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15.02.2017

Erneut Doping im Distanzreitsport und kein Ende in Sicht

Mit einer mehrmonatigen Suspendierung wegen unzähliger Regelverstöße im Distanzreitsport hatte der Weltreiterverband den arabischen Nationen 2015 die Rute ins Fenster gestellt. Scheinbar ohne echten Erfolg. Unglaubliche 14 Dopingfälle hat die FEI seit Jänner erneut in ihrer Sorgendisziplin aufgedeckt.

Der Distanzreitsport bleibt weiterhin das Sorgenkind der FEI. © Eric Knoll/FEI
Der Distanzreitsport bleibt weiterhin das Sorgenkind der FEI.
© Eric Knoll/FEI
Zwölf der 14 seit Jänner publik gemachten Dopingvergehen betreffen Reiter aus dem Nahen Osten: sieben Verstöße gehen auf das Konto der Vereinigten Arabischen Emirate, weitere fünf stehen im Zusammenhang mit Reitern aus Saudi Arabien, Bahrain, Qatar und aus dem Oman. Für die verbleibenden zwei Fälle haben sich Reiter aus Indien und Uruguay zu verantworten.

Beim Großteil der Vergehen handelt es sich um echte Dopingfälle. In neun Blutproben wurden Rückstände der verbotenen Substanzen Diisopropylamin oder Paraxanthin gefunden. Ersteres dient als gefäßerweiternde Substanz der Leistungssteigerung, ebenso wie Paraxanthin, das ähnlich zu Coffein als Aufputschmittel wirkt.

Wie die FEI in einer Presseaussendung mitteilte, wurde über die verantwortlichen Trainer und Reiter bereits eine einstweilige Suspendierung verhängt. Auch die betroffenen Pferde sind vorläufig gesperrt.

Sieben tote Pferde bei Rennen in den Emiraten

Doch Dopingfälle sind bei Weitem nicht die größten Probleme im modernen Distanzreitsport. In den vergangenen Wochen sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten erneut sieben Pferde bei nationalen und internationalen Distanzritten ums Leben gekommen. Ein bitteres Zeugnis dafür, dass die FEI weiterhin nicht in der Lage ist, die vorherrschenden Missstände wirkungsvoll zu unterbinden und das Wohlergehen der Pferde im Sport sicherzustellen – trotz angekündigter intensiver Bemühungen.

Bereits seit 2013 versucht eine eigene Arbeitsgruppe der FEI die Missstände im internationalen Distanzsport aufzuarbeiten. 2015 kam es nach einer beispiellosen Serie gravierender Regelverstöße sogar zu einem zeitweiligen Ausschluss der FN der Emirate aus dem Weltreiterverband. Während dieser Zeit wurden keine internationalen Veranstaltungen mehr in den VAE genehmigt, zudem durften Distanzreiter aus den Emiraten nicht mehr an FEI-Turnieren teilnehmen. Doch die erhoffte Wirkung dieses vergleichsweise drastischen Schrittes blieb aus. „Leider hat sich jetzt wieder gezeigt, dass alle in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben.", meinte dazu Sönke Lauterbach, der eine erneute Suspendierung der Emirate in diesem Zusammenhang für denkbar hält. Zu bedenken sei allerdings, dass ein kompletter Ausschluss der Disziplin Distanzreiten von allen Veranstaltungen nur letztes Mittel sein könne, da die Pferde und der Umgang mit ihnen durch diese Maßnahme ganz aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden würden.

Untersuchungen zu Ermüdungsbrüchen

Wie die FEI in einer Presseaussendung mitteilte, lassen sich die jüngsten Pferdeverluste vor allem auf Knochenbrüche zurückführen. FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez erklärte, dass der Weltreiterverband Studien über Risikofaktoren und Ursachen dieser Verletzungen durchführe, deren Ergebnisse am 11. April im Rahmen des FEI-Sport Forums vorgestellt werden sollen. Außerdem werde am 23. und 24. Mai ein Distanz-Forum stattfinden, bei dem darüber diskutiert werden soll, wie solchen Verletzungen künftig vorzubeugen ist.

PM/ps