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28.10.2007

Eine Gala für Georg Wahl

Ein stimmigerer Rahmen wäre wohl kaum denkbar gewesen: Am 25. Oktober 2007 wurde Georg Wahl, einer der ganz Großen der Dressurwelt, in der Spanischen Hofreitschule von Bundesminister DI Josef Pröll für sein Lebenswerk geehrt. Größen aus Politik und Wirtschaft, aus der nationalen und internationalen Dressurwelt erwiesen ihm die Ehre und feierten den großen Ausbilder und Meister der klassischen Dressur.

1940 kam der damals 20-jährige Georg Wahl auf Betreiben von Oberst Alois Podhajsky an die Spanische, musste 1944 noch an die ungarische Front, kehrte aber nach Kriegsende wieder an seine geliebte „Spanische“ zurück, wo er bis 1951 blieb. 1952 zog es ihn dann in die Schweiz, wo er mit Fredy Knie sen. arbeitete und viel von ihm lernte, 1956 macht er sich als Ausbilder und Trainer selbständig. Von 1967 bis 1971 wirkte er nochmals an der Spanischen Hofreitschule, diesmal als Oberbereiter. Bis heute genießt er hier den Ruf als der der Ausbilder junger und schwieriger Hengste, noch heute wird nach seiner Tradition gearbeitet.
Am 25. Oktober 2007 wurde Georg Wahl für sein Lebenswerk geehrt. © Archiv
Sissy Max-Theurer, Bundesminister DI Josef Pröll und viele andere mehr erwiesen dem großen Ausbilder und Meister der klassischen Dressur, Georg Wahl, die Ehre.
© Archiv
Bekannt, ja berühmt wurde Georg Wahl auch außerhalb der Spanischen nicht als Reiter, sondern als Ausbilder. Als Vertreter der klassischen Lehre, für die er sich bis heute einsetzt, hat er sich um die Erhaltung und Weitergabe der Reitkunst höchst verdient gemacht. Die größten sportlichen Erfolge feierte er mit seiner Schülerin und späteren Lebensgefährtin Christine Stückelberger, gemeinsam förderten sie unvergessene Pferde wie Mary Boy, Granat II, Gauguin de Lully und Aquamarin bis zu den höchsten internationalen Erfolgen. 1975 wurde Christine Stückelberger Europameisterin, 1976 holte sie olympisches Einzel-Gold in Montreal, 1978 wurde sie Weltmeisterin, 1988 Weltcupsiegerin – um nur einige ihrer größten Erfolge zu nennen. Anlässlich der Ehrung zeigten die Bereiter eine Sondervorstellung, beginnend mit der Präsentation der vierjährigen Hengste und gipfelnd in der Schulquadrille, angeführt von Ernst Bachinger, dem Leiter der Hofreitschule, der mit November 2007 diese Funktion ein Jahr bekleidet. Durch den Abend geleitete Hans-Heinrich Isenbart, Doyen des Pferdejournalismus und kritisch wacher Geist, der es sich nicht verkneifen konnte, zwischen all dem Lob für den Geehrten auch manche Kritik an Zeiterscheinungen anzubringen. So z. B. bei der Überreichung der Sporen an einen vom Bereiter-Anwärter zum Bereiter beförderten Mitglied der Spanischen: „Hier muss man sich die Sporen noch verdienen – während heute üblicherweise zu jedem Pony für den Nachwuchs die Sporen gleich mitgekauft werden.“
Elisabeth Max-Theurer, Präsidentin des Bundsfachverbands für Reiten und Fahren sowie als Sprecherin und Vizepräsidentin des Aufsichtsrates der Spanischen Hofreitschule, hielt eine sehr persönliche und launige Laudatio, in der sie auch Einblick gewährte in Wahls Unterrichtsmethoden: Während er bei Pferden mit Lob nie sparte, war er bei seinen zweibeinigen Schülerinnen wenig zimperlich, seine Kritik fiel und fällt bis heute mitunter herb aus, was Sissy Max-Theurer als seine Schülerin aus erster Hand weiß. Und, wie man spüren konnte, stellvertretend für alle seine vier- und zweibeinigen SchülerInnen mit Zuneigung und Respekt annimmt und bewahrt.
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