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11.08.2016

Der Olympiaritt von Vici

Victoria Max-Theurer stellte bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ihre Della Cavalleria zum ersten Mal bei einem Großereignis vor und belegte im Grand Prix mit 71.129 % den 33. Platz. Die Qualifikation für den Spécial verpasste sie haarscharf um 0,371%. In der Mannschaftskonkurrenz liegt Deutschland auf Goldkurs.

Bewies bei ihrem ersten Großereignis großes Potential: Della Cavalleria mit Vici Max-Theurer. © Tomas Holcbecher
Bewies bei ihrem ersten Großereignis großes Potential: Della Cavalleria mit Vici Max-Theurer.
© Tomas Holcbecher
Ideale äußere Bedingungen herrschten beim Einritt der österreichischen Rekordmeisterin. Konzentriert absolvierte die Oldenburgerin Della Cavalleria, die erst ihren fünften internationalen Grand Prix ging, die erste Trabtour. Dann eine Schrecksekunde beim Rückwärtsrichten! Erst bei der zweiten Aufforderung durch ihre Reiterin ging die Stute die geforderten fünf Tritte rückwärts. Ein teurer Schnitzer, die sieben Richter gaben dafür nur zwischen 3,0 und 5,5! Aber sofort hatte die Oberösterreicherin ihre „Della“ an den Hilfen: ein wirklich ausdrucksvoller verstärkter Schritt, dann fehlerlose Wechsel, auch die Pirouetten gelangen einwandfrei. Mit einer Serie von 8,0 beim Schlusshalt ging die Prüfung zu Ende und der mitgereiste Fanclub schwenkte rot-weiß-rot! Obwohl die Tribünen zu lediglich einem Drittel gefüllt waren, kam Stimmung auf.
Feine Leistung, die leider nicht mit dem Weiterkommen belohnt wurde. © Tomas Holcbecher
Feine Leistung, die leider nicht mit dem Weiterkommen belohnt wurde.
© Tomas Holcbecher
Vici im Originalton: „Ich bin sehr zufrieden. Sie hat sich super geschlagen, das Stadion ist doch nicht ganz so einfach. In der Mitte spürte man auch den Wind ziemlich stark. Es waren ein paar Kleinigkeiten nicht perfekt. Aber wir hatten auch schöne Höhepunkte, zumindest hat es sich so angefühlt. Mehr kann ich erst nach dem Videostudium sagen,“ kommentierte die Österreicherin in der Mixed Zone. Die Vorbereitungen auf den Ritt hatten sich etwas kurios gestaltet: „Wir mussten ein paar Mal das Warm-up-Viereck wechseln.“
Der Fanclub scheute die weite Anreise nicht! © Tomas Holcbecher
Der Fanclub scheute die weite Anreise nicht!
© Tomas Holcbecher
Was die sportliche Karriere von „Della“ angeht, zeigte sich Vici zuversichtlich: „Das ist ja erst ihre erste internationale Grand Prix-Saison!“ Dass sie nicht mit Blind Date antreten konnte, hat sie abgehakt: „Natürlich wäre ich gerne mit ihr hier gestartet. Aber ich weiß auch, was ich an Della Cavalleria habe und bin auch sehr erleichtert, dass es so gut gegangen ist.“
Sichtlich erleichtert freut sich Vici über die Leistung ihrer Stute. © Tomas Holcbecher
Sichtlich erleichtert freut sich Vici über die Leistung ihrer Stute.
© Tomas Holcbecher
Nur ein Problem sieht Vici auf ihre Stute in Österreich zukommen: „Sie wird ein Resozialisierungsproblem haben. Hier hat sie ja drei Leute, die sich den ganzen Tag nur um sie kümmern. Da könnte es sein, dass es ihr zu Hause stinkt, weil es da auch andere Pferde gibt!“ Als Resümee bleibt: „Wir haben unser Soll mehr als erfüllt. In den ersten Tagen hörten wir auch viele positive Stimmen, viele Fachleute haben sie noch nie im Grand Prix gesehen. Und es ist schön, dass sie sich so weiterentwickelt hat. Vor einem halben Jahr hätte ich nie geglaubt, dass ich mit ihr auf Olympischen Spielen starten kann. Sie ist ja immer noch in der Entwicklung, obwohl sie schon 13 ist. Wir waren auch in eine sehr starke Gruppe gelost worden und wenn es dann ein paar Kleinigkeiten gibt, kostet das natürlich. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht hier zu reiten, was für mich auch sehr wichtig ist. Es war mein Ziel konzentriert zu sein, dafür ist man ja da und ich bin so froh und stolz, dass es uns so gut gelungen ist. Ich denke, wir haben Österreich gut vertreten. Wenn man unter den besten 60 weltweit ist, dann ist es eine Ehre hier zu sein. Es ist ein super Erlebnis, auch die anderen Reiter beim Arbeiten zu beobachten. man lernt bei solchen Großereignissen auch sehr viel. Es ist von vorne bis hinten ein klasses Erlebnis!“
Am Vortag stand noch ein Fachsimpeln mit Isabell Werth auf dem Programm. © privat
Am Vortag stand noch ein Fachsimpeln mit Isabell Werth auf dem Programm.
© privat
Bitter muss es für Renate Voglsang gewesen sein, den Grand Prix am TV mitzuverfolgen. Ihr Fabriano, mit dem sie in London 2012 mit 69,635 % den 34. Platz belegte und der in der Folge verkauft wurde, ging unter Masanao Takahashi in den Bewerb. Aber bei der Piaffe verweigerte der Hengst plötzlich die Mitarbeit, sodass am Ende für den Japaner nur 62,986 % herauskamen.
Kristina Bröring-Sprehe und Desperados befindet sich mit Deutschland auf Goldkurs. © Tomas Holcbecher
Kristina Bröring-Sprehe und Desperados befindet sich mit Deutschland auf Goldkurs.
© Tomas Holcbecher
In der Mannschaftskonkurrenz, die am Freitag mit dem Grand Prix Spécial entschieden wird, liegt nach dem Grand Prix Deutschland vor Großbritannien und USA/Niederlande.

Erste (schlechte) Nachrichten gibt es von den Springreitern: Da sich Simon Delestres Hermes Ryan in der Box verletzt hatte, musste der Franzose sein Olympiapferd schweren Herzens zurückziehen. An seiner Stelle wird nun Philippe Rozier fürs französische Team nachrücken.

So siehts aus

Hatte man vor einigen Wochen noch die Bilder gesehen, wie es im National Equestrian Center der Armee in Deodoro ausgesehen hatte, konnte man es sich nicht vorstellen, dass es hier irgendwann Olympische Spiele geben könnte. Doch das unscheinbare Viereck mit einer fixen, überdachten Tribüne (wo auch die Presse untergebracht ist) wurde wirklich in eine Championatsarena verwandelt.
Bisher gibt es keine Klagen über dieses Stadion: National Equestrian Center von Deodoro. © Tomas Holcbecher
Bisher gibt es keine Klagen über dieses Stadion: National Equestrian Center von Deodoro.
© Tomas Holcbecher
Die gesamte Anlage liegt weit weg vom touristischen Rio de Janeiro, eine Fahrt mit dem Bus auf der Olympic Lane ins Centro dauerte etwa gestern eine knappe Stunde, dann braucht man noch eine halbe Stunde zur Copacabana. In der unmittelbaren Umgebung (auf dem Bild im Vordergrund) dominieren die Militäreinrichtungen: Fallschirmspringerbataillone, berittenes Militär, Panzereinheiten, Flugbrigaden, Infanterieregimente – man verzeihe einem Nichtmilitaristen die laienhaften Ausdrücke! Alles picobello gepflegt und sauber, die Militärmusik probt jeden Morgen, kommt man zum Sicherheitscheck hörte man die Kommandos zu den Morgenappellen über die Straße schallen. Das umliegende Wohngebiet (im Bildhintergrund) vermittelt hingegen Tristesse pur. Windschiefe Häuser, keine Lokale, gerade mal eine Tankstelle. Keine Olympiateilnehmer, egal ob Offizieller, Athlet, Volunteer oder Journalist verirrt sich hierher.
So sieht das olympische Reitsportzentrum von oben aus. © Renato Sette Camara/Präfektur Rio
So sieht das olympische Reitsportzentrum von oben aus.
© Renato Sette Camara/Präfektur Rio
Militär wohin man blickt. © Ernst Kopica
Militär wohin man blickt.
© Ernst Kopica
Direkt neben der Vielseitigkeitsstrecke (links unten im Bild) wurde auf den letzten Drücker noch die sogenannte „Transolimpica“ fertig. Eine Autobahn, die derzeit nur von den öffentlichen Schnell-Bussen und den Olympiashuttles genutzt werden darf. Sonst gibt es noch viel Grün, der Blick von unserem Appartment schweift über grüne Wälder.
Die neue Autobahn Transolimpica führt direkt an der Geländestrecke vorbei. © Renato Sette Camara/Präfektur Rio
Die neue Autobahn Transolimpica führt direkt an der Geländestrecke vorbei.
© Renato Sette Camara/Präfektur Rio
In zwölf solcher Appartmentblocks wohnen Funktionäre, technisches Personal und Pressevertreter. © Ernst Kopica
In zwölf solcher Appartmentblocks wohnen Funktionäre, technisches Personal und Pressevertreter.
© Ernst Kopica
Abwechslung ist also angesagt, daher gab es gestern wieder einen kleinen Ausflug auf den Corcovado. Da störte es auch nicht, dass es oben stürmte und regnete, das Panorama entschädigte für vieles!
Dass ich am Corcovado frieren würde, habe ich nicht erwartet. Aber der Blick war phänomenal! © Ernst Kopica
Dass ich am Corcovado frieren würde, habe ich nicht erwartet. Aber der Blick war phänomenal!
© Ernst Kopica
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