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08.03.2016

Eitle Reiter: Auf den Helm wird oft aus modischen Gründen verzichtet

Die Frage ob Reithelm ja oder nein, sollte eigentlich eine rhetorische sein. Ist sie aber nicht. Denn nach wie vor steigen viele Reiterinnen und Reiter ohne Kopfschutz in den Sattel. Und oft ist es die eigene Eitelkeit, die dem Sicherheitsbewusstsein einen Riegel vorschiebt.

Egal wie erfahren und sicher man als Reiter ist - ein Sturz vom Pferd kann jedem passieren. © www.slawik.com
Egal wie erfahren und sicher man als Reiter ist - ein Sturz vom Pferd kann jedem passieren.
© www.slawik.com
Egal wie man es dreht und wendet: Reiten ist und bleibt ein Risikosport. Auch wenn das eigene Können noch so gut ist, die Gefahr, dass etwas passiert, lässt sich auch nach zig Jahren Reiterfahrung nie völlig ausschließen. Dennoch wiegen sich viele ReiterInnen in vermeintlicher Sicherheit und wischen Bedenken um mögliche Gefahren leichtfertig beiseite. Zu Unrecht, wie unzählige Statistiken beweisen.

Zahlen und Fakten

4.200 ReiterInnen mussten 2014 in Österreich nach Unfällen bei der Ausübung ihres Sportes im Krankenhaus behandelt werden. Das wirkt auf den ersten Blick wenig gravierend, vor allem wenn man diese Zahl dem Alpinen Schilauf gegenüber stellt, der mit 37.500 Unfällen jährlich für die meisten Sportverletzungen sorgt. Doch Reiten ist nach wie vor eine Randsportart. Als solche muss man den Wert „Risiko je 1.000 Ausübende“ betrachten. Und hier schnellt der Pferdesport plötzlich in die Top 5 der Statistik.

Besonders gefährdet ist neben dem Rumpf, der auch die Wirbelsäule miteinschließt, vor allem der Kopf. Knapp 20 Prozent aller in 2014 aufgezeichneten Reitunfälle in Österreich hatten Kopfverletzungen zur Folge. Damit rangiert Reiten in totalen Zahlen auf Platz vier hinter Radfahren, Alpinem Schilauf und Fußball. Setzt man den Wert in Relation zur Anzahl der Ausübenden, ist Reiten klarer Spitzenreiter der Statistik.  

Trotz dieser Fakten ist das Risikobewusstsein unter Reitern immer noch alarmierend gering. Obwohl es heute reichlich Möglichkeiten gibt, sich effektiv vor schweren Verletzungen zu schützen, wird nach wie vor immer noch viel zu oft darauf verzichtet. Ein Problem, das nicht nur heimische ReiterInnen betrifft, sondern weltweit verbreitet ist.

Eitelkeit siegt über Vernunft

Eine 2015 an der Universität Göttingen durchgeführte Umfrage über das Sicherheitsverhalten deutscher Reiter brachte ans Licht, dass sich immer noch ein hoher Prozentsatz der ReiterInnen lieber auf ihr Glück verlässt, als auf Sicherheitsequipment zurückzugreifen. Die Beweggründe hierfür  sind vielfältig.

Den Spitzenreiter markierte der schlechte Tragekomfort von Helm und Sicherheitsweste, dicht gefolgt vom modischen Aspekt. Ein großer Teil der Helmverweigerer empfindet Sicherheitsausrüstung  schlichtweg als unschick und verzichtet deshalb zum Griff nach Helm und Body Protector. Und das, obwohl sich der Großteil der ReiterInnen sehr wohl über die Risiken bewusst sind, die von der Ausübung ihres Hobbys ausgehen.

Komfort und Optik stark verbessert

Auch wenn beide Faktoren vor 25 Jahren möglicherweise noch nicht ganz von der Hand zu weisen waren – heute lässt sich die Abneigung gegen einen Reithelm nur noch schwerlich argumentieren. Die Entwicklung von Sicherheitsprodukten für den Reitsport hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen gewaltigen Sprung gemacht. Dank neuer Technologien und Materialien und auch durch den allgemeinen Trend in der Helmindustrie zu mehr Tragekomfort und einer modischeren Optik haben sich die Reithelme stark verändert.

Heute wartet der Markt mit einer Fülle an verschiedensten Modellen auf, die nicht nur einen verbesserten Schutz bieten, sondern auch viel bequemer und optisch schicker geworden sind. Längst muss man sich den Helm nicht Sekundenbruchteile nach dem Ritt vom Kopf reißen, damit man ja nicht zu lange damit gesehen wird. Durch moderne Materialien und Fertigungstechniken sind die Helme schlanker und sportlicher im Design geworden. Dank dieser Entwicklung werden Reithelme immer häufiger zum modischen Accessoire.

Aber auch am Tragekomfort der Helme haben die Hersteller gearbeitet. Neben einer verbesserten Luftzirkulation, sorgen High-Tech-Materialien dafür, dass die entstehende Feuchtigkeit schnell aufgesaugt und von der Kopfhaut abtransportiert wird – ähnlich wie eine moderne Funktionsunterwäsche. In Kombination mit einer atmungsaktiven sowie wind- und wasserdurchlässigen Membran halten die modernen Helme so den Reiterkopf trocken und gut temperiert.

Gerade im Reitsport, wo der Risikofaktor Pferd nie völlig ausgeschaltet werden kann, sollte das Tragen eines Helmes selbstverständlich sein. Bleibt zu hoffen, dass durch den verbesserten Komfort und die pfiffigere Optik in Zukunft noch mehr ReiterInnen zum Helm greifen. Denn egal, wie viel Erfahrung man hat oder wie brav das Pferd auch sein mag, ein einziger Sturz ohne Helm kann gravierende gesundheitliche Folgen haben.
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