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14.09.2015

Deutschland zieht seine Lehren aus dem Fall Totilas

Dass mit Totilas ein nicht fittes Pferd bei den Dressur-Europameisterschaften in Aachen an den Start gebracht wurde, hat weltweit für Unverständnis und harsche Kritik gesorgt. Zumindest scheint man etwas aus dem Fall gelernt zu haben. Aber nur ein bisschen.

Schlussgruß in Aachen: Matthias Alexander Rath jubelte, Totilas entlastete sein schmerzendes Hinterbein. Es sollte die letzte Schlussaufstellung in der schillernden Karriere des einstigen Wunderpferdes sein. © Tomas Holcbecher
Schlussgruß in Aachen: Matthias Alexander Rath jubelte, Totilas entlastete sein schmerzendes Hinterbein. Es sollte die letzte Schlussaufstellung in der schillernden Karriere des einstigen Wunderpferdes sein.
© Tomas Holcbecher
Totilas hatte bei seinem Auftritt im Mannschaftswettbewerb der Europameisterschaften in Aachen Unregelmäßigkeiten im Bewegungsablauf gezeigt und wurde von den weiteren Prüfungen zurückgezogen. Anschließend wurde ein Knochenödem im Kronbein des linken Hinterbeines diagnostiziert. Der Hengst wurde daraufhin von seinen Besitzern und dem Reiter Matthias Alexander Rath aus dem Sport verabschiedet.

Dass es Totilas überhaupt ins Team geschafft hatte, war einer Reihe an Extrawürsten und zugedrückten Augen zu verdanken. Denn während andere Pferde ihre Leistungsfähigkeit mehrfach in internationalen Konkurrenzen sowie bei zwei verpflichtenden Sichtungssterminen unter Beweis stellen mussten, genügten Rath und seinem Millionenhengst nach einjähriger Verletzungspause ein Start außer Konkurrenz bei einem Hinterhofturnier in den Niederlanden sowie zwei 80-Prozent-Ritte bei der letzten Sichtung in Hagen. Die Kür sparte man sich bei dieser Gelegenheit allerdings gleich, man wollte den Hengst nach der langen Pause nicht zu viel zumuten und Totilas wurde nach zwei Bewerben wieder nach Hause geschickt. So etwas soll in Zukunft nicht mehr möglich sein.

„Wir wussten bereits bei der Nominierung des Pferdes, dass es verletzungsanfällig ist, denn das war es bereits in vorhergegangen Jahren. Deshalb hätten wir noch sensibler auf den aktuellen Gesundheitszustand achten müssen. Das war rückblickend betrachtet ein Fehler“, erklärt DOKR-Geschäftsführer Dr. Dennis Peiler nun in einer aktuellen Aussendung der FN.

Nun besinnt man sich also  auf den ursprünglichen Sichtungsweg zurück. Alle potentiellen Championatspferde sollen damit künftig im Vorfeld einer Nominierung mehrfach ihre Belastungsfähigkeit im Wettkampf unter Beweis stellen müssen, so das DOKR. Sich daran konsequent zu halten, darauf würden auch alle Disziplinausschüsse hingewiesen.

DOKR spricht Dressur-Teamführung ausdrückliches Vertrauen aus

Damit hat es sich aber auch schon wieder in Sachen Konsequenzen. Denn obwohl es schon vor der EM große Kritik an der Dressur-Teamführung gegeben hatte, durch welche die Nominierung von Totilas erst möglich gewesen war, bleiben Bundestrainerin Monika Theodorescu und Equipechef Klaus Röser weiterhin fest im Sattel. Das bestätigte das DOKR, das dem Führungsteam sein ausdrückliches Vertrauen aussprach. Anscheinend haben dem Komitee die Beteuerungen, man habe die überdeutlichen Taktunreinheiten im Vorfeld nicht gesehen, weil man ungünstig gestanden habe, am Ende doch ausgereicht...
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