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30.03.2016

Einfach wechseln: Galoppwechsel richtig reiten

Beim einfachen Galoppwechsel wird aus drei Lektionen eine - die korrekte Ausführung ist aber alles andere als einfach, und außerdem ist er ein vielseitiges Trainingsinstrument bis in die hohen Dressurklassen. Wie sie dennoch gelingt, erklärt Dressurexpertin Dr. Britta Schöffmann.

Beim einfachen Galoppwechsel ist das Gelingen der Lektion sehr vom Gespür und vom Können der Reiterin abhängig. © Barbara Schnell
Beim einfachen Galoppwechsel ist das Gelingen der Lektion sehr vom Gespür und vom Können der Reiterin abhängig.
© Barbara Schnell
Mit einfachen Galoppwechseln lässt sich beim Reiten vieles erreichen. Ihr simpelster Zweck liegt, wie die Bezeichnung schon sagt, im Wechsel zwischen dem Links- und Rechtsgalopp und umgekehrt. Dies kann in Verbindung mit einem Handwechsel geschehen, ohne dass zuvor ein Außengalopp geritten wurde, oder es wird vom Außengalopp zum Handgalopp oder sogar von Außengalopp zu Außengalopp gewechselt.

Korrekt ausgeführt ist der einfache Galoppwechsel, wenn das Pferd auf Reiterhilfe aus dem Galopp in sicherer Anlehnung umgehend zum Schritt durchpariert, drei bis vier klare, flüssige und taktsichere Zwischenschritte zeigt und danach sofort wieder auf Hilfe angaloppiert. In der Praxis sieht das allerdings häufig anders aus. Fehlerhafte Hilfengebung, schlechtes Timing oder einfach Nachlässigkeit der Reiterin öffnen möglichen Problemen Tür und Tor.

Fehler in der Hilfengebung können eine zu harte Hand sein, verbunden mit einem zu geringen oder gar fehlenden Treiben. Das Pferd reagiert dabei entweder mit einer Abwehrreaktion des Kopfes („gegen die Hand“) oder es stockt, bleibt also nach dem Parieren kurz stehen. Kommt ein Pferd im einfachen Wechsel dagegen auf die Vorhand, oft verbunden mit einem Auslaufen über den Trab in den Schritt, hat die Reiterin ihre parierende Hilfe im falschen Augenblick gegeben.

Der richtige Moment

Wirft man einen Blick auf die sechs Phasen eines Galoppsprungs, erkennt man, dass das Pferd in der Phase, in der es auf nur einem Vorderbein landet (Einbeinstütze vorn) und auch in der Phase davor (Dreibeinstütze mit zwei Vorderbeinen am Boden), für einen Moment vorhandlastig wird. Selbst optimal versammelte Grand-Prix-Pferde sehen, werden sie in diesen beiden Phasen fotografiert, aus, als würden sie „in den Boden“ galoppieren – auch wenn ihr gesamter Galopp eigentlich schön bergauf gesprungen ist. Ein Fotograf bemüht sich deshalb immer, den Moment zu erwischen, in dem sich die Körpermasse des Pferdes wieder aufwärts bewegt. Das ist in der Sprungphase (Flugphase) und den beiden folgenden Phasen (Einbeinstütze hinten, Dreibeinstütze mit zwei Hinterbeinen am Boden) der Fall. Genau jetzt sollte der Reiter beim Einfachen Wechsel ihre Hilfen für das Parieren zum Schritt geben, denn dann ist die Hinterhand vermehrt unter dem Schwerpunkt, und das Pferd kann geschmeidig von einer Gangart in die andere wechseln.

Erfahrene Reiter erfühlen diesen Augenblick, ohne darüber nachdenken zu müssen. Ihr Timing stimmt. Unerfahrene sind damit oft noch überfordert. Dabei gibt es einen kleinen Trick, durch den sich der „richtige Moment“ auch optisch erkennen lässt: Einfach die Mähne des Pferdes beobachten! Sie wippt nämlich (vorausgesetzt, sie ist nicht eingeflochten oder abrasiert) bei der Aufwärtsbewegung des Pferdekörpers kurz nach oben. Und genau das ist der Moment, in dem vom Galopp zum Schritt pariert werden müsste. Mit ein bisschen Beobachtung und Konzentration lässt sich der richtige Moment auf diese Weise auch von unerfahrenen Reitern recht schnell ausmachen.

Aus drei wird eins

Überhaupt ist Konzentration beim Einfachen Galoppwechsel wichtig, immerhin besteht er ja gleich aus mehreren Komponenten, die jede für sich sauber geritten erst das korrekte Ganze ergeben. Da ist zunächst der Übergang vom Galopp in den Schritt zu bewerkstelligen, bei dem, wie beschrieben, richtiges Timing und korrekte Hilfengebung wichtig sind. Dabei sollte das Pferd bereits ein gewisses Maß an Versammlungsfähigkeit haben, denn das erleichtert das Reiten dieses Übergangs.

Der zweite Teil der Lektion besteht aus dem Reiten von drei bis vier Schritten. Losgelassen sollen sie sein, im klaren Viertakt und in sicherer Anlehnung, damit auch der dritte Teil, das Angaloppieren, umgehend und möglichst gesetzt gelingen kann.

Verbunden werden diese drei Einzelteile durch ein geschmeidiges Band, das letztlich der Reiter über eine gefühlvolle, aber auch konsequente Hilfengebung spinnt. Das heißt: im Moment des gelungenen Parierens muss die Reiterhand sofort weich werden und den Schritt herauslassen – nicht zu viel, damit das Pferd nicht auseinanderfällt und das wieder Angaloppieren erschwert wird, aber auch nicht zu wenig, damit es nicht gegen die Reiterhand reagiert oder zum Zackeln animiert wird.

Aufgrund der Komplexität der Lektion darf sich der Reiter Nachlässigkeiten also nicht leisten. Korrekt und auch mal in häufiger Folge geritten, fördern einfache Galoppwechsel, eingesetzt am Ende einer Lösephase oder jederzeit in die Arbeitsphase, die Versammlungsfähigkeit und Durchlässigkeit eines Pferdes sowie auch die Einwirkung und Hilfengebung des Reiters.

Was tun, wenn das Pferd beim einfachen Galoppwechsel…

… im Übergang zum Schritt stockt?
Vermehrt nachtreiben und Hand vorgeben, manchmal hilft das Bild, die zuvor durchhaltende Zügelfaust wird nun weich wie Knetgummi.

… sich frei macht?
Kurz vor dem Durchparieren das Genick minimal tiefer einstellen (nicht riegeln, sondern einmal rechts-links lockern).

… auf die Vorhand kommt?
Mähne beobachten (siehe Absatz „Der richtige Moment“), außerdem vor dem Wechsel zwei bis drei Galoppsprünge das Pferd durch halbe Paraden bereits vermehrt aufnehmen bzw. versammeln (denken: versammeln, versammeln, Schritt).

… sich nicht loslässt und zackelt?
So lange Schritt reiten, bis das Pferd zum ruhigen Schreiten kommt, und erst dann wieder angaloppieren. Nicht zu viele einfache Wechsel üben!

… weiterhin zackelt?
Abwechslung in den einfachen Wechsel einbauen, die das Pferd dazu bringt, auf seinne Reiter zu warten, z. B. Schritt- Tour im Schulterherein oder als kleine Volte reiten oder Übergang zum Schritt, danach halten, rückwärtsrichten, im Schritt anreiten und dann erst angaloppieren.

… immer durch die Lektion eilt?
Konzentrieren und immer in Gedanken mitzählen: eins, zwei, drei und angaloppieren.

… das Angaloppieren nicht spontan gelingt?
Das passiert oft bei Pferden mit einem extrem raumgreifenden Schritt. Hier kann es helfen, die Schrittphase nicht als Mittelschritt, sondern als leicht verkürzten Schritt anzulegen.
Copyright Pferderevue/Dr. Britta Schöffmann

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Dieser Artikel aus unserer Ausbildungsserie "Wie Lektionen gut gelingen" von Dressurexpertin Dr. Britta Schöffmann wurde erstmals in Ausgabe 7/2012 der Pferderevue veröffentlicht. Pferderevue AbonnentInnen können diesen Beitrag nebst über 40.000 weiteren jederzeit in unserem Online-Archiv kostenlos nachlesen. Einfach auf unserem E-Paper-Portal einloggen und in allen Heften aus 25 Jahren Pferderevue zum Nulltarif blättern!
März 2016 Cover © Hans KRaus
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