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14.09.2015

EM-Doppelgold für Deutschlands Vielseitigkeitsreiter

Daniel Dunst nach Sturz bei EM wohlauf

Die Deutschen sind im Busch derzeit einfach eine Klasse für sich. In einer lehrbuchreifen Demonstration ritt die Auswahl rund um Ausnahmereiter Michael Jung bei den Europameisterschaften in Blair Castle, Großbritannien, zum dritten Mal in Folge zu EM Gold - und auch der Olympiasieger prolongierte seinen Gold-Status um ein weiteres Jahr.

Michael Jung (GER) holte in Blair Castle seinen dritten EM-Titel in Folge, Teamkollegin und Weltmeisterin Sandra Auffarth sicherte sich Silber vor Frankreichs Thibaut Vallette. © Jon Stroud/FEI
Michael Jung (GER) holte in Blair Castle seinen dritten EM-Titel in Folge, Teamkollegin und Weltmeisterin Sandra Auffarth sicherte sich Silber vor Frankreichs Thibaut Vallette.
© Jon Stroud/FEI
„Dass wir hier in England mit einem solchen Abstand gewonnen haben, das ist wie im Fußball ein 7:1 gegen Brasilien“, sagte Bundestrainer Hans Melzer lachend. In der Tat waren die deutschen Reiter von Anfang an eine Klasse für sich, insbesondere im Gelände und im Springen. So beendeten alle vier Teamreiter – von Weltmeisterin und jetzt EM-Silbermedaillengewinnerin Sandra Auffarth über Ingrid Klimke und Dirk Schrade bis hin zu Michael Jung – den Kurs von Parcourschef Ian Stark ohne Hindernisfehler und blieben allesamt auch im Springen fehlerfrei. Damit kamen am Ende 122,7 Minuspunkte zusammen, die zweitplatzierten Briten sammelten 173,3 Minuspunkte an! Dieses Ergebnis ist auch insofern bemerkenswert, als dass die deutsche Mannschaft die einzige von elf angetretenen war, die alle Reiter in die Wertung brachte. „Unsere Pferde waren alle fit und gut vorbereitet. Aber diese geschlossene Teamleistung hat mich selbst überrascht“, sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Anders ging es der Konkurrenz. So mussten die Briten beispielsweise auf ihren Frontmann William Fox-Pitt verzichten, der mit Bay My Hero bereits in der Dressur das Streichergebnis lieferte und im Gelände nach zwei Verweigerungen aufgab. Schließlich vergab auch noch Einzelreiterin Izzy Taylor mit KBIS Briarlands Matilda mit zwei Abwürfen im Springen die Chance auf einen Podestplatz. An ihrer Stelle durfte sich Colonel Thibaut Vallette aus Frankreich gleich über zwei Bronzemedaillen freuen. Dank einer Nullrunde mit Qing du Briot ENE HN rückte er selbst am letzten Tag von vier auf Platz drei vor und stand ein weiteres Mal mit der französischen Mannschaft auf dem Treppchen (183,7). „Damit haben wir unser Ziel, uns einen Startplatz für die Olympischen Spiele zu sichern, erreicht“, sagte Valette. Deutschland hat seit der WM 2014 die Tickets für Rio bereits in der Tasche, ebenso Großbritannien und die Niederlande, deren Team in Blair Castle Platz vier belegte (213,3). Damit darf sich als zweite Nation Schweden auf einen Olympiastart freuen. Mit 284,8 Minuspunkten belegte das Team um die Olympiasilbermedaillengewinnerin von London, Sara Algotsson-Ostholt, den fünften Platz.
Egal ob mit seinen Routiniers oder dem virbeinigen Nachwuchs, wie hier dem erst achtjährigen fischer Takinou: Michael Jung ist und bleibt eine Klasse für sich. © Jon Stroud/FEI
Egal ob mit seinen Routiniers oder dem virbeinigen Nachwuchs, wie hier dem erst achtjährigen fischer Takinou: Michael Jung ist und bleibt eine Klasse für sich.
© Jon Stroud/FEI

Jung auch mit Nachwuchspferd unantastbar

Dass Jung erneut den Titel holen würde, war im Vorfeld alles andere als klar gewesen. Immerhin hatte er nach Blair Castle keines seiner beiden championatserprobten Spitzenpferde Sam oder Rocana mitgebracht, sondern den erst achtjährigen fischerTakinou. Erst ein Turnier auf drei-Sterne-Niveau hatte der Angloaraber vor seinem EM-Einsatz absolviert – seine noch geringe Erfahrung ließ sich der Hengst unter seinem erfahrenen Reiter aber zu keiner Zeit anmerken. Jung war schließlich sogar der Einzige, der den Bewerb mit seinem Dressurergebnis von nur 33,5 Minuspunkten beendete. Sandra Auffarth, die mit Opgun Louvo vor der Dressur zunächst vor Jung gelegen hatte, sammelte im Gelände 11,2 Minuspunkte für Zeitüberschreitung. „Gefühlt war ich schneller“, sagte die Weltmeisterin, die am Ende mit 42,6 Minuspunkten die Silbermedaille gewann.

Daniel Dunst nach Sturz im Gelände out

Insgesamt traten 64 Paare zum Gelände an, das sich durch seine hügelige Trasse mit vielen Bergauf- und vor allem steilen Bergabpassagen, Bodenwellen und zahlreichen Tiefsprüngen auszeichnete. Wer nicht absolut im Gleichgewicht saß, konnte sich unversehens auch am Boden wiederfinden, vor allem eine Kombination am Steilhang forderte ihren Tribut und wurde nach der Hälfte der Starter entschärft, indem das B-Element aus dem Kurs genommen wurde.

Zu spät für Österreichs Staatsmeister Daniel Dunst, der mit seinem Daiquiri Key West genau hier scheiterte. Das Duo, das nach der Dressur mit 64,68 Prozent auf Platz 54 gelegen war, geriet beim Bergab-Sprung ins Straucheln und Dunst stürzte kopfüber nach vorne. Zum Glück ging der Unfall für Reiter und Pferd glimpflich aus, „Das Wichtigste zuerst, Darius (Anmerkung: Stallname von Daiquiri Key West) geht es gut“, meldete Dunst wenig später seiner Fangemeinde via Facebook. „Er ging eine sehr gute Runde bis zum Sturz, leider bei einem Sprung der vier Reiter später rausgenommen wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle beim ganzen Team, welches mich nach Schottland begleitet und bei allen die mitgefiebert haben, für die Unterstützung bedanken. Jetzt gilt es, wieder den Blick nach vorne zu richten“, so der Österreichische Staatsmeister.

Die Ergebnisse im Detail gibt's hier.
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