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21.08.2017

Deutschland bekommt erstes Pferde-Krematorium

Seit Februar 2017 dürfen in Deutschland auch Pferde eingeäschert werden, bislang fehlt es aber an einer entsprechenden Einrichtung dafür. Das soll sich ab November ändern.

Für viele Pferdebesitzer hat das Pferd den Stellenwert eines Familienmitgliedes, für den sie sich nach dessen Ableben einen würdevollen Abschied wünschen. © eddy02 - Fotolia.com
Für viele Pferdebesitzer hat das Pferd den Stellenwert eines Familienmitgliedes, für den sie sich nach dessen Ableben einen würdevollen Abschied wünschen.
© eddy02 - Fotolia.com
Für die Einäscherung von Pferden sind sogenannte Großkrematorien nötig. Anlagen, die es europaweit nur wenige gibt – etwa in den Niederlanden, oder in der Schweiz. Dorthin mussten deutsche Pferdebesitzer bislang ausweichen, wollten sie ihrem geliebten Vierbeiner ein Ende beim Schlachter oder in der Tierkörperverwertung ersparen.

Doch schon bald soll es auch in Deutschland eine geeignete Einrichtung geben. Anfang Juni erfolgte im baden-württembergischen Hall der Spatenstich für ein neues Tier-Krematorium, noch im November soll es in Betrieb genommen werden. Die Betreiber Sandra und Jochen Lutz sind langjährige Profis im Business. 2003 eröffnete das Ehepaar sein erstes Humankrematorium in Schwäbisch Gmünd, 2006 folgte eine Anlage für Tiere in Oedheim bei Heilbronn, 2009 ein weiteres Humankrematorium am Haller Waldfriedhof. Dort entsteht nun auch die neue Großanlage, in der künftig Feuerbestattungen für Pferde möglich sein werden.

2,4 Millionen Euro investiert Familie Lutz in das Projekt. Geplant sind zwei Brennkammern – davon eine große für Pferde – und drei Abschiedsräume. „In unseren Augen hat jedes Tier Achtung verdient – ob groß oder klein. Wir freuen uns, wenn wir Tierfreunden den Abschied von ihrem Tier erleichtern und diesen würdevoll gestalten können“, so die Betreiber.

Neben der Kremierung will das Unternehmen, das unter den Namen dank&treu firmiert, als Serviceleistung auch die Überstellung des Pferdes zur Anlage anbieten. „Für viele Besitzer ist der Transport des eigenen Pferdes auf dem Weg zum Krematorium nur schwierig durchzuführen. Auf Wunsch übernehmen wir die deutschlandweite Überführung vom Stall oder vom Tierarzt. Der Transport wird mit einem speziell angefertigten Pferdeanhänger durchgeführt und erfolgt selbstverständlich mit größter Sorgfalt und Respekt vor dem verstorbenen Tier“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Anders als bei Menschen darf die Asche des kremierten Pferdes mit nach Hause genommen werden. Weil für die großen Tiere reguläre Urnen deutlich zu klein sind, wird nur ein Teil der Asche in einer vorher ausgesuchten Schmuckurne übergeben. Der übrige Teil kann entweder auf dem Gemeinschaftsgrab des Unternehmens beigesetzt oder ebenfalls mitgenommen werden.

ps
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