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24.11.2016

Dicke Pferde setzen sich durch

In einer Pferdeherde haben die Dicken das Sagen. Zu dieser Erkenntnis kam ein Team britischer Wissenschaftler bei seinen Untersuchungen zum Thema Rangordnung. Je höher die Position eines Pferdes war, desto dicker war es in der Mehrzahl der erhobenen Fälle.

In einer Studie britischer Forscher war der Dominanzgrad bei übergewichtigen Pferden bis zu elfmal höher im Vergleich zu ihren schlanken Artgenossen. © www.slawik.com
In einer Studie britischer Forscher war der Dominanzgrad bei übergewichtigen Pferden bis zu elfmal höher im Vergleich zu ihren schlanken Artgenossen.
© www.slawik.com
Die Wissenschaftler der Universität in Bristol beobachteten und analysierten mit Hilfe von Videoaufzeichnungen 203 domestizierte Pferde in Offenstallhaltung während der Fütterung. Dabei wurden allen Pferden einer Herde individuelle Futterportionen vorgelegt - und zwar zeitgleich.

Während dieser Phase dokumentierten die Forscher die Anzahl an "Verschiebungen", die sich in der Folge zwischen den einzelnen Herdenmitgliedern aufgrund des Futterangebots ergaben. Die Stärke der Dominanz bzw. der hierarchische Rang wurden anhand der Entfernungen zwischen den Tieren und dem Futter gemessen - also beispielsweise die Häufigkeit, mit der ein Tier ein anderes von der Futterstation vertrieb bzw. selbst vertrieben wurde.

Zusätzlich wurde der Ernährungszustand der Pferde mit Hilfe des Body Condition Scores (BCS) anhand einer Neun-Punkte-Skala ermittelt und von jedem Versuchspferd Alter und Größe erhoben.

Bei der Auswertung der Daten ergab ein für die Forscher verblüffendes Bild: Es wurde eine starke Beziehung zwischen der Dominanz und dem BCS identifiziert. Der Dominanz-Grad war bei übergewichtigen Pferden bis zu elfmal höher im Vergleich zu ihren schlanken Artgenossen. Aber auch das Alter der Tiere hatte Einfluss auf das Verhalten gegenüber Herdenmitgliedern. Pferde mittleren Alters waren eher dominant als jüngere und ältere Tiere. Die Größe hingegen hatte scheinbar keinen Einfluss auf den Rang innerhalb der Herde.

Die Autoren dieser Studie weisen jedoch darauf hin, dass Dominanz bei Pferden sehr kontextspezifisch ist: Ein in Bezug auf Futter sehr dominantes Tier muss nicht zwingend in allen Lebensbereichen ein vergleichbares Verhalten zeigen. Möglicherweise ist es in einem anderen Kontext, beispielsweise bei der Nutzung des Unterstands, weniger dominant.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Im Rahmen ihrer Untersuchungen stellten die Wissenschaftler außerdem fest, dass es in Herden, in denen es kaum Unterschiede in der Gruppenzusammensetzung hinsichtlich Alter und Größe gibt, häufiger zu Spannungen kommt, als in stärker durchmischten Herden. Für die Forscher ein Hinweis darauf, dass größere Variabiliät in der Herdenzusammensetzung für ein friedlicheres Miteinander sorgt. 

aid/ps
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