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25.10.2013

Distanzsport: FEI und Verbände sind sich der Probleme bewusst

Die FEI steht nach der immer heftiger ausfallenden Kritik am zunehmend korrumpierten und tierschutzrechtlich fragwürdig gewordenen Distanzsport mit dem Rücken zur Wand. Den Anfang in einer Reihe geplanter Maßnahmen machte diese Woche ein Seminar in Abu Dhabi.

Der Distanzsport kommt aufgrudn von Dopingvorwürfen, Unfällen und Manipulationen derzeit nicht aus den Schlagzeilen der internationalen Medienwelt - dem will die FEI mit einer Liste von Maßnahmen nun entgegenwirken. © Gilly Wheeler / FEI
Der Distanzsport kommt aufgrudn von Dopingvorwürfen, Unfällen und Manipulationen derzeit nicht aus den Schlagzeilen der internationalen Medienwelt - dem will die FEI mit einer Liste von Maßnahmen nun entgegenwirken.
© Gilly Wheeler / FEI
Geladen waren Reiter, Trainer, Richter, Stewards, Veranstalter, Tierärzte und Vertreter der europäischen Pferdesportverbände EEF (European Equestrian Federation). Besonders die Verbände aus Belgien, Frankreich und der Schweiz hatten zuletzt immer häufiger ihrem Missfallen an der Misere im internationalen Distanzsport öffentlich Luft gemacht. Rechtzeitig zu Beginn der Wettkampfsaison Ende Oktober in den arabischen Ländern – die ihrerseits durch Unfälle, Manipulationen und Doping großen Anteil an den aktuellen Missständen haben – standen deshalb die Probleme der Disziplin im Zentrum der Gespräche.

Dr. Hanfried Haring, der als Präsident der EEF gemeinsam mit Soenke Lauterbach, dem Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, am Seminar teilnahm, zieht in einer Pressemitteilung der deutschen FN ein insgesamt positives Fazit: „Die Diskussion hat eines gezeigt: Jedem, einschließlich der arabischen Welt, ist klar, dass diese FEI-Disziplin dringender Verbesserungen bedarf. Wir haben ein weltweites Problembewusstsein feststellen können.“

Regeln sind gut, müssen aber eingehalten werden

Deutlich geworden sei allerdings auch, dass das internationale Reglement für das Distanzreiten an sich zwar sinnvoll sei, aber nicht konsequent genug eingehalten bzw. sogar bewusst dagegen verstoßen werde. Im Zuge des FEI-Seminars wurden zahlreiche Vorschläge diskutiert, unter anderen höhere Qualifikationsanforderungen an Reiter und Pferde für lange Ritte, längere Erholungspausen für die Pferde sowie Trainingskontrollen der Pferde außerhalb der Wettkampfzeiten.

Weitere Schritte festgelegt

Bei der FEI-Jahrestagung am 6. November in Montreux (SUI) soll das Thema erneut diskutiert und einige, der Sicherheit der Pferde dienende Reglementänderung verabschiedet werden. Zudem ist für Februar eine Endurance-Konferenz geplant, die als Vorbereitung des FEI-Sportforums im April gilt. Und auch dort soll der Disziplin der Schwerpunkt gewidmet werden. EEF-Präsident Dr. Hanfried Haring gibt sich zuversichtlich: „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, als könnten wir mit einem Schlag die ganze Welt verändern. Aber ich bin sicher, dass die in diesem Sommer gegründete Strategiekommission Endurance in dem Seminar gute Anregungen und Impulse für ihre weitere Arbeit erhalten hat. Was im Distanzsport verändert werden muss, wird jetzt in Angriff genommen.“

Die Schlagkraft ebendieser Strategiekommission war zuletzt von Belgiens Nationaltrainer Pierre Arnould in einem Interview mit dem britischen Telegraph Sport heftig angezweifelt worden. In einer E-Mail an Andrew Finding, den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, bezeichnete Arnould den aktuellen Bericht der Kommission als „Liste von Platituden“, die nichts lösten und „zweifellos das Image des Pferdesports allgemein und der FEI im Besonderen verderben werden.“

Im Hinblick auf die wiederkehrende Kritik einzelner Verbände und Personen fordert FN- Generalsekretär Soenke Lauterbach gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten: „Eine Verbesserung der Situation kann nur dann gelingen, wenn alle Verantwortlichen, also die nationalen Verbände, Offiziellen und Veranstalter, Hand in Hand mit den Reitern und Trainern arbeiten.“ Damit stößt er ins gleiche Horn wie Präsidentin Haya, die jüngst in einem dringlichen Brief die nationalen Verbände zur Unterstützung aufrief:„Ich appelliere an Sie, Ihrer FEI bei dieser schwierigen Aufgabe zu helfen.“