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08.02.2011

Deutschland im Totilas-Fieber

Bei der Hengstschau in Vechta am 6. Februar löste Totilas Begeisterungsstürme aus. Beendet der Ausnahmehengst die Dressurkrise der Deutschen?

News Totilas Rath Vechta © Jacques Toffi
Das neue Traumpaar am Dressurhimmel?
© Jacques Toffi
Der Andrang war groß: rund 4.000 geladene Züchter und Reitsportfreunde durften am vergangenen Sonntag den lackschwarzen Gribaldi-Sohn unter seinem neuen Reiter Matthias Alexander Rath bewundern. Die Vorführung wurde mit tosendem Applaus und mitunter sogar Standig-Ovations belohnt.

Matthias-Alexander Rath gerät ins Schwärmen, wenn er von Totilas spricht: "Kaum waren wir in der Halle, hat er noch einmal 100 Prozent mehr gegeben. Auf leichten Schenkeldruck hat er mit noch spektakuläreren Bewegungen reagiert. Das kann wirklich nur er", verrät Rath im Interview mit RP Online. Mit exaltierter Aktion tanzte Totilas bei der Präsentation durch das Viereck, bei der Trabverstärkungen springt der Hengst aber einmal ungewollt in den Galopp. Für Rath ist ein solcher Patzer keine Überraschung: "Er ist körperlich und geistig eine Herausforderung für mich, weil er in allem extrem ist. Da kann ich nicht einfach einen Euro reinwerfen – und er läuft los."

Ende April wird Totilas auf Raths Heimatanlage im hessischen Kronberg überstellt, damit sich die beiden ganz auf die vor ihnen liegenden sportlichen Ereignisse konzentrieren können. Schließlich steht in diesem Jahr die Dressur-Europameisterschaft im niederländischen Rotterdam bevor.

Weltweites Interesse an Totilas' Genen

Für Paul Schockemöhle scheint sich die Millionen-Investition jedenfalls gelohnt zu haben. Rund 8000,- Euro beträgt die Decktaxe im Erfolgsfall. 4000,- Euro zahlt der Züchter sofort, weitere 4000,- Euro werden fällig, wenn die Stute trächtig ist. Und die Nachfrage nach dem berühmten Samenspender ist gewaltig. "Wir sind sehr zufrieden. Es ist ein weltweites Interesse da", bekundete Europas größter Pferdehändler gegenüber RP Online.

Privileg oder Bürde

Ob auch Ann Kathrin Linsenhoff mit dem Erwerb der Sportrechte an dem Hengst das große Los gezogen hat und damit auch Matthias-Alexander Rath, wird die Zukunft weisen. In der Tat lastet ein immenser Druck auf den Schultern des ehrgeizigen jungen Deutschen, und es scheint kaum etwas für ihn zu gewinnen zu geben. Kann er an die beeindruckende Erfolgsserie von Totilas unter seinem bisherigen Reiter Edward Gal anschließen, so wird es ob des pferdigen Ausnahmetalents als selbstverständlich hingenommen werden. Scheitert er, wird Rath wohl die alleinige Schuld für das Versagen angelastet werden. Ob der 26-jährige BWL-Student diesem Druck standhalten kann? Paul Schockemöhle jedenfalls ist überzeugt, dass mit Totilas auch wieder der Erfolg ins Lager der deutschen Dressurnation zurückkehren wird. "Diese Verbindung zwischen dem Haus Linsenhoff und der Station Paul Schockemöhle wird unseren deutschen Dressursport wieder ganz an die Spitze bringen", ist sich der Züchter sicher. Man darf gespannt sein, ob er recht behält.

Entwicklung oder Rückschritt? Urteilen Sie selbst!

Totilas unter Matthias-Alexander Rath bei der Hengspräsentation in Vechta





Totilas unter Edward Gal bei den Weltreiterspielen in Kentucky 2010


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