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01.09.2013

EM-Triumph für deutsche Vielseitigkeit

Im Busch sind sie nach wie vor das Maß aller Dinge auf Championatsebene: Deutschlands Vielseitigkeitsreiter holten bei der Europameisterschaft im schwedischen Malmö am vergangenen Wochenende sowohl im Einzel aus auch mit der Mannschaft Gold und verteidigten damit souverän ihre Titel von 2011.

Nach dem WM-Titel 2010, dem Europameistertitel 2011 und Gold bei den Olympischen Spielen 2012 in London, gab es für den deutschen Vielseitigleitschamp Michael Jung bei der EM in Malmö nun zum vierten Mal Championatsgold in Folge. © Kit Houghton / FEI
Nach dem WM-Titel 2010, dem Europameistertitel 2011 und Gold bei den Olympischen Spielen 2012 in London, gab es für den deutschen Vielseitigleitschamp Michael Jung bei der EM in Malmö nun zum vierten Mal Championatsgold in Folge.
© Kit Houghton / FEI
Bereits vom ersten Tag an geriet die EM zum Zweikampf zwischen den Reiterinnen und Reitern aus Deutschland und Schweden. Nach der Dressur lag das deutsche Team mit gesamt 112,2 Minuspunkten in Führung vor den skandinavischen Gastgebern mit 120,5 Minuspunkte auf dem Konto und der britischen Equipe mit 125,2 Minuspunkten.

Obwohl er bei dieser EM auf seinen langjährigen Erfolgspartner verzichten musste, zeigte Michael Jung (GER), dass er auch ohne seinen 13-jährigen Württemberger Sam ein ernstzunehmender Anwärter auf den Titel sein würde. Im Sattel seines Nachwuchspferdes Halunke FBW setzte sich der amtierende Olympiasieger, Welt- und Europameister nach der Dressur mit 28,6 Minuspunkten souverän an die Spitze der Zwischenwertung und verhalf damit dem deutschen Team zu einer komfortablen Führung vor dem Gelände. Das zweitbeste Dressurergebnis lieferte der Brite William Fox-Pitt, der wie auch Jung verletzungsbedingt auf sein Olympiapferd, den elfjährigen Westfalen Lionheart, verzichten musste. Im Sattel der Zweitbesetzung Chilli Morning ritt der Mannschafts-Silbermedaillengewinner von London auf 36,6 Punkte, dicht gefolgt vom besten schwedischen Reiter, Ludwig Svennerstal, der mit Shamwari seine persönliche Bestleistung von 37,6 Minuspunkten erzielte.

Starke Leistungen im Gelände

Im Gelände ließen die Deutschen dann nichts anbrennen. Michael Jung und Halunke, Ingrid Klimke und Escada FRH, Andreas Dibowski und FRH Butts Avedon sowie Dirk Schrade und Hop and Skip blieben auf der 5.985 Meter lange Geländestrecke zwischen dem Ribersborg-Strand und der Stadt Malmö ohne Fehler und beendeten den Cross mit ihrem Dressurergebnis von gesamt 112,2 Minuspunkten.

Auch die Schweden zeigten eine starke Leistung und nahmen aus dem Gelände lediglich einen Zeitstrafpunkt mit, für den ausgerechnet das auf Rang drei liegende schwedische Spitzenduo, Ludwig Svennerstal mit Shamwari, verantwortlich zeichnete. Mit 120,6 Minuspunkten lagen die Lokalmatadoren weiterhin auf Silberkurs, Ludwig Svennerstal und Shamwari hatte mit 38,0 Minuspunkten nach wie vor Bronze in greifbarer Nähe.
Nach Dressur und Gelände noch auf dem Bronzerang, vergab das beste schwedische Duo Ludwig Svennerstal und Shamwari im Parcours seine Chance auf eine Medaille. © Kit Houghton / FEI
Nach Dressur und Gelände noch auf dem Bronzerang, vergab das beste schwedische Duo Ludwig Svennerstal und Shamwari im Parcours seine Chance auf eine Medaille.
© Kit Houghton / FEI
Nachdem die britische HSBC-Grand-Slam-Gewinnerin Pippa Funnell bei Hindernis 22b, einer hangabwärts stehenden Ecke, einen Vorbeiläufer hatte und ihre Teamkollegin Lucy Wiegersma bei Hindernis acht zu Sturz kam und ausschied, musste das britische Team seine Medaillenhoffnungen hingegen bereits nach dem Geländepart fahren lassen. Lediglich Kristina Cook und William Fox-Pitt kamen ohne Probleme ins Ziel. Damit fiel das britische Team auf Platz sechs zurück und musste sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, das erste Mal seit 20 Jahren ohne Teammedaille nach Hause zu kommen. Vom Rückfall der Briten profitierte das Französische Team, das mit 135,4 Minuspunkten auf Rang drei und damit in die Medaillenränge vorrückte. In der Einzelwertung lag vor dem alles entscheidenden Durchlauf im Parours William Fox-Pitt mit 32,6 Minuspunkten zwei Abwürfe hinter Michael Jung.
Kein Glück für William Fox-Pitt: Der britische Vielseitigkeitsveteran musste sich im abschließenden Springen von Silber verabschieden und mit Bronze vorliebnehmen. © Kit Houghton / FEI
Kein Glück für William Fox-Pitt: Der britische Vielseitigkeitsveteran musste sich im abschließenden Springen von Silber verabschieden und mit Bronze vorliebnehmen.
© Kit Houghton / FEI

Nervenkrimi im Parcours mit glücklichem Ausgang für Deutschland

Im abschließenden Springen am Sonntag wurde es dann noch einmal richtig spannend. Das deutsche Team, das mit zwei Abwürfen Vorsprung vor den Schweden in Führung lag, hatte gleich durch Eröffnungsreiter Andreas Dibowski einen Abwurf zu verzeichnen, während die erste schwedische Teamreiterin, Frida Andersen, fehlerfrei blieb. Im Anschluss überquerten sowohl Dirk Schrade (GER) als auch Niklas Lindbäck (SWE) mit weißer Weste die Ziellinie, das Duell um den Sieg blieb damit weiterhin offen.

Dann ging Sara Algottson-Ostholt in den Parcours, doch die schwedische Olympia-Silbermedaillengewinnerin hatte an diesem Tag kein Glück und kassierte mit Reality gleich zwei Abwürfe, die das Streichergebnis für ihr Team bildeten. Deutlich besser lief es hingegen für Ingrid Klimke. Die deutsche Reitmeisterin, nach Dressur und Gelände auf Rang vier gelegen, blieb mit Escada fehlerfrei und beendete die EM mit ihrem Dressurergebnis von 39,4 Minuspunkten vorerst auf Platz vier. Aus Leder sollte schließlich Silber werden, denn als letzter der vier schwedischen Teamreiter ging Ludwig Svennerstal mit Shariwari ins Springen und auch bei ihm fielen zwei Mal die Stangen. Das bedeutete einen Endstand von 134 Minuspunkten und Platz zwei für sein Team. Er selbst fiel mit gesamt 46,0 Minuspunkten aus den Medaillenrängen auf Rang zehn zurück. Als dann auch noch der bis dahin zweitplatzierte Brite William Fox-Pitt einmal patzte und mit 40,6 Punkten auf den Bronzerang zurückfiel, hatte Ingrid Klimke zumindest Silber fix in der Tasche.
Während ihr Olympiapferd Abraxxas im Parcours durch seine Schlampigkeit oftmals eine Medaille verschenkte, erwies sich Ingrid Klimkes Nachwuchspferd Escada in Malmö als absolutes Verlasspferd. Das Duo beendete das Championat mit seinem Dres © Kit Houghton / FEI
Während ihr Olympiapferd Abraxxas im Parcours durch seine Schlampigkeit oftmals eine Medaille verschenkte, erwies sich Ingrid Klimkes Nachwuchspferd Escada in Malmö als absolutes Verlasspferd. Das Duo beendete das Championat mit seinem Dressurergebnis und rückte dank einer fehelrfreien Runde im Parcours von Platz vier noch auf den Silberrang vor.
© Kit Houghton / FEI
Danach lag es an Deutschlands Schlussreiter Michael Jung, Gold für sich selbst und sein Team dingfest zu machen. Doch der Multichampion aus Horb machte es spannend. Und wie! Schon beim ersten Sprung ging ein Raunen durchs Publikum. Fehler! Danach ließen Michael Jung und Halunke ihre Teamkollegen noch ordentlich zittern, denn im weiteren Verlauf klapperte es noch ein paar Mal bedrohlich. Doch es blieb beim Klappern, keine der Stangen ging mehr zu Boden und Michael Jung kam mit vier Fehlern aus dem Parcours. Das bedeutete einen Endstand von 116,20 Minuspunkten für das deutsche Team, 32,6 Minuspunkte für den Titelverteidiger und damit Doppelgold plus Silber für die deutschen Eventer.

„Dass ich geschafft habe, wusste ich aber erst, als ich nach dem Ziel auf die Anzeigetafel geschaut habe“, gab Jung erleichtert zu Protokoll, der sich mit dem EM-Titel in Malmö nun zum vierten Mal in Folge Einzelgold bei internationalen Championaten um den Hals hängen durfte.

Bronze in der Mannschaftswertung ging an Frankreich (151,60).
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