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20.07.2015

Equine Infektiöse Anämie in Bayern: Bereits drei Pferde tot

Nach einem Fall in Ungarn Mitte Mai werden nun auch unsere deutschen Nachbaren von der tödlichen Einhufer Anämie heimgesucht. Nachdem bei drei Pferden im bayerischen Landkreis Rosenheim die ansteckende Krankheit nachgewiesen wurde, hat man nun einen Sperrbezirk eingerichtet.

In einem Stall im bayerischen Bad Feilnbach wurde Equine Infektiöse Anämie nachgewiesen. Nach positiven Befunden mussten bereits drei Pferde getötet werden. © fotolia.com - bizoo_n
In einem Stall im bayerischen Bad Feilnbach wurde Equine Infektiöse Anämie nachgewiesen. Nach positiven Befunden mussten bereits drei Pferde getötet werden.
© fotolia.com - bizoo_n
Wie das Landratsamt Rosenheim am Montag mitteilte, wurde die gefürchtete Krankheit, die stets mit dem Tod endet, in einem Stall in Bad Feilnbach nachgewiesen. Aufgrund der Anzeigepflicht wurde das zuständige Veterinäramt eingeschaltet. Blutproben bei den restlichen Tieren des rund 50 Pferde umfassenden Bestandes brachten ans Licht, dass noch zwei weitere Pferde von der Krankheit befallen waren. Da es keine Heilung bei Equiner Infektiöser Anämie (EIA) gibt, mussten alle drei Pferde umgehend eingeschläfert werden.

Ein Sperrbezirk im Ein-Kilometerradius des Hofes, der von den Pferden für die kommenden drei Monate nicht verlassen werden darf, soll eine weitere Ausbreitung der Krankheit möglichst verhindern. Von sämtlichen Equiden innerhalb dieses Gebietes wurden am Montag Blutproben genommen, eine Aufhebung der Sperre erfolgt erst, wenn eine neuerliche Blutprobe am Ende der dreimonatigen Frist bei allen Pferden ein negatives Ergebnis liefert.

Woher das Virus im Fall des Pferdehofes in Bad Feilnbach stammt ist derzeit noch unklar. Das EIA-Virus, das mit dem menschlichen HIV-Virus verwandt ist, wird durch einfache Stallfliegen nicht übertragen, wohl aber durch blutsaugende Pferdebremsen bzw. verunreinigte Injektionskanülen, chirurgische Instrumente oder die Verabreichung von Blutkonserven.

Krankheit häufig ohne Symptome

Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und potentielle Virusausscheider, auch, wenn sie manchmal keinerlei Krankheitserscheinungen erkennen lassen. Diese „stummen“ Virusträger stellen für die Verbreitung der Erkrankung eine große Gefahr dar. Rund 30 bis 90 % der Infektionen verlaufen oft sehr lange Zeit ohne augenscheinliche Krankheitssymptome. Die Tiere wirken dann völlig gesund, obwohl sie das Virus in sich tragen.

Im akuten Verlauf zeigen die betroffenen Tiere hohes Fieber, Apathie, Schwäche, einen schwankenden Gang und gelbe Schleimhäute in Folge einer eintretenden Herzschwäche. Oftmals kommt es zu Ödembildungen an Gliedmaßen, Bauch und Unterbrust. Bei trächtigen Stuten kann es zu Aborten und zur Geburt von lebensschwachen Fohlen kommen.

Anzeige- und Meldepflicht für EAI

EIA ist anzeigepflichtig, Erkrankungsfälle müssen der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet werden. Da es bislang weder eine Impfung noch eine Therapie gegen die Krankheit gibt, sind Maßnahmen diagnostischer Art und Heilversuche bei erkrankten Pferden ausdrücklich verboten – Pferde mit positivem Befund werden ausnahmslos getötet. Damit einher gehen Sperr- und Quarantänemaßnahmen des betroffenen Pferdebestandes und Kontaktbeständen sowie gezielte Blutuntersuchungen. Erst wenn alle Tiere des Bestandes in zwei Nachuntersuchungen in vierwöchigem Abstand von negativ getestet wurden, darf die Sperre wieder aufgehoben werden.
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