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30.09.2011

Die Mutter der Dressurnation, Gerda Rankl, wird 82

25 Jahre lang lenkte Gerda Rankl als ehrenamtliche Dressurreferentin die Geschicke des österreichischen Dressursportes. Und hat geschafft was in der Reitsportwelt Seltenheitswert hat: Spricht man mit anderen über sie, bekommt nur Gutes zu hören, ausnahmslos.

Liebe Leserin, lieber Leser,

es war ein anregender Tag in äußerst angenehmer Gesellschaft gewesen, aber bereits auf der Heimfahrt dämmerte mir, dass etwas ganz grundsätzlich schiefgelaufen war: Ich hatte kaum etwas über meine Gesprächspartnerin selbst erfahren. Nicht gerade optimale Voraussetzungen für ein Porträt…

Gerda Rankls Zurückhaltung ist legendär – und sie ist genau so bescheiden und uneitel, wie sie übereinstimmend von allen, die sie kennen, geschildert wird. Zum Glück ist sie auch hilfsbereit – und hat vor unserem Besuch bei ihr die wichtigsten Lebensdaten und Ereignisse in akkurater Handschrift auf einem Briefbogen festgehalten, den sie uns kurz nach der Begrüßung überreicht, als wollte sie damit sagen: So, das wäre also erledigt, kommen wir zu wichtigeren Dingen… Wichtiger ist alles andere: die Familie, die Pferde, die Hunde, der Garten – in ungefähr dieser Reihenfolge. Also sprechen wir über den Garten, die Hunde, die Pferde, die Familie. Über sie nicht. Über sie müssen andere sprechen, will man etwas über Gerda Rankl und ihre Verdienste erfahren. Und auch das ist ziemlich einzigartig: Dass über eine Frau, die immerhin fast 40 Jahre lang zunächst als Richterin, dann als Funktionärin den Dressursport in Österreich gestaltete, nur Gutes gesagt wird, ausnahmslos. Immer noch klingt Erstaunen nach in den Erzählungen, dass es eine Person, eine Funktionärin gegeben hat, die sich so ganz in den Dienst einer Sache gestellt hat, die immer das Wohl aller, auch der Pferde, und das Beste für den Sport im Auge hatte, und der es gelang, aus EinzelkämpferInnen ein Team zu formen, in dem jede und jeder nach ihren und seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten zur Geltung kam, respektiert und anerkannt wurde. Dankbarkeit ist zu spüren, für eine Frau, die viel von ihrer Freizeit opferte, die immer da war und ein offenes Ohr für alle Probleme hatte – und der es immer gelang, einen Konsens zu finden. Nicht aus Schwäche oder weil sie Konflikten aus dem Weg ging, sondern aus Respekt vor dem anderen, den sie immer ernst nahm und den sie mit guten Argumenten lieber vom Richtigen überzeugen als mit Geboten brüskieren wollte.

Im Oktober feiert Gerda Rankl Geburtstag, keinen runden, den haben wir leider versäumt. Das Porträt dazu reichen wir in unserer Oktoberausgabe ab Seite 20. Herzlichsten Glückwunsch!

Herzlichst,

Eva Morawetz
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