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23.10.2011

Ebbser Vorstand zurückgetreten

Tagelang wurde zwischen dem Tiroler Haflingerzuchverband und der Landwirtschaftskammer um eine Sanierung der schwer verschuldeten Vereinigung gerungen. Am Freitag Mittag folgte dann der Knalleffekt: der gesamte Vorstand erklärte seinen Rücktritt.

Dem finanziell schwer angeschlagenen Tiroler Haflingerzuchtverband steht nun eine wirtschaftliche Rosskur ins Haus. © NK-Fotografie - Fotolia.com
Dem finanziell schwer angeschlagenen Tiroler Haflingerzuchtverband steht nun eine wirtschaftliche Rosskur ins Haus.
© NK-Fotografie - Fotolia.com
Wie die Tiroler Tageszeitung in ihrer Onlineausgabe vom 21. Oktober berichtet, wurde Freitagnachmittag anlässlich der Pressekonferenz der Tiroler Landwirtschaftskammer der Rücktritt des Obmannes der Tiroler Halfingerzüchter, Hans Strobl, sowie seiner beiden Stellvertreter Romed Posch und Oswald Hochfilzer bekanntgegeben. Grund dafür ist vermutlich die schwierige finanzielle Situation, in der sich der Verband seit geraumer Zeit befindet.

Kritik des Landesrechnungshofes

Bereits vor Monaten hatte der Landesrechnungshof die Misswirtschaft des Verbandes, der trotz der Landesförderung von rund 350.000 Euro pro Jahr ein Minus von rund 70.000 Euro jährlich verzeichnet, beanstandet. Auch die Mehrfachfunktionen von Hannes Schweisgut wurde scharf kritisiert, denn der ehemalige ÖVP-Abgeordnete ist nicht nur der Zuchtleiter und Geschäftsführer des Haflingerzuchtverbandes und Präsident der Welthaflingervereinigung, sondern auch Pferdereferent der Landwirtschaftskammer und Eigentümer der privaten Haflingervermarktungsfirma Imex. Zwischen der mit 638.000 Euro hoch verschuldeten Imex und dem Tiroler Haflingerzuchtverband bestünden enge Verflechtungen aus denen gegenseitige Forderungen resultierten, wie der Direktor der Landwirschaftskammer, Richard Norz, erklärt. Um die finanzielle Zukunft des Verbandes zu retten, sollen die gegenseitigen offenen Forderungen saldiert werden und die Geschäftsbeziehungen zwischen Imex und Verband eingestellt werden. Die Liste Fritz (Bürgerforum Tirol) fordert gar den Rücktritt Schweisguts und einen neuen Geschäftsführer für den Haflingerzuchtverband.

Verband soll sich „gesundschrumpfen“

Eine Besinnung auf die Kernkompetenzen soll den Weg zurück in die schwarzen Zahlen ebnen. „Unser Zukunftskonzept sind Empfehlungen, die der Vorstand des Haflinger Pferdezuchtverbandes mehrheitlich mitträgt. Das Konzept empfiehlt grundsätzlich, sich auf die wesentlichen Kernaufgaben zu konzentrieren. Der Verband muss weiterhin seinen gesetzlichen Aufgaben, wie der Erstellung eines Zuchtprogrammes, der Führung eines Zuchtbuches, der Festlegungen für Zuchtwertschätzung und Leistungsprüfung sowie der Aus¬tellung von Herkunfts- und Zuchtbescheinigungen nachkommen. Die Gruppenaufzucht von selektierten Junghengsten mit Alpung im Sommer, die Haltung von Deckhengsten, die Ausbildung der Deckhengste, Köranwärter und Wallachen sowie die Leistungsprüfung vor Ort sind beizubehalten“, erklärt Kammerdirektor Richard Norz. Der Reitunterricht und die gewohnten Schauprogramme sollen künftig hingegen dem Sparstift zum Opfer fallen und auch die Besichtigungen werden reduziert.

Diese Maßnahmen ermöglichen eine Reduktion des Pferdebestandes von derzeit 110 auf 70 Pferde sowie eine Einsparung an Personal von elf auf sieben Mitarbeitern und damit eine kostenseitige Stabilisierung und die Voraussetzung für eine ausgeglichene Bilanz in der Zukunft.

Marke Haflinger wichtig für Tirol

Außer Zweifel steht indes der Stellenwert der Blondschöpfe für das Land Tirol. „Die Marke Haflinger ist weit über die Tiroler Grenzen hinaus bekannt. Die Zukunft und Errungenschaften aller rund 1100 Haflingerzüchter müssen erhalten werden, die Zukunft unserer Betriebe steht im Mittelpunkt“, so Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger.

Trotz der Einstellung des Schaubetriebes sollen die Züchter deshalb auch künftig nicht auf eine attraktive Präsentation ihrer Pferde verzichten müssen. Diesbezüglich will man eine Plattform schaffen, über die sowohl die Betriebe als auch die Pferde dem interessierten Publikum präsentiert werden können. Die Anzahl der zur Versteigerung zugelassenen Fohlen sollte entsprechend den Marktgegebenheiten angepasst, sowie eine Kooperation mit anderen Pferdezuchtverbänden angestrebt werden.

Eine Absage gab es hingegen für die von den Grünen geforderte "Erlebniswelt Haflinger“, die mittels Geldern aus der Tourismusförderung finanziert hätte werden sollen. Hier hieß es aus Kammerkreisen, dass ein derartiges Projekt allein mit Förderungen durch den Tourismus weder finanziert noch gewinnbringend vermarktet werden könne.
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