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18.10.2013

Distanzreitsport weiter im Kreuzfeuer der Kritik

Doping, Verletzungen, Todesfälle - die Missstände im Distanzreitsport ziehen seit Monaten ihre Kreise in den Medien. Vor allem Vertreter der Pferdesportverbände aus Belgien, Frankreich und der Schweiz werfen der FEI vor, zu wenig gegen die Misere zu unternehmen. In einer offiziellen Ausssendung wehrt sich die FEI nun massiv gegen die vorgebrachten Anschuldigungen.

Doping, Verletzungen, Todesfälle - die Missstände im Distanzreitsport ziehen seit Monaten ihre Kreise in den Medien. © Gilly Wheeler / FEI
Doping, Verletzungen, Todesfälle - die Missstände im Distanzreitsport ziehen seit Monaten ihre Kreise in den Medien.
© Gilly Wheeler / FEI
Konkret reagiert der Weltreiterverband mit seiner Pressemitteilung auf ein Interview des belgischen Distanz-Cheftrainers und FEI-Komitee-Mitglieds Pierre Arnould mit dem britischen Telegraph Sport. Darin erhebt Arnould massive Kritik an der FEI, die einfach zu wenig gegen die gravierenden Missstände im Distanzreitsport unternehme. Seit dem immer größer werdenden Einfluss der arabischen Nationen in dieser Disziplin sei die Zahl der Dopingfälle drastisch gestiegen. 33 Anhörungen vor dem FEI-Tribunal stünden im Zusammenhang mit gedopten Pferden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, mehr als 20 davon stammten aus Ställen von FEI Präsidentin Hayas Ehegatten, Scheich Mohammed bzw. seiner Familie. Abgesehen von der Dopingproblematik würde die Zahl stressbedingter Beinbrüche in den Hochgeschwindigkeitsrennen des Nahen Ostens völlig eskalieren. Arnould spricht von dutzenden Pferden, die während oder nach einem Distanzrennen in Rahmen der 2011er/2012er Nahost-Saison ums Leben kamen. Angesichts dieser höchst besorgniserregenden Entwicklungen sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Distanzreitsport offiziell verboten würde, so der Belgier.

De Vos: "Arnoulds Verhalten völlig inakzeptabel"


Entsprechende Gegenwehr kommt nun von Seiten der FEI. In einem offiziellen Statement verkündete Generalsekretär Ingmar de Vos:

„Aus einer Reihe von Gründen kann ich die öffentliche Erklärung Pierre Arnouds, einem Mitglied des Distanz-Komitees der FEI, nicht hinnehmen:
  • Pierre Arnould hat unbegründete Behauptungen über den Distanzsport aufgestellt und damit die Disziplin und die FEI in Verruf gebracht
  • Arnould hat öffentlich erklärt, dass die FEI-Dienststelle Vorschläge des Distanz-Komitees abgelehnt hat. Das ist absolut unwahr.
  • Pierre Arnould sprach als Mitglied des FEI-Distanz-Komitees ohne Auftrag oder vorherige Absprache. Der Vorsitzende des Ausschusses hat Herr Arnould zu diesem Thema bereits angeschrieben.
Wie alle Mitglieder des Ausschusses der FEI hat auch Pierre Arnould eine Verschwiegenheitserklärung sowie eine Erklärung zur aktiven Unterstüzung der FEI-Grundsätze unterzeichnet.“
 
Laut de Vos sei dies nicht nur eine rechtliche Frage, Arnoulds Vorstoß zeige zudem einen völligen Mangel an Respekt seinen Kollegen im Ausschuss gegenüber. Es sei dies ein klarer Verstoß gegen die unterzeichneten Vereinbarung und Arnoulds Verhalten völlig inakzeptabel.

Wie es in dieser Sache weitergehen soll, will der FEI-Generalsekretär gemeinsam mit den betroffenen Parteien besprechen. De Vos betont jedoch, dass sich die FEI bereits seit einiger Zeit sehr intensiv mit der bestehenden Problematik im Distanzsport auseinandersetze und um Lösungen dringend bemüht ist. So habe man bereits 2012 das Regelwerk des Distanzsports eingehend unter die Lupe genommen und der Disziplin im Rahmen Sports Forums eine eigene Arbeitssitzung gewidmet. Mit einem Gespräch am runden Tisch, der Bildung der Endurance Strategic Planning Group (ESPG) und dem Start einer Studie rund um die Verletzungsfälle 2013, habe man sich klar der sicheren Weiterentwicklung des Distanzreitsports verpflichtet.
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