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06.03.2011

Die vergessenen Tiere der Revolution

Vier Pfoten startet einen Hilfseinsatz für die Tiere aus der Tourismusindustrie

Agypten Pferde © Kyrsten
800 Pferde, über 1.000 Kamele und unzählige Esel sind von der schwierigen Situation in Ägypten betroffen.
© Kyrsten
Während einer politischen Krise wird oft auf die vergessen, die keine Stimme haben - die Tiere. Die Kamele und Pferde, die normalerweise in der ägyptischen Tourismusindustrie eingesetzt werden, verhungern. Pferderevue Online hat bereits vor drei Wochen über die Pferdetragödie berichtet, die sich derzeit in Ägypten abspielt. Aufgrund der politischen Revolution hat das Land, das normalerweise vom Tourismus lebt, kaum noch Besucher, die Grundversorgung vieler Tiere ist dadurch nicht mehr gewährleistet.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten lässt in einem Hilfseinsatz den leidenden Tieren Futter und medizinische Versorgung zukommen.
In Ägypten arbeiten für gewöhnlich hunderttausende Menschen im Tourismus, viele tausend von ihnen haben Pferde, Kamele und Esel als Attraktion für die Besucher der Pyramiden in Luxor oder in Kairo. durch die aktuelle Krise in dieser Region sind sie nicht mehr imstande, ihre Tiere zu versorgen. Viele Tiere sind bereits gestorben. Dem Team der Vier Pfoten ibot sich in Kairo ein morbides Bild: Auf den Straßen lagen Tierkadaver, vermischt mit allen möglichen Formen von Abfall. Die Tiere, die noch am Leben sind, kämpfen mit Hunger, schmerzhafen Wunden und falscher Ausstattung wie etwa unpassenden Halftern - und die Menschen in Ägypten haben keine Kapazitäten, um ihnen zu helfen.

Medizinische Versorgung steht an erster Stelle

Dr. Amir Khalil, der Leiter des Vier-Pfoten-Hilfseinsatzes in Kairo, berichtet: "Unseren ersten Beobachtungen zufolge sind mehr als 800 Pferde, über 1000 Kamele und eine unbekannte Zahl an Eseln betroffen." Sie brauchen dringend medizinische Versorgung und Futter. Das Team der Vier Pfotent konzentrierte sich nach seiner Ankunft in erster Linie auf die medizinische Versorgung. Viele der Tiere haben schlimme Wunden und leiden unter schlechten Haltungsbedingungen. Hilfe von staatlicher Seite gibt es nicht.
Alleine am ersten Behandlungstag konnte 81 Kamelen und 14 Pferden geholfen werden. Viele von ihnen hatten Wunden aufgrund von Metallteilen im Zaumzeug, außerdem gab es einige Verletzungen aufgrund von fehlerhafter Nutzung der Sättel, auffällig viele Tiere litten an Hauterkrankungen.Unzählige offene Wunden wurden mit Anitbiotika und Entzündungshemmern behandelt.

Futter gegen den Hunger

Etwa 12,500 Kilogramm Futter wurden bisher an die Kamelbesitzer verteilt. Damit ist die Versorung von 400 Kamelen in der Pyramidenregion für etwa eine Woche sichergestellt. Freilich ist die Verteilung des Futters eine sehr schwierige Angelegenheit, denn jeder Tierbesitzer möchte so viel wie möglich für die eigenen Vierbeiner bekommen, der Blick für die Gesamtsituation fehlt. "Daher legten wir unser Augenmerk auf eine ausgeklügelte Organisation der Futtervergabe - allein schon aus Gründen der Sicherheit für unser Team. Wir haben aber auch sehr viel Unterstützung erfahren, viele junge Ägypter erklärten sich spontan bereit, uns zu helfen. Wir sehen dies als ein sehr positives Zeichen für die Zukunft der jungen Generation", sagt Dr. Amir Khalil.
Laut Pressemitteilung der Vier Pfoten wird der Eisnatz noch einige Wochen andauern. Das Ziel ist es, alle betroffenen Tiere medizinisch zu stabilisieren und ihre Versorgung zu sichern. Die Anwesenheit der vielen jungen Freiwilligen lässt hoffen, dass auch nach Ende des Einsatzes die Tiere weiterhin gut versorgt werden.

Quelle: Pressmittelung
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