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23.12.2013

Es ist fünf vor zwölf

Die österreichische Pferdewirtschaft steht vor weitreichenden Veränderungen - das befürchten viele Experten angesichts der neuen Steuerregelung und der immer rigideren Umsetzung der Gewerbeordnung.

Ich gebe zu, zunächst hielt ich die Befürchtungen, dass die neuen Steuerregelungen die heimische Pferdebranche an den Rand des Ruins treiben würden, für übertriebene Panikmache. Nach einem erhellenden Vortrag der Unternehmensberaterin Mag. BrigitteKuttner-Raaz, die die Branche seit 20 Jahren analysiert und begleitet, sehe ich die Sache differenzierter: Es ist vor allem die bereits jetzt schon angespannte Lage vieler betroffener Landwirtschaften, die die 20 % Umsatzsteuer zum berühmten Tropfen werden lassen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Realistische Berechnungen zeigen, dass die Einstellgebühren um diesen Prozentsatz erhöht werden müssten, damit die Betriebe überleben können. Doch etliche Kunden sind schlicht nicht imstande, eine höhere Belastung in Kauf zu nehmen…

Das viel bedrohlichere Szenario tut sich allerdings an anderer Stelle auf: Wenn die Unterordnung des landwirtschaftlichen Nebengewerbes „Pensionspferdehaltung“ immer rigider interpretiert wird – von einem ursprünglichen Verhältnis von 49 % zu 51 % sind wir heute bei 25 % zu 75 % angelangt – dann kommt das tatsächlich einem Todesurteil für viele Einstellbetriebe gleich.

Dass es auch anders geht, zeigen unsere EU-Nachbarländer: Dort definiert ein Flächenschlüssel, wie viele fremde Pferde ein landwirtschaftlicher Betrieb einstellen darf, um immer noch als Landwirtschaftzu gelten. Eine solche Regelung wird auch für Österreich angestrebt, die Verhandlungen sind noch im Gange (siehe unseren Beitrag in der Jännerausgabe der Pferderevue). Sollten die Gespräche scheitern, sollte alles so umgesetzt werden, wie es jetzt auf dem Papier steht, dann ist in der Tat ein Niedergang der Pferdewirtschaft zu befürchten, der alle betreffen wird – auch die, die sich jetzt auf der Gewinnerseite wähnen. Denn Gewinner wird es keine geben (nicht einmal das Finanzamt wird davon profitieren), verlieren werden aber vor allem all jene, die die breite Basis des Pferdesports in Österreich bilden: all die vielen FreizeitreiterInnen, für die ihre Pferde kein Luxusgut sind, sondern wesentlicher Teil einer sinnvollen Lebensgestaltung, für den sie auf vieles verzichten.

Was Pferde Menschen bedeuten können, welcheHilfe und Bereicherung sie sein können, darüber berichten wir ebenfalls in unserem Jännerheft ab Seite 32. Dies alles gilt es zu schützen und zu bewahren.

Im Namen des Teams darf ich Ihnen allen frohe Festtagewünschen, alles erdenklich Gute für das Jahr 2014 – und vor allem viele freudvolle Stunden mit Ihren Pferden.
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