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05.09.2016

Erster Fall von West-Nil-Virus beim Pferd in Österreich

Seit 2008 wurde das West-Nil-Virus in Österreich immer wieder vereinzelt bei Menschen und Vögeln nachgewiesen. Nun gibt es den ersten Fall einer Infektion beim Pferd.

Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. In Österreich gilt das Risiko einer Ansteckung vorläufig als sehr gering. © www.slawik.com
Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. In Österreich gilt das Risiko einer Ansteckung vorläufig als sehr gering.
© www.slawik.com
Bei einem Pferd, das in einem Wiener Reitstall gehalten wird, ist Anfang September eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) festgestellt worden. Das teilte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in einer Aussendung am Freitag mit. Es ist dies der erste Fall von WNV bei einem Pferd in Österreich. Der Erreger wurde seit 2008 wiederholt bei Greifvögeln, Wassergeflügel und Stechmücken sowie beim Menschen nachgewiesen. Seit 2015 ist das WNV anzeigepflichtig.

Entdeckt wurde die Infektion bereits Anfang August bei einer Blutuntersuchung durch die Veterinärmedizinische Universität. Nachdem auch das Nationale Referenzlabor der AGES in weiteren Blutproben des betroffenen Pferdes WNV-spezifische Antikörper feststellen konnte, wurde der Befund nun bestätigt.

Bei der Infektion in Wien handelt es sich um einen Einzelfall, wie die AGES berichtet ist kein anderes Pferd des Bestandes vom WNV betroffen. Das erkrankte Pferd selbst ist inzwischen genesen und gesund entlassen worden.

Von Gelsen übertragen

Wie viele andere Flaviviren stammt auch das WNV ursprünglich aus Afrika und wird durch Stechmücken übertragen, vordergründig durch die Gattung Culex. Diese lateinische Bezeichnung gewinnt schlagartig an Brisanz, wenn ins Österreichische übersetzt: Gemeint sind damit nämlich ganz gewöhnliche Gelsen, die überall in unserem Land beheimatet sind. Das Risiko einer Infektion gilt in Österreich dennoch als sehr gering, denn für eine Übertragung braucht es zunächst einen infizierten Vogel — den natürlichen Wirt des West-Nil-Virus. Sticht eine Gelse einen infizierten Vogel, nimmt sie das Virus mit dem Blut auf. Weiter übertragen kann sie es, wenn sie ein Pferd auf der Weide oder im Stall sticht um dessen Blut zu saugen. Von Pferd zu Pferd oder von Pferd zu Mensch bzw. vice versa ist das WNV übrigens nicht übertragbar, denn sowohl Mensch, Pferd als auch andere Warmblüter gelten als sogenannte Endwirte, die die Krankheit nicht weiterverbreiten können.

Krankheit mit vielen Gesichtern

Nicht immer endete eine WNV-Infektion in einer Erkrankung. In vielen Fällen wird die Ansteckung gar nicht bemerkt, da sie ohne erkennbare Symptome verläuft. Bricht die Krankheit aus, können Symptome auftreten, die sie leicht mit anderen Pferdekrankheiten verwechselbar machen, weshalb das WNV besonders in der Anfangsphase nur sehr schwer zu diagnositizieren ist.

Am Beginn der Erkrankung steht meist ein leichter Temperaturanstieg sowie Appetit- und Antriebslosigkeit. Auch einseitiges Lahmen, Trittunsicherheit und ein schwankender Gang können erste Anzeichen sen. In der Folge kann das WNV das Rückenmark sowie das Gehirn in Form einer sogenannten West-Nil-Enzephalomyelitis (WNE) erfassen. Neurologische Ausfallserscheinungen unterschiedlichen Ausmaßes können die Folge sein. Im schlimmsten Fall endet die Krankheit mit dem Tod.

Da es bislang kein Medikament gibt, das in der Lage wäre das WNV-Virus wirkungsvoll zu bekämpfen, kann lediglich unterstützend therapiert werden kann. Seit 2008 ist in Europa ein Impfstoff gegen das Virus verfügbar, eine Immunisierung wird jedoch nur in WNV-Endemiegebieten empfohlen. Dazu zählen u. a. Afrika, Nordamerika, Russland, Rumänien und Ungarn.

ps
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