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08.04.2014

Droht 2014 eine Insekteninvasion?

Der Winter war mild, der Frühling begann zeitig und unverhältnismäßig warm. Ideale Bedingungen also für ein ungewöhnlich insektenreiches Sommerhalbjahr? Das kommt darauf an, sagen Experten.

Fliegen, Bremsen und Mücken warten derzeit noch auf ergiebigen Regen - Zecken sind aufgrund der milden Temperaturen hingegen schon seit Monaten aktiv. © Sven Cramer - fotolia.com
Fliegen, Bremsen und Mücken warten derzeit noch auf ergiebigen Regen - Zecken sind aufgrund der milden Temperaturen hingegen schon seit Monaten aktiv.
© Sven Cramer - fotolia.com
Ein milder Winter macht noch keine Insektenplage - so viel, zumindest, steht fest. Auch lange Frostperioden sind kein Garant dafür, dass den Plagegeistern der Gar aus gemacht wird, denn Mückenarten wie die Gelse oder Gnitze haben quasi einen eingebauten Frostschutz. Bestimmte Substanzen in ihren Körpern schützen effektiv vor dem Erfrierungstod - anders könnten Stechmücken beispielsweise in Sibirien mit seinen Eiswintern gar nicht überleben.

Viel entscheidender als die Temperaturen im Winter sind hingegen die Entwicklungsbedingungen im Frühjahr und Sommer. Ausreichend Wasser sorgt dafür, dass die fliegenden Plagegeister optimale Brutbedingungen für ihre Larven vorfinden. Die anhaltende Trockenheit macht den Blutsaugern derzeit also einen Strich durch die Rechnung. Lange und ergiebige Regenfällen könnten allerdings zu einer explosionsartigen Vermehrung von Mücken, Bremsen und Fliegen beitragen, wenn ihnen hohe Temperaturen folgen.

Zecken auf dem Vormarsch

Während manche also nur noch auf das richtige Maß an Feuchtigkeit warten, profitieren Milbenarten wie die Zecke bereits jetzt von den warmen Temperaturen des Winters. Experten gehen davon aus, dass sich die blutsaugende Ektoparasiten dank des ausgebliebenen Frosts und dem frühen Frühling überdurchschnittlich entwickelt haben könnten. Damit steigt zugleich die Gefahr der Borreliose-Infektionen. Statistiken zufolge ist österreichweit jede fünfte Zecke mit Borrelien verseucht, ein erhöhtes Risiko besteht für die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten und die Steiermark. Die Symptome der bakteriellen Infektion beim Pferd reichen von Muskelverspannungen, Gelenksproblemen und damit einhergehende Lahmheiten, bis hin zu Organerkrankungen und Allergien. Auch Headshaking und erhöhte Infektanfälligkeit werden im Zusammenhang mit Borreliose genannt.

So vielfältig die Symptome, so schwierig war bislang die eindeutige Diagnose. Weil oft Wochen und Monate vergehen, bis die pathologischen Auswirkungen beim Pferd sichtbar werden, können diese kaum noch direkt mit einem Zeckenbiss in Verbindung gebracht werden. Ein neues Testverfahren soll nun erstmals zuverlässig Aufschluss darüber geben, ob ein Pferd tatsächlich an einer akuten Infektion laboriert oder gar eine chronische Erkrankung vorliegt.

In Sachen Prävention steckt die Forschung allerdings noch in den Kinderschuhen. An einer Schutzimpfung für den Humanbereich wird derzeit zwar mit Nachdruck gearbeitet, Experten gehen allerdings davon aus, dass es noch Jahre dauern wird, bis ein sicherer, nebenwirkungsfreier Borreliose-Impfstoff auf den Markt kommt. Wann es ein adaptiertes Produkt für die Anwendung an Tieren geben wird, steht damit völlig in den Sternen.

Bis es so weit ist, sollten Pferde beim täglichen Putzen gründlich auf Zecken untersucht und diese schnellstmöglich fachgerecht entfernt werden, denn das Risiko einer Infektion steigt, je länger eine infizierte Zecke saugen kann. Zusätzlich können Pflegeprodukte mit dem Inhaltsstoff Permethrin (z.B. Wellcare®) angewendet werden, die allerdings nicht ganz frei von Nebenwirkungen sind.

Mehr darüber, wie Sie Ihr Pferde effektiv vor Zecke, Bremse, Mücke und Co schützen, lesen Sie in der Mai-Ausgabe der Pferderevue, erhältlich ab 22. April am Kiosk und im Abonnement.
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