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07.04.2011

Deutschland brennt weiter

Nachdem ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Verbot des Schenkelbrandes am 25. März abgelehnt wurde, scheiterte jetzt auch der entsprechende SPD-Antrag.

Schenkelbrand © FotoLL - Fotolia.com
© FotoLL - Fotolia.com
Entsprechend erleichtert zeigte sich Dieter Stier, tierschutzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Viele Pferdezüchter, -halter und Reiter kümmern sich aufopfernd um ihre Tiere und lassen sich nicht als Tierquäler skandalisieren, wie das offensichtlich von einigen Akteuren immer wieder versucht wird", sagte Stier. Er erklärte, dass der Schenkelbrand eine sichere Kennzeichnungsmethode von Einhufern sei, welche nicht gegen einen hohen Tierschutzstandard in Deutschland verstoße und im Einklang mit europäischem Recht stehe. „Auch unter Tierschutzgesichtspunkten ist der Schenkelbrand eine Möglichkeit der Kennzeichnung“, unterstützt der Deutsche Bauernverband die Haltung der Koalition.

„Die deutschen Pferdezüchter wollen keine Sonderbehandlung, sondern nur, dass die EU-Verordnung auch in Deutschland gilt“, so Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereingung (FN). Derzeit ist nach EU-Recht eine alternative Kennzeichnung von Pferden erlaubt. Im Gegensatz zum EU-Recht, nach dem Pferde wahlweise mittels Transponder oder Schenkelbrand gekennzeichnet werden dürfen, ist in Deutschland das Chippen Pflicht. Der Brand ist zusätzlich erlaubt. „Unser Ziel ist es, dass die EU-Regelung eins zu eins auch in Deutschland gilt. Die deutschen Pferdezüchter sollen selbst entscheiden können, wie sie ihre Pferde kennzeichnen“, sagte zu Rantzau. Quelle: fn.press

Chip und alternative Kennzeichnung

Seit Juli 2009 müssen laut EU-Verordnung alle in einem Mitgliedstaat geborenen Pferde in ihren ersten sechs Lebensmonaten bzw. bis zum 31. Dezember des Geburtsjahres eindeutig individuell identifiziert sein und zwar mittels eines implantierten Transponders („Chip“) und eines daran gekoppelten Equidenpasses. Pferde, die bis zum 1. Juli 2009 bereits ordnungsgemäß identifiziert wurden, sprich einen Pferdepass hatten, gelten auch weiterhin als identifiziert und benötigen keinen Chip.

Prinzipiell ist von der Kommission der europäischen Gemeinschaften „die Verwendung elektronischer Kennzeichnung“ gefordert, sie lässt aber in Ausnahmefällen auch alternative Kennzeichnung zu, „sofern diese alternativen Methoden gleichwertige Garantien zur Verhinderung zur mehrfachen Ausstellung von Identifikationsdokumenten bieten.“ Der einzelne Mitgliedsstaat kann eine derartige alternative Kennzeichnung genehmigen. Manche Länder wie Dänemark oder die Niederlande haben den Brand aus Gründen des Tierschutzes ganz verboten.

Kennzeichnung in Österreich

Anders als Deutschland hat Österreich eine alternative Kennzeichnung erlaubt, statt der Kennzeichnung mittels Transponder wird in Österreich weiterhin der Brand, gekoppelt an eine DNA-Typisierung als Identifikationsmethode, angewandt. Das Zugeständnis der alternativen Kennzeichnung hat man laut Bundesministerium vor allem deswegen gemacht, um sich der Zusammenarbeit der Zuchtverbände bei der aufwendigen und verantwortungsvollen Aufgabe der Kennzeichnung alle Pferde zu versichern. Und schließlich werde mit dem Brand natürlich auch eine Marke verbunden, so DI Dr. Leopold Erasimus, Geschäftsführer der ZAP, der AWÖ und des LZV Niederösterreich im Interview mit der Pferderevue. „Der Brand ist auch ein Markenzeichen – so wie der Mercedes-Stern.“
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