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14.06.2014

Drama in Luhmühlen: Eventer beklagen den Tod eines Reiters und eines Pferdes

Nach einem Sturz im Gelände des CCI4* in Luhmühlen erlag der deutsche Kaderreiter Benjamin Winter am Samstag seinen schweren Verletzungen. Zuvor hatten bereits zahlreiche Unfälle und der Tod eines Pferdes das Turnier überschattet.

Schock und Trauer herrschten am Samtag beim internationalen Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen: Nach einem Sturz im Gelände starb der Deutsche Benjamin Winter. © Tomas Holcbecher
Schock und Trauer herrschten am Samtag beim internationalen Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen: Der 25-jährige Deutsche Benjamin Winter stürzte im Gelände mit seinem Pferd Ispo so schwer, dass er zunächst ins Krankenhaus gebracht wurde, wo er später seinen Verletzungen erlag.
© Tomas Holcbecher
Winter war auf der 6.500 Meter langen Geländestrecke der Vier-Sterne-Prüfung an Hindernis 20 gestürzt. Beim Aufprall auf den Boden geriet der Reiter unter sein Pferd. Doch während der zehn Jahre alte Westfalenwallach Ispo ohne gröbere Blessuren wieder hochkam, blieb Winter schwer verletzt liegen. Das Mitglied des deutschen Perspektivkaders Vielseitigkeit wurde sofort mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen, doch trotz aller Bemühungen der Ärzte konnte der 25-jährige Dortmunder nicht mehr gerettet werden. Mit dem erfahrenen 16 Jahre alten Wallach Wild Thing hatte Winter den Geländeritt in der Lüneburger Heide kurz zuvor noch ohne Fehler absolviert.

Fataler Sturz

Die leitende Notärztin äußerte erste Vermutungen über den Unfallhergang: „Im Grunde war die Art des Sturzes fatal. Benjamin Winter ist sehr unglücklich gefallen. Die Geschwindigkeit und die Höhe des Hindernisses waren dabei meines Erachtens nicht ausschlaggebend“, wird Dr. Annette Lorey-Tews in der Pressemitteilung des Turnierveranstalters zitiert. Dennoch will man den Unfallhergang genau analysieren, wenngleich FEI Sicherheitsberater David O’Connor (USA) einräumte: „Wir Reiter entscheiden uns bewusst für diesen Sport. Es war ein tragischer Unfall, doch wir können den Sport nicht sicherer machen als das Leben selbst.“

„Die Strecke war leichter als im vergangenen Jahr“, betonte Parcoursbauer Mark Phillips, dennoch sei natürlich „jeder Sturz ein Sturz zuviel.“ Das Hindernis, an dem Winter und Ispo scheiterten, galt als relativ leicht. Es gehört seit gut sechs Jahren zum Parcours.

Zahlreiche Unfälle

Nichtsdestotrotz hatten bereits im Vorfeld mehrfach ernsthafte Zwischenfällen das Turnier überschattet. So kam der 15-jährige Wallach Liberal des britischen Eventers Tom Crisp unmittelbar nach Sprung sieben mit seinem Reiter zu Fall und verendete noch an Ort und Stelle. Als Todesursache wird ein Aorta-Abriss vermutet. Crisp kam ohne Verletzungen davon. Weniger Glück hatte seine Landsfrau Georgie Spence. Die Britin zog sich beim Sturz mit ihrem Pferd Limbo einen Schlüsselbeinbruch zu.

Ungeachtet der tragischen Ereignisse will man in Luhmühlen weiterreiten. „Benjamin hat für die Vielseitigkeit gelebt und sich so auf die Vier-Sterne-Prüfung hier in Luhmühlen gefreut. Mein Sohn würde sich wünschen, dass es morgen weitergeht", sagte Sybille Winter, Mutter des Verstorbenen, und plädierte gleichzeitig dafür, den Tod ihres Sohnes nicht dazu zu nutzen "den Sport in der Öffentlichkeit schlecht zu reden".  In einem Meeting am Abend beschlossen die Reiter deshalb, das Turnier in Sinne des verstorbenen Kollegen fortzusetzen.

Großes Talent

Benjamin Winter galt in Reiterkreisen als großes Talent. 2009 war der passionierte Buschreiter Deutscher Meister der Jungen Reiter und nahm in dieser Altersklasse drei Mal an Europameisterschaften teil. 2008 gewann er Bronze und sowohl 2009 als auch 2010 Silber mit dem Team. Danach konnte Winter sich auch im Seniorenlager bestens behaupten. Bereits 2011 gehörte er zum deutschen Aufgebot bei den Europameisterschaften in Luhmühlen, wo er mit Wild Thing Z Platz 18 belegte. Im vergangenen Jahr beendete der Sportsoldat die EM in Malmö mit Ispo auf dem 13. Platz.
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