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25.01.2016

Ehemaliger Direktor der Spanischen Hofreitschule Jaromir Oulehla gestorben

Ein Großer der heimischen Pferdeszene ist nicht mehr. Dr. Jaromir Oulehla, langjähriger Direktor der Spanischen Hofreitschule und Leiter des Bundesgestütes Piber verstarb am vergangenen Samstag völlig unerwartet im Alter von 72 Jahren.

Von 1985 bis 2000 war Jaromir Oulehla Direktor der Spanischen Hofreitschule. © Spanischen Hofreitschule / Herbert Graf
Von 1985 bis 2000 war Jaromir Oulehla Direktor der Spanischen Hofreitschule.
© Spanischen Hofreitschule / Herbert Graf
Wann immer sein Name fällt, dann stets in großer Ehrfurcht. Der am 23. September 1943 in Mähren geborene Jaromir Oulehla galt als einer der bedeutendsten Pferdemenschen Österreichs – insbesondere in Bezug auf den Lipizzaner. Seine Expertise rund um die weltberühmten Schimmel kam nicht von ungefähr. Fast 20 Jahre lang war der gelernte Veterinär, der 1970 zusammen mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter vor der russischen Besetzung der CSSR nach Wien geflohen war, untrennbar mit dem Schicksal der Lipizzaner in Österreich verbunden.

Nach dem Rücktritt von Dr. Heinrich Lehner im Jahr 1983 gab Oulehla seinen Posten als Konsulent des Bundeshengstenstallamts in Stadl-Paura auf und wurde Leiter des Bundesgestüts Piber. Damit begann für das Lipizzanergestüt eine neue Ära. Unter Oulehlas Leitung wurde ein neues Zeitalter eingeläutet, das ausschließlich auf wissenschaftlichen Prinzipien fußte und der Lipizzanerzucht neuen Auftrieb verlieh. So wurde etwa der Pferdebestand zur notwendig gewordenen Verbreiterung des Genpools aufgestockt, das Gestüt baulich überholt, die Stallungen auf den neuesten Stand der Technik gebracht, die Betreuung der Pferde optimiert und eine Samenbank der besten Hengste angelegt. Oulehlas völlig neue Herangehensweise, die er selbst mit aufopferungsvollem Engagement in die Tat umsetzte, sollte sich bezahlt machen.

Dank seiner Erfolge wurde Oulehla 1985 mit der Leitung der Spanischen Hofreitschule betraut. Das war vor ihm noch keinem Piber-Gestütsdirektor gelungen. Auch in dieser Funktion bewegte er durch seine unnachahmliche Dynamik und eine Extraportion Perfektionismus viel. Er führte moderne sportwissenschaftliche Untersuchungen ein, um zu verhindern, dass es zu Überlastungen der Pferde kam, die Anzahl der Veranstaltungen der Schule wurde streng auf die Leistungsfähigkeit der Pferde abgestimmt. Doch nicht nur die Pferde profitierten von Oulehlas Engagement. Er setzte dienst- und sozialrechtliche Verbesserungen durch und etablierte die großen Tourneen der Spanischen bewusst als Instrument der Imagepflege.

Im Jahr 2000 fand die Verbindung Oulehlas zur Spanischen Hofreitschule und dem Bundesgestüt Piber mit der Privatisierung ein jähes Ende. Dem Lipizzaner blieb er jedoch weiterhin eng verbunden, so fungierte er bis zuletzt als Zuchtleiter des australischen Lipizzaner-Zuchtverbandes.

Die Nachricht über den plötzlichen und unerwarteten Tod Oulehlas löst nicht nur bei seiner Familie und engen Freunden tiefe Betroffenheit aus. Oulehla genoss weltweit großes Ansehen und große Sympathie. „Die Spanische Hofreitschule ist ihm dankbar für alles, was er in einer sehr schweren Zeit für die Schule, vor allem aber für den Weiterbestand der Lipizzanerzucht, getan hat. Unser Mitgefühl gehört seiner Familie, wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, heißt es auf den Seiten des Wiener Traditionsinstitutes.
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