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05.08.2017

Ebreichsdorf: Zweimal Gold und einmal Silber für Österreichs U18-Voltigierer

Ganz viel Licht und ein wenig Schatten gab's für die heimischen Voltigierer am vierten Tag der WM und EM in Ebreichsdorf. Die Rückschläge in den Einzelwertungen Senioren wurden am Ende des Tages mit drei Medaillen der rot-weiß-roten Junioren mehr als wettgemacht.

Die beiden Steirerinnen Viktoria Feldhofer und  Anna Krippl holten bei ihrer ersten WM auf Anhieb Gold im Pas de Deux. © im|press|ions
Die beiden Steirerinnen Viktoria Feldhofer und Anna Krippl holten bei ihrer ersten WM auf Anhieb Gold im Pas de Deux.
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Gleich die erste Medaillen-Entscheidung bei den Junioren brachte der Equipe von Bundesreferent Manfred Rebel eine Goldmedaille – eine, mit der im Vorfeld dieses globalen U18-Championats nicht unbedingt zu rechnen war. Rebel: „Das war die Überraschung schlechthin, obwohl wir uns im Pas-de-Deux schon von Vornherein eine Medaille ausgerechnet hatten.“ Dass diese auch noch in Gold glänzen würde, darf getrost als Sensation bezeichnet werden, denn die beiden Juniorinnen Anna Krippl (16) und Viktoria Feldhofer (14) vom CRG Styria in der Steiermark sind erst seit neun Monaten zusammen im Training. Profitieren konnten die beiden Debütantinnen von der Routine des Teams an ihrer Seite. Longenführerin Eva Maria Kreiner und Le Grand Chevalier haben unter anderem bereits 2013 bei der letzten Heim-EM im Magna Racino mit dem Junioren-Pas-de-Deux Heike Hulla und Sandrine Flicker EM-Gold geholt. „Er gibt uns immer Sicherheit, wenn wir nervös sind", erklärten die Goldmedaillengewinnerinnen, die für ihre Kür das Thema "The last unicorn" gewählt hatten und das letzte Einhorn sowie den roten Bullen darstellten. „Wir hätten niemals mit so einem Riesenerfolg gerechnet! Wir können es noch gar nicht so richtig glaube. Als Führende ins Finale zu gehen war ein überwältigendes Gefühl“, berichteten die Siegerinnen, die auch den zweiten Durchgang (mit zwei Zehntel Abstand) für sich entschieden.

WM-Silber ging an das deutsche Duo Ronja Kähler und Julian Kögl. Bronze holten Janie Salisbury und Bridget Kiernan für die USA.

Das nächste edelste aller Edelmetalle gab es direkt im Anschluss bei den Junior-Damen. Hier trumpfte die 17-jährige Nicole Brabec vom Club 43 in Donaustadt mit ihrer abschließenden Kür (8,504) noch einmal richtig auf und siegte souverän mit 7,99 Punkten vor der Deutschen Franziska Peitzmeier (7,91) und Johanna Lindberg (7,831) aus Schweden. Brabecs Teamkollegin Lena Birkenau zeigte ebenfalls eine hervorragende Abschlusskür und beendete die WM mit Platz vier (7,694) – noch vor der amtierenden Europameisterin Mara Xander aus Deutschland (7,525). „Ich bin total happy, heute ist alles super aufgegangen“, freute sich Brabec. „Ich hatte Nicole schon auf der Liste für eine Medaille, sie ist derzeit unsere stärkste Juniorin. Auf diese Medaille hatten wir gehofft. Dass es am Ende Gold wird, das ist natürlich super“, sagte Bundesreferent Manfred Rebel.
Großer Jubel im Lager der österreichischen Voltigierer: Nicole Brabec vom Club 43 krönte sich in Ebreichsdorf zur Junioren-Weltmeisterin in der Einzelkonkurrenz der Damen. © im|press|ions
Großer Jubel im Lager der österreichischen Voltigierer: Nicole Brabec vom Club 43 krönte sich in Ebreichsdorf zur Junioren-Weltmeisterin in der Einzelkonkurrenz der Damen. Zusätzlich gab"s für die Niederösterreicherin auch noch Silber mit der Gruppe.
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Bei den Herren gab es zwar keine rot-weiß-rote Medaille, dafür aber hervorragenden Sport und Kunst zu bestaunen. Der Titelverteidiger Juan Martin Clavijo aus Kolumbien begeisterte mit seinen gefühlvollen Bewegungen zum Motto „The Joker“ Richter und Publikum und kassierte für seinen Auftritt die Traumnote 8,859. Damit verteidigte der 17-Jährige mit seinem 13-Jährigen französischen Pferd Quiece D'Aunis seinen Titel mit 8,181 Punkten – gefolgt von drei Deutschen: Gregor Klehe, Philipp Stippel und Jannik Liersch. Österreichs Vertreter Philipp Clement (VTZ Aequitas) und Georg Gabl (Seefeld) beendeten die WM auf den Plätzen neun und elf.
Die Juniorentruppe des niederösterreichischen Club 43 machte den Triumph der Rot-weiß-roten mit Silber bei den Gruppen perfekt. © im|press|ions
Die Juniorentruppe des niederösterreichischen Club 43 machte den Triumph der Rot-weiß-roten mit Silber bei den Gruppen perfekt.
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Zum Abschluss des spannungsgeladenen Junioren-Finaltages gewann das sechsköpfige Team der Voltigiergruppe Club 43 – zu er auch die frisch gebackene Weltmeisterin Nicole Brabec gehört, noch eine WM Silbermedaille für Österreich. „Wir haben in dieser Konstellation erst drei Turnier bestritten und konnten heuer auch bei der ersten Sichtung hier in Ebreichsdorf nicht am Start sein, weil unser Pferd verletzt war. Trotzdem war unser erklärtes Ziel eine Medaille“, erklärten die Niederösterreicherinnen nach ihrem großartigen Erfolg mit ihrem Pferd Darwin und Longenführerin Karen Asmera. Gold ging nach Baden-Württemberg an das Team Nordheim. Die Deutschen zeigten heute eine überragende Kür und triumphierte in der Endabrechnung mit fast sechs Zehntel Punkten Vorsprung. Bronze ging an das Schweizer Team Tösstal, das heute Rang zwei in der Kür holte im finalen Ranking nur 0,024 Punkte hinter Österreich lag. Italien fiel zurück auf Platz vier, gefolgt von Tschechien, Großbritannien und den USA. „Wir haben heute Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Es war am Ende sehr knapp zur Schweiz. Wir sind froh, dass wir den tollen Platz halten konnten“, sagte Rebel, der mit dem Abschneiden seiner U18-Schützlinge mehr als zufrieden war. „Wir sind mit zwei Goldmedaillen erfolgreichste Junioren-Nation. Das ist ein wahnsinns Erfolg, und mehr, als man sich wünschen und erträumen darf“, lautete das Resümee des Equipechefs.
Lisa Wild überzeugte heute mit einem sensationellen Technikprogramm. Vor dem großen Finale liegt die Wildeggerin auf Rang fünf. © im|press|ions
Lisa Wild überzeugte heute mit einem sensationellen Technikprogramm. Vor dem großen Finale liegt die Wildeggerin auf Rang fünf.
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Rahimi und Luschin im Pech

Bei all den Erfolgen der Junioren: Es war nicht der Tag der Österreicher in den Einzelkonkurrenzen der alteroffenen Klasse. Dabei lagen Freud und Leid bei den AUT-Damen dicht beisammen. Während sich Lisa Wild – Bronzemdaillengewinnerin der EM 2015 – mit ihrem herausragend sauberen Technikprogramm den zweiten Platz in der Tageswertung sicherte und sich damit im Gesamtranking vom achten auf den fünften Platz vorarbeiten konnte, lief es für ihre Wildegger Teamkollegin Katharina Luschin, die ebenfalls mit Ramazotti antrat, leider gar nicht gut. Die 24-Jährige fiel beim Element Umspringen aus dem Vorwärtsknien in das Rückwärtsstehen beinahe vom Pferd. Die Niederösterreicherin, die zuvor auf Rang drei lag, rutschte damit auf den achten Platz zurück.

Eine herausragende Leistung bot Kristina Boe. Die Hamburgerin, die schon die Kür haushoch gewonnen hatte, siegte nun mit ihrer "Mary Poppins"-Performance auch im Technikprogramm – und das mit unglaublichen 0,7 Punkten Abstand. Die Deutsche voltigierte in den Augen der Richter in einer anderen Liga. Auf den Plätze zwei und drei in der Gesamtwertung liegen Nadja Büttiker (SUI) und Sarah Kay (GER).

Bei den Herren konnte sich der amtierende Europameister Jannis Drewell aus Deutschland, der zuvor sowohl in Pflicht als auch Kür keine Top-Leistung abgeliefert hatte, mit einem herausragenden Technikprogramm und 0,7 Punkte mehr als die gesamte Konkurrenz zurückmelden. Damit Drewell, der auf Rang neun lag und eigentlich schon keine Chance mehr auf Edelmetall hatte, doch wieder für eine Medaille empfehlen. Einen guten Umlauf zeigte der bislang achtplatzierte Dominik Eder. Er kassierte für sein Technikprogramm auf Pipetto 7,128 Punkte. Einen rabenschwarzen Tag hatte indes Ramin Rahimi. Der Club-43er, der zuvor auf Silberkurs lag, verzeichnete einen Sturz im Technikelement Vorwärtsrolle und kassierte dafür eine 0. Damit rangierte der Publukumsliebling dieser EM auf dem letzten Platz dieser Prüfung und musste somit leider auch alle Medaillenhoffnungen begraben.
Dominik Eder zeigte am Samstag gelungenes Technikprogramm. Er liegt derzeit als bester österreichischer Herr auf Rang acht. © im|press|ions
Dominik Eder zeigte am Samstag gelungenes Technikprogramm. Er liegt derzeit als bester österreichischer Herr auf Rang acht.
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Wildegg weiter auf Medaillenkurs

Das Team Wildegg beendete den extrem langen Wettkampftag mit einer Spitzenleistung auf dem Pferd Alessio L'Amabile. Die Mannschaft turnte hinter Deutschland (8,877) und der Schweiz (8,832) die drittbeste Kür (8,612). Aktuell rangiert das Team nun auf Platz drei (8,132). Die Schweiz führt mit 8,34 Zählern vor Deutschland (8,233).
Die Gruppe aus Wildegg (NÖ) beendete den langen Wettkampftag mit einer Spitzenkür und rangiert derzeit auf Rang drei. © im|press|ions
Die Gruppe aus Wildegg (NÖ) beendete den langen Wettkampftag mit einer Spitzenkür und rangiert derzeit auf Rang drei.
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Das Championat in Ebreichsdorf geht am morgigen Sonntag in die fünfte und abschließende Runde. Dann stehen alle Medaillen-Entscheidungen bei den Senioren auf dem Programm. Ab 8.30 Uhr tragen die Damen ihr Kürfinale aus. Die Herren folgen um 10 Uhr. Im Pas-de-Deux werden die Medaillen ab 11.15 Uhr vergeben. Den krönenden Abschluss machen die Teams mit ihren finalen Kürdarbietungen ab 12.45 Uhr.

Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.

Daniel Kaiser
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