive Vermittlung von Botschaften. Authentische Kommunikation ist, Intention und physische Wirkung in Einklang zu bringen. Sehr häufig geht die Intention in die eine und die Wirkung in eine andere Richtung. Pferde konzentrieren sich aber nicht auf meine Gedanken und Intentionen, sondern auf meinen Körper, die Art und Weise, wie ich meine Gedanken nonverbal signalisiere. Das bringt die Menschen dazu, ihre Körpersprache bewusst einzusetzen, sich ihres Körperausdrucks bewusst zu werden“, so Mantler. Die Emotionalität der Lernsituation entsteht durch das unmittelbare, ungefilterte Feedback des Pferdes, das zu Beginn von den Trainern natürlich noch übersetzt werden muss. So passiert es beispielsweise, daß ein Manager nur in einem Round Pen steht und das Pferd um ihn herum nicht ruhiger wird, sondern wild um ihn herumgaloppiert, scheinbar in Panik. Der nächste Teilnehmer schafft es aber sofort, das Pferd zu sich in die Mitte zu holen. Diese Erlebnisse gehen auch dem zielorientiertesten „Macher“ unter die Haut und verhelfen zu tiefer Erkenntnis: „Nachdem der Teilnehmer gelernt hatte, seine Präsenz etwas zu reduzieren, sagte er nach diesem Erlebnis im Round Pen zu mir: ‚Jetzt verstehe ich endlich, warum meine Sekretärinnen immer zusammenzucken, wenn ich ins Büro komme!“Dabei lässt sich auch Frustration nicht immer vermeiden, denn schließlich schmerzt die ablehnende Haltung eines Tieres fast noch mehr als ein strenges Wort. Wolfgang Mayrhofer ist Vorstand des Instituts für verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management an der WU Wien und selbst Veranstalter von Outdoor-Trainings. Zwar ist er mit seinen Teilnehmern am Segelboot unterwegs, das Konzept ist aber äußerst ähnlich: „Ich mache vor allem Teamtrainings, da man auf einem Segelboot ja eine ganze Mannschaft braucht. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die sonst grauen Mäuse sich in Krisensituationen bewähren – während andere, die sonst vielleicht oft die Richtung angeben, in diesen Momenten ihre Maske fallen lassen müssen.“
Managertrainer Mantler2 © Elke Hellmich
Gut gemacht: „Im Umgang mit Pferden finden auch die sprödesten Manager lobende Worte – doch auch Mitarbeiter brauchen Anerkennung“, so Mantler.
© Elke Hellmich

Reitkunst ist nicht Führungsqualität

Geht es darum, ein Pferd – wie im Seminar von Dr. Elisabeth Proksch – in Achterfiguren um zwei Hütchen zu führen oder vom eigenen „Büro“ aus das Pferd in seinen Bereich zu schicken, so mag man als erfahrener Reiter schon dazu veranlasst sein, das ganze als kinderleichte Aufgabe zu deklassieren. Sehr schnell zeigt sich aber, dass Reitkenntnisse zur erfolgreichen Bewältigung der Aufgabe gar nicht nötig, ja sogar fehl am Platz sind. Führungsqualität zeigt sich schließlich auch darin, Konventionelles über Bord zu werfen und im Notfall intuitiv zu handeln. Kreativität und Überzeugungskraft sind daher gefordert. „Oft sehe ich den Teilnehmern zu und denke mir: ‚Aufgrund meiner reiterlichen Erfahrung kann das einfach nicht funktionieren, was der da gerade macht.‘ Weil es aber von einem starken Willen getragen ist, ist es ganz egal, wie er das macht. Das Pferd spürt die Sicherheit und folgt“, erzählt Bruno Sperl, der an die Kraft des Willens glaubt, seit er seinen vierjährigen Sohn beim Angaloppieren eines als sehr träge geltenden Haflingers beobachtet hat. Nur durchs Probieren und Reflektieren kommt man ans Ziel – und das steht an oberster Stelle in den Managementseminaren. „Jeder Mensch hat ein geprägtes Musterverhalten, in das er immer wieder verfällt. Lernen heißt aber, gewohnte Muster zu durchbrechen und neue Muster zu wählen. Und das ist das Schöne bei der Arbeit mit den Pferden: Die Leute haben noch keine Strategie entwickelt, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Natürlich gibt es welche, die sehr forsch sind – auch das lässt viele Schlüsse auf das Verhalten im Unternehmen zu“, erklärt Reinhard Mantler. Auch Bruno Sperl weiß von einem Teilnehmer zu berichten, der mit seinem Trainingspferd lauthals zu schimpfen begann. Das Feedback richtig zu geben, stellt die Seminarleiter dann immer wieder vor eine große Herausforderung. Wichtig ist dabei, eine gewisse Zeit verstreichen zu lassen, in der der Teilnehmer seine Emotionen verarbeiten kann. Ein unmittelbares Feedback würde den Menschen allzu schnell wieder auf die kognitive Ebene bringen, das Lernen wäre somit nicht emotional. Bruno Sperl hat es sich dabei zur Angewohnheit gemacht, seinen TeilnehmerInnen etwa zwei Wochen nach dem Seminar ein Feedback aus der Sicht der Pferde zu schicken, in dem er die gewonnenen Eindrücke subtil verarbeitet.
Managertrainer Mantler1 © Elke Hellmich
Das Durchsetzende und das Einfühlende: Beide Eigenschaften müssen ausgeglichen sein, damit das Pferd vertrauensvoll folgen kann.
© Elke Hellmich

Sind Frauen die besseren Manager?

Da Frauen tendenziell eine höhere Affinität zu Pferden haben, stellt sich natürlich die Frage, ob sie denn die besseren Führungspersönlichkeiten sind, oder ob es so etwas wie den spezifisch weiblichen Führungsstil gibt. „Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern – es gibt männliche und weibliche Eigenschaften, die bei jedem Menschen individuell stark ausgeprägt sind. In der Horsemanship-Arbeit gibt es für das Weibliche die Chance, sich durchzusetzen und am Respekt zu arbeiten. Für das Männliche gibt es die Chance, in die Gefühlswelt einzutauchen und ein Gespür für das Gegenüber zu bekommen. Mit Pferden braucht man immer das Durchsetzende und das Einfühlende. Erst, wenn diese beiden Eigenschaften im Gleichgewicht sind, folgt das Pferd freiwillig“, so Mantler. Große Unterschiede gibt es aber, wenn die Pferdegruppe weiblich oder männlich dominiert ist. Bei seinen Führungskräftetrainings im Bundesgestüt Piber hat Bruno Sperl mit den von Gestütsmeister Weiß ausgewählten weißen Damen schon so manche Erfahrung gemacht: „Die Leitstute stellt sich zu Beginn vor ihre Gruppe und beobachtet die Menschen genau. Eine andere Stute wieder lässt sich überhaupt nicht am Strick führen, aber sie erledigt alles brav, wenn man einige Meter hinter ihr hergeht. Mit Wallachen geht es dagegen immer sehr verspielt zu.“

Nicht nur für Manager

Dass das Konzept der pferdeunterstützten Führungsseminare ein Erfolg ist, zeigt die wachsende Nachfrage der letzten Jahre. Trotzdem sind es aber nicht nur Manager, die vom ehrlichen, wertfreien Wesen der Pferde profitieren könnten. „Jeder Mensch kann von ihnen lernen. Man muss sich dem Pferd nur öffnen“, so Reinhard Mantler. Er selbst wird ab November eine Gruppe Jugendlicher aus einem Heim in Steyr über ein Jahr mit den Pferden begleiten. Auch die Psychosomatik- Abteilung eines Salzburger Krankenhauses hat bereits begonnen, Pferde unterstützend in der Therapie einzusetzen. In Amerika und in Schottland gab es bereits einige Projekte mit Häftlingen. „Meine Erfahrungen aus der Bewährungshilfe sprechen dafür, mit Pferden zu arbeiten. Bisher gibt es bei uns zwar Sport im Gefängnis, Projekte mit Pferden sind aber noch nicht weit genug gediehen. In Amerika macht man Trainings mit Vergewaltigern, man führt sie mit Hilfe des Pferdes selbst in eine Ohnmachtssituation – sie stehen 400 kg Muskelmasse hilflos gegenüber“, sagt Sperl. Aber an weniger düsteren Orten, schon im Kindergarten oder in der Volksschule könnten die Menschenkinder viel von Pferdeerwachsenen lernen, denn schließlich entscheidet sich dort wie auf der Fohlenweide, wer die Gruppe anführen kann.

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Dieser Artikel ist in der Ausgabe 8/2006 erschienen. Pferderevue AbonnentInnen können ihn zusammen mit über 40.000 weiteren in unserem Online-Archiv kostenlos nachlesen. Einfach unter Service/Online-Archiv einloggen und in allen Heften aus 25 Jahren Pferderevue zum Nulltarif blättern!

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